SpaceTech deltaVision erhält 10,2 Millionen Euro
Das Münchner SpaceTech-Startup deltaVision hat seine erste Finanzierungsrunde erfolgreich abgeschlossen und 10,2 Millionen Euro eingesammelt. Die Runde wird von KT Ventures und Valemount Capital angeführt. Darüber hinaus beteiligen sich Futury Capital sowie mehrere industrielle Family Offices und private Investoren.
Mit dem frischen Kapital will deltaVision seine Produktionskapazitäten deutlich erweitern und den Ausbau seiner Technologieplattform für das zukünftige Betanken von Raumfahrzeugen im Orbit beschleunigen.
Profitabel seit der Gründung
deltaVision wurde 2022 gegründet und entwickelt Fluidsysteme für Trägerraketen, Satelliten, Mondlander und Orbital-Servicing-Fahrzeuge. Nach Unternehmensangaben arbeitet das Unternehmen seit seiner Gründung profitabel und konnte bereits 2025 erste Systeme erfolgreich im Weltraum einsetzen. Heute beschäftigt deltaVision rund 125 Mitarbeitende und produziert in einem ehemaligen Siemens-Werk in München.
Mit der Finanzierung soll die jährliche Produktionskapazität für Ventile und weitere Antriebskomponenten auf 5.000 Einheiten steigen, um der wachsenden Nachfrage der internationalen Raumfahrtindustrie gerecht zu werden.
Schlüsselkomponenten für die Raumfahrt
Die Produkte von deltaVision steuern Treibstoffe, Druckgase und weitere Fluide in Raumfahrzeugen. Ventile, Pumpen und Druckregler übernehmen dabei zentrale Funktionen und gelten als das „Herz-Kreislauf-System“ moderner Satelliten und Trägerraketen.
Da die weltweite Nachfrage nach diesen Komponenten die bestehenden Lieferkapazitäten inzwischen deutlich übersteigt, setzt deltaVision auf standardisierte Produktdesigns und kurze Lieferzeiten, um Engpässe in der Raumfahrtindustrie zu reduzieren.
Das Unternehmen beliefert bereits mehr als 60 Kunden auf vier Kontinenten, darunter Start-ups, etablierte Raumfahrtunternehmen und internationale Raumfahrtagenturen. Zu den Projekten zählt unter anderem der europäische Mondlander Argonaut, für den deltaVision zahlreiche Druckregelungs- und Fluidsysteme liefert.
Technologie für das Betanken im Orbit
Über den Ausbau der Produktion hinaus verfolgt deltaVision das Ziel, ein modulares Technologie-Ökosystem für das orbitale Betanken aufzubauen. Entwickelt werden unter anderem Kupplungssysteme, Versorgungsschnittstellen und komplette Betankungsmodule, die künftig den Transfer von Treibstoffen zwischen Raumfahrzeugen im All ermöglichen sollen.
Das Unternehmen setzt dabei bewusst auf offene und interoperable Standards, um langfristig eine gemeinsame Infrastruktur für In-Orbit-Services zu schaffen.
Internationale Expansion geplant
Neben dem Ausbau der Produktion in Deutschland investiert deltaVision in seine internationale Präsenz. In Frankreich entsteht derzeit eine Tochtergesellschaft für Forschung, Entwicklung und die Produktion intelligenter Sensorsysteme für Fluidsysteme. Darüber hinaus plant das Unternehmen kurzfristig den Aufbau einer Ventilfertigung in den USA, dem weltweit größten Markt für Raumfahrttechnologien.
Mit der neuen Finanzierung will deltaVision seine Industrialisierung beschleunigen und sich als europäischer Zulieferer für die nächste Generation der Raumfahrt positionieren.

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