Bundeskabinett beschließt Startup- und Scaleup-Strategie mit 152 Maßnahmen
Die Bundesregierung hat die neue Startup- und Scaleup-Strategie beschlossen und setzt damit den politischen Rahmen für die Weiterentwicklung des deutschen Startup-Ökosystems. Ziel der Strategie ist es, Gründungen zu erleichtern, Wachstumsunternehmen schneller zu skalieren und innovative Unternehmen langfristig in Deutschland zu halten. Insgesamt umfasst die Strategie 152 Maßnahmen in acht Handlungsfeldern, die noch in dieser Legislaturperiode umgesetzt werden sollen.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche bezeichnet die Strategie als Fundament für die nächste Generation deutscher Weltmarktführer. Neben einem konsequenten Bürokratieabbau sollen insbesondere bessere Finanzierungsbedingungen geschaffen, der Transfer von Forschung in marktfähige Unternehmen beschleunigt und Zukunftstechnologien wie Künstliche Intelligenz gezielt gefördert werden. Erstmals berücksichtigt die Bundesregierung zudem Startups aus der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie ausdrücklich als Teil ihrer Innovationsstrategie.
Die Strategie entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Startup-Ökosystem. Rund 300 Stellungnahmen aus einer Online-Konsultation sowie die Ergebnisse von zehn Stakeholder-Workshops mit rund 200 Teilnehmenden flossen in die Ausarbeitung ein.
Hintergrund der Initiative ist die weiterhin hohe Dynamik im deutschen Startup-Markt. Im ersten Halbjahr 2026 wurden 3.053 Startups gegründet, gleichzeitig beschäftigen deutsche Startups inzwischen rund 522.000 Menschen und Deutschland zählt 36 Unicorns. Gleichzeitig sieht die Bundesregierung weiterhin erhebliche Herausforderungen beim Zugang zu Wachstumskapital, beim Fachkräftemangel, beim Forschungstransfer sowie beim Abbau regulatorischer Hürden.
Die Umsetzung der Maßnahmen soll durch ein kontinuierliches Monitoring begleitet werden. Die Bundesregierung plant jährliche Fortschrittsberichte und will die Strategie regelmäßig evaluieren und weiterentwickeln.
Die wichtigsten Maßnahmen der Startup- und Scaleup-Strategie
Mehr Wachstumskapital für Startups und Scaleups
Ein Schwerpunkt liegt auf der Finanzierung. Geplant sind unter anderem die Verstetigung des Zukunftsfonds im Rahmen des Deutschlandfonds, neue Scale-up-Investitionen, zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten für DeepTech-, BioTech- und DefenceTech-Unternehmen sowie Programme für First-of-a-Kind-Anlagen. Außerdem sollen institutionelle Investoren wie Versicherungen und Altersvorsorgeeinrichtungen stärker für Venture Capital geöffnet werden.
Forschung schneller in erfolgreiche Unternehmen überführen
Ausgründungen aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen sollen künftig noch stärker gefördert werden. Dazu gehören der Ausbau der EXIST Startup Factories, die Weiterentwicklung des EXIST-Programms, eine nationale IP-Strategie, Reallabore für Innovationen sowie zusätzliche Förderprogramme für forschungsintensive Zukunftstechnologien. Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse schneller in marktfähige Unternehmen zu überführen.
Bürokratie abbauen und Gründungen beschleunigen
Mit dem Hebelprojekt „Schneller Gründen“ sollen Unternehmensgründungen einfacher und digitaler werden. Vorgesehen sind unter anderem der Ausbau von Online-Beurkundungen, vereinfachte Zulassungsverfahren sowie weitere Maßnahmen zur Reduzierung administrativer Hürden für Startups.
Bessere Bedingungen für Fachkräfte und internationale Skalierung
Die Strategie sieht Maßnahmen zur Gewinnung internationaler Talente, zur Verbesserung der Mitarbeiterkapitalbeteiligung und zur stärkeren internationalen Vernetzung deutscher Startups vor. Gleichzeitig soll die Initiative „Startup Germany“ ausgebaut werden, um Deutschland international als Innovationsstandort sichtbarer zu machen und Scaleups beim internationalen Wachstum zu unterstützen.
Sicherheits- und Verteidigungstechnologien werden Teil der Startup-Förderung
Erstmals integriert die Bundesregierung Unternehmen aus der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie systematisch in ihre Startup-Politik. Geplant sind spezielle Beteiligungs- und VC-Instrumente, Förderprogramme über die SPRIND sowie schnellere Beschaffungs- und Innovationsprozesse. Damit sollen sicherheitsrelevante Technologien künftig denselben Zugang zu Förderinstrumenten erhalten wie andere Zukunftsbranchen.
Den gesamten Maßnahmenkatalog kann man auf der Homepage der Bundesregierung herunterladen.

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