Fonds

Climentum startet zweiten Climate-Tech-Fonds mit 60 Millionen Euro

Von Energiesicherheit bis Lieferketten: Der Climate-Hard-Tech-Investor sieht Europas industrielle Resilienz als einen der wichtigsten Wachstumsmärkte der kommenden Jahre.
News von Marc Nemitz Marc Nemitz · Copenhagen, 06. Juli 2026

Der dänische Climate- und Hard-Tech-Investor Climentum Capital hat das erste Closing seines zweiten Fonds abgeschlossen und dabei 60 Millionen Euro eingesammelt. Damit erreicht Climentum bereits zum Start des neuen Fonds die Gesamtgröße seines ersten Fonds aus dem Jahr 2022. Langfristig soll der neue Fonds ein Volumen von bis zu 100 Millionen Euro erreichen.

Mit dem neuen Kapital will Climentum weiterhin in europäische Hard-Tech-Startups investieren, die an einer nachhaltigeren, resilienteren und wettbewerbsfähigeren industriellen Basis für Europa arbeiten. Im Fokus stehen insbesondere Technologien in den Bereichen Energiesicherheit, industrielle Effizienz und resiliente Lieferketten.

Europas Industriepolitik wird zum Investment-Case

Als Climentum seinen ersten Fonds auflegte, galt die Verbindung von Klimaschutz, industrieller Wettbewerbsfähigkeit und geopolitischer Resilienz noch als vergleichsweise spezialisierte Investmentthese. Inzwischen haben geopolitische Krisen, unterbrochene Lieferketten und die Debatte um Europas strategische Souveränität die Relevanz dieser Themen deutlich erhöht.

Der anhaltende Krieg in der Ukraine, Unsicherheiten auf den globalen Energiemärkten sowie die zunehmende Fragmentierung internationaler Handelsbeziehungen hätten die ursprüngliche Investmentthese schneller bestätigt als erwartet, erklärt das Unternehmen. Climentum investiert dabei gezielt in Unternehmen, die nicht nur einen Beitrag zur Dekarbonisierung leisten, sondern gleichzeitig Europas industrielle Widerstandsfähigkeit stärken.

Erste Exit-Erfolge bestätigen die Strategie

Mit dem Start von Fund II kann Climentum bereits auf erste erfolgreiche Exits verweisen. So wurde das Portfolio-Unternehmen KNXT weniger als drei Jahre nach dem Einstieg von Climentum vom schwedischen Industriekonzern Studsvik übernommen. Für den Investor gilt dies als Bestätigung seiner zentralen These. Europäische Industrieunternehmen benötigen zunehmend spezialisierte Technologien, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben und ihre technologische Souveränität zu sichern.

Starke institutionelle Unterstützung

Zu den wichtigsten Investoren des neuen Fonds zählen erneut der dänische Staatsfonds EIFO, der bereits den ersten Fonds als Ankerinvestor unterstützt hatte. Neu hinzu kommen der Europäische Investitionsfonds (EIF), der bislang größte Einzelinvestor des Fonds, sowie die dänische Ingenieurvereinigung IDA.

Ergänzt wird der Investorenkreis durch Industrieunternehmen, Family Offices und institutionelle Investoren aus Nordeuropa, die vielfach selbst in den Industriebereichen aktiv sind, auf die Climentum seinen Fokus legt.

Die Zusammensetzung der Investoren sei gerade in einem anspruchsvollen Finanzierungsumfeld für Climate- und Hard-Tech-Startups ein wichtiges Signal, betont Climentum. Investoren agierten heute deutlich selektiver und verlangten belastbare Nachweise für technologische und wirtschaftliche Tragfähigkeit.

Europäische Hard-Tech-Unternehmen

An der grundsätzlichen Strategie ändert Climentum auch mit Fund II nichts. Das Unternehmen will weiterhin Seed- und Series-A-Runden europäischer B2B-Hard-Tech-Startups anführen.

Investiert wird insbesondere in Technologien, die zur Energiesicherheit, zur Stabilisierung von Lieferketten sowie zur Steigerung industrieller Effizienz beitragen. Dabei verfolgt Climentum als Artikel-9-Fonds einen Ansatz, der finanzielle Rendite und messbare CO₂-Einsparungen miteinander verbindet.

Deutschland und Nordeuropa im Fokus

Die Investmentaktivitäten des Fonds konzentrieren sich vor allem auf Deutschland und die nordischen Länder. Mit Jennifer Dungs verstärkte Climentum Ende 2025 zudem sein Führungsteam. Die promovierte Chemikerin bringt mehr als 25 Jahre Industrie- und Investmenterfahrung unter anderem von Porsche, BMW und InnoEnergy mit.

Mit dem zweiten Fonds positioniert sich Climentum in einem Markt, der zunehmend von der Frage geprägt wird, wie Europa seine industrielle Basis modernisieren und gleichzeitig unabhängiger von globalen Lieferketten werden kann.

Die eigentliche Herausforderung dürfte dabei nicht in der Identifikation geeigneter Technologien liegen, sondern in der Fähigkeit des europäischen Kapitalmarktes, ausreichend Kapital für die industrielle Transformation bereitzustellen.


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