Venture Capital

24 führende Fonds starten Initiative für mehr Wachstumskapital in Deutschland

24 führende Venture- und Growth-Investoren starten das German Venture & Growth Forum, um mehr institutionelles Kapital für Innovation und Wachstum in Deutschland zu mobilisieren.
News von Marc Nemitz Marc Nemitz · Berlin, 10. Juni 2026

Deutschland verfügt über starke Forschung, erfolgreiche Gründer und innovative Technologieunternehmen. Was häufig fehlt, ist ausreichend Wachstumskapital, um diese Unternehmen langfristig im Land aufzubauen und international wettbewerbsfähig zu machen.

Hier setzt das neue German Venture & Growth Forum an. Die Initiative wird von 24 führenden Venture- und Growth-Investoren aus Deutschland und Europa getragen und will den Dialog zwischen institutionellen Investoren, Venture-Capital-Fonds und politischen Entscheidungsträgern intensivieren.

Die Initiative des German Venture & Growth Forum wird von folgenden 24 Venture- und Growth-Investoren getragen:

UVC Partners, Acton Capital, AENU, Atlantic Labs, b2venture, Capnamic Ventures, Cherry Ventures, DTCP, Earlybird, Greenfield Capital, Headline, High-Tech Gründerfonds, HV Capital, Join Capital, Lakestar, Project A, Row Capital, Simon Capital, Speedinvest, TVM Capital, Redstone, Vorwerk Ventures, Vsquared Ventures, XDeck Ventures

Souveränität braucht Kapital

Der Leitgedanke der Initiative ist klar formuliert:

"Souveränität braucht Kapital. Kapital folgt Rendite. Beides lässt sich verbinden."

Die Fonds argumentieren, dass technologische Souveränität und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit eng mit der Verfügbarkeit von Risikokapital verbunden sind. Wer Zukunftsindustrien in Europa aufbauen wolle, müsse auch bereit sein, entsprechende Kapitalquellen zu mobilisieren.

Insbesondere im internationalen Vergleich sehen viele Marktteilnehmer Nachholbedarf. Während große institutionelle Anleger in den USA seit Jahrzehnten einen Teil ihrer Vermögen in Venture- und Growth-Fonds investieren, bleibt die Anlageklasse in Deutschland bislang vergleichsweise unterrepräsentiert.

Das German Venture & Growth Playbook

Begleitend zum Forum veröffentlichen die Initiatoren das German Venture & Growth Playbook.

Die Publikation richtet sich gezielt an institutionelle Investoren wie Versicherungen, Pensionskassen, Versorgungswerke und Stiftungen und soll einen praxisnahen Einblick in die Assetklasse Venture Capital geben.

Das Playbook behandelt unter anderem:

  • Strategische Allokation in Venture- und Growth-Fonds
  • Portfolioaufbau und Diversifikation
  • Investmentzyklen über einen Zeitraum von bis zu zwölf Jahren
  • Renditeprofile und Risikomanagement
  • Aktuelle Markt- und Finanzierungstrends

Ziel ist es, bestehende Vorbehalte abzubauen und institutionellen Investoren eine fundierte Entscheidungsgrundlage für mögliche Engagements im Venture-Capital-Bereich zu bieten.

Mehr Kapital für Startups und Scale-ups

Die Initiatoren sehen erhebliches Potenzial für zusätzliche Investitionen in deutsche und europäische Technologieunternehmen.Nach Einschätzung der beteiligten Fonds könnte bereits eine moderate Erhöhung institutioneller Allokationen in Venture- und Growth-Fonds Milliardenbeträge an zusätzlichem Kapital für Startups und Scale-ups freisetzen.

Gleichzeitig verweist das Playbook darauf, dass Venture Capital historisch betrachtet attraktive Renditen erzielen konnte, insbesondere für langfristig orientierte Investoren mit ausreichend diversifizierten Portfolios.

Kapitalmarkt, Innovationswirtschaft und Risikobereitschaft

Das German Venture & Growth Forum versteht sich deshalb nicht nur als Branchentreffen, sondern als Plattform für einen strukturierten Austausch zwischen Kapitalgebern, Investoren und Politik.

Wenn sich so viele etablierte und institutionell verankerte Venture- und Growth-Investoren auf eine gemeinsame Agenda einigen, sollte das weit über die Branche hinaus Aufmerksamkeit erzeugen, besonders in Politik und Öffentlichkeit. Denn hier geht es nicht nur um Kapitalallokation innerhalb eines bestehenden Ökosystems, sondern um die Frage, wie Europa seine künftige wirtschaftliche Substanz sichert. Vor dem Hintergrund der mittlerweile global dimensionierten Finanzierungsrunden und Exit-Perspektiven (man denke etwa an Unternehmen und deren Runden und IPOs wie Anthropic, OpenAI, Alphabet oder SpaceX) wird deutlich, wie stark sich die wirtschaftlichen Gewichte international verschieben. Europa kann es sich daher kaum leisten, weiterhin primär risikoavers zu agieren. Stattdessen braucht es ein Umfeld, das ambitionierte Gründungen systematisch ermöglicht, Wachstumskapital mobilisiert und Startups gezielt in die Lage versetzt, globale Marktführer hervorzubringen. Dies ist die Grundlage für eine langfristig tragfähige und positive wirtschaftliche Zukunft.

Deutschland und Europa verfügen über die Talente und Technologien, um globale Marktführer hervorzubringen. Jetzt ist jeder einzelne im Ökosystem gefragt.

Link zum Playbook


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