Startupnews zum Wochenende KW 35/26

Braunschweig feiert sein Gründungszentrum. Viele Veranstaltungen und wirklich lesenswerte Meldungen aus dem Startup-Ökoystem.
News von Marc Nemitz Marc Nemitz · Braunschweig, 28. August 2026

Technologiepark Braunschweig feiert 40-jähriges Bestehen

Der Technologiepark Braunschweig feiert sein 40-jähriges Bestehen und blickt auf mehr als 160 Unternehmen zurück, die das Gründungszentrum seit seiner Eröffnung 1986 genutzt haben. Nach Angaben der Braunschweig Zukunft GmbH sind daraus mehr als 2.000 überwiegend hochqualifizierte Arbeitsplätze entstanden. Zu den ehemaligen Mietern gehören Unternehmen wie Aerodata, GOM, IServ, Simtec, Solvis und smartmicro, aktuell sind unter anderem OKAPI und NOVUS im Technologiepark ansässig. Das Zentrum entstand aus einer Zusammenarbeit zwischen der Stadt und der TU Braunschweig und bietet jungen Unternehmen neben vergünstigten Flächen auch Beratung und Coaching. Seit 2002 wird der Technologiepark von der städtischen Wirtschaftsförderung Braunschweig Zukunft GmbH betrieben.

Awards & Events

BIG UP bringt Startups und Investoren in Braunschweig zusammen

Foto: Braunschweig Zukunft GmbH/Philipp Ziebart

Beim BIG UP Startup Summit treffen am 2. September in Braunschweig 18 Startups aus Deutschland auf Investoren und Vertreter der Finanzierungsbranche. Im Mittelpunkt der von der Braunschweig Zukunft GmbH gemeinsam mit CorpPearls organisierten Veranstaltung stehen die Bereiche High Tech und Deep Tech, Green Mobility und Clean Tech sowie Dual Use. In drei Pitch-Wettbewerben präsentieren jeweils sechs Startups ihre Geschäftsmodelle, die Gewinner erhalten jeweils 5.000 Euro Preisgeld. Zu den angekündigten Teilnehmern zählen Vertreter der Europäischen Investitionsbank, des High-Tech Gründerfonds, von Join Capital, World Fund, eCAPITAL, Futury Capital und NBank Capital. Ergänzt wird das Programm durch Investorengespräche, eine Session zur Sicherheits- und Verteidigungsindustrie sowie ein Matching mit regionalen Business Angels. Schirmherr der Veranstaltung ist Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies.

Startup-Ökosysteme setzen beim NRW-Tag gemeinsames Zeichen

Vier zentrale Startup-Ökosysteme Nordrhein-Westfalens wollen beim NRW-Tag in Münster gemeinsam für den Innovationsstandort werben. Am 29. August diskutieren Vertreter der BRYCK Startup Alliance, Factory33, Gateway Factory und R-Factory unter dem Titel "Made in Tech" über die Bedeutung von Startups sowie die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Begleitet wird das Programm von NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur. Zudem präsentieren ausgewählte Startups ihre Technologien und Geschäftsmodelle aus Bereichen wie MedTech, Robotik und Industrie. Mit dem gemeinsamen Auftritt wollen die beteiligten Organisationen die regionale Vernetzung stärken und die Bedeutung wissenschaftsbasierter Gründungen für den Wirtschaftsstandort NRW hervorheben.

MediaTech Hub Conference bringt internationale Medienbranche nach Babelsberg

Auf der Expert Stage der MediaTech Hub Conference im Studio Babelsberg diskutieren internationale Expert:innen aktuelle Entwicklungen in Film, TV, Streaming und Technologie. Foto: MediaTech Hub Conference / Lars Hübner

Die MediaTech Hub Conference bringt am 29. und 30. September 2026 mehr als 50 internationale Experten aus Film, Fernsehen, Streaming, Journalismus und Technologie im Studio Babelsberg zusammen. Inhaltlich stehen unter anderem europäische Mediensouveränität, neue Streamingmodelle, KI im Journalismus sowie der Einsatz von künstlicher Intelligenz und Virtual Production in Film und Fernsehen im Mittelpunkt. Ergänzt werden die Diskussionen durch einen Journalism & Tech Day, eine Virtual Production Area mit 15-Meter-LED-Volume und einen AI Garden mit Anwendungen aus realen Produktionsprozessen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Auswirkungen von KI auf Arbeitsplätze und Kompetenzanforderungen in der Medienbranche.

Mergers & Aqcuisitions

b’steuern schließt sich mit KI-Startup Glindway zusammen

Gründer-Team b’steuern: Joan Hinterauer, Florian Gößmann-Schmitt, Manuel Müllerschön, Maximilian Steuck (oben v.l.n.r.) David Kaufmann, Niv Adam,
Christopher Plantener, Stephen Ogden (unten v.l.n.r.) | © b’steuernbsteuern Foto: Mo Wüstenhagen

Die Berliner Steuerkanzlei b’steuern schließt sich mit dem Software- und KI-Startup Glindway zusammen und will damit den Ausbau zu einer KI-basierten Steuerkanzlei vorantreiben. Das Glindway-Team bringt seine Kompetenzen in KI-Engineering sowie Software- und Produktentwicklung ein, um insbesondere standardisierte Prozesse und Routinetätigkeiten in der Steuerberatung zu automatisieren. Ab Oktober plant b’steuern zudem einen eigenen MCP-Server, über den Mandanten mithilfe von KI-Assistenten auf ihre aktuellen Finanz- und Steuerdaten zugreifen können. Das 2025 gegründete Unternehmen betreut nach eigenen Angaben inzwischen mehr als 750 Mandate und beschäftigt rund 35 Mitarbeiter. Für 2026 rechnet b’steuern mit einem Umsatz von mehr als drei Millionen Euro.

Kooperationen & Partnerschaften

Plum erweitert Partnerschaft mit Upvest auf Großbritannien

Martin Kassing - CEO & Co-Founder

Die britische Finanz-App Plum erweitert ihre seit 2023 bestehende Zusammenarbeit mit dem Berliner Investment-Infrastruktur-Anbieter Upvest auf den britischen Markt. Zunächst sollen Investmentfonds über die Infrastruktur von Upvest angeboten werden, anschließend Aktien und ETFs. In einem weiteren Schritt will Plum auch sein bestehendes britisches Fondsgeschäft auf die Plattform migrieren. Durch die Konsolidierung auf die API-basierte Infrastruktur von Upvest soll die bisherige Struktur mit mehreren Dienstleistern vereinfacht und der Betrieb über verschiedene Märkte und Anlageklassen hinweg vereinheitlicht werden. Upvest übernimmt dabei unter anderem Brokerage-, Verwahrungs- und Backoffice-Dienstleistungen.

Lesenswerte Meldungen

Deutsches Staatsdefizit steigt auf 71,3 Milliarden Euro

Das deutsche Staatsdefizit ist im ersten Halbjahr 2026 deutlich auf 71,3 Milliarden Euro gestiegen und lag damit 36,6 Milliarden Euro über dem Vorjahreswert. Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes entsprach das Defizit 3,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und lag damit knapp über dem Maastricht-Referenzwert von drei Prozent. Haupttreiber war der Bund mit einem Defizit von 48,1 Milliarden Euro. Während die staatlichen Einnahmen um 2,8 Prozent auf 1.073,2 Milliarden Euro zunahmen, stiegen die Ausgaben mit 6,1 Prozent deutlich stärker auf 1.144,5 Milliarden Euro. Besonders kräftig erhöhten sich unter anderem Sozialleistungen, Subventionen, Investitionszuschüsse und Zinsausgaben.

FRYTE und SMATRICS vernetzen Ladeinfrastruktur für E-LKW

SMATRICS EnBW Ladepark in Regau mit Ultraschnellladern für LKW und PKW | (c) SMATRICS EnBW

FRYTE Mobility und SMATRICS kooperieren bei der Ladeinfrastruktur für elektrische Lkw in Deutschland und Österreich. Dafür integriert FRYTE sowohl teilöffentliche Ladepunkte aus dem SMATRICS Depot Club als auch von SMATRICS betriebene öffentliche Ladestationen in seine Routen- und Ladeplanung für Logistikunternehmen. Speditionen sollen dadurch verfügbare Ladepunkte entlang ihrer Routen einfacher finden und Depotbetreiber ihre bestehende Infrastruktur besser auslasten können. Technische Grundlage der Integration ist der offene Kommunikationsstandard OCPI. Ab 2027 ist zudem vorgesehen, ausgewählte Ladepunkte direkt reservierbar zu machen. Langfristig sollen die Reservierungsdaten auch mit den Energiemanagementsystemen der jeweiligen Standorte verknüpft werden.

Warmwind startet internationalen Rollout seiner autonomen AI-Worker

Ein Teil des warmwind-Teams im Jenaer Büro. Im Bild unter anderem die Gründer Maximilian
Schilling (2. v. l.) und Richard Wieduwilt (3. v.r.) Foto: warmwind

Das Jenaer KI-Startup Warmwind startet nach einer mehrmonatigen Testphase den internationalen Rollout seiner autonomen AI-Worker. Die Software soll wiederkehrende digitale Arbeitsabläufe automatisieren, indem KI-Agenten bestehende Programme visuell erkennen und selbstständig per Maus und Tastatur bedienen. Dadurch können Prozesse auch ohne speziell entwickelte API-Schnittstellen automatisiert werden. Seit Beginn der Closed Beta im Juli 2025 verzeichnet Warmwind nach eigenen Angaben rund 90.000 Registrierungen aus mehr als 30 Ländern und erreichte kurz vor dem öffentlichen Start mit ersten zahlenden Kunden rund 450.000 Euro Annual Recurring Revenue. Unterstützt wird die Skalierung durch eine strategische Partnerschaft und eine Investition in Millionenhöhe von Hetzner. Warmwind beschäftigt derzeit 15 Mitarbeiter in Jena und testet seine Technologie bereits mit mehreren DAX-Unternehmen und Mittelständlern.

Synfia Labs startet KI-Lösung für Transformationsprozesse

René Mähr und Simon Rutar | © Cecilia Capri

Das Wiener Technologieunternehmen Synfia Labs bringt mit „Transformation Intelligence“ eine KI-gestützte Lösung zur Begleitung von Veränderungsprozessen in Unternehmen auf den Markt. Die Plattform führt automatisierte Gespräche mit Mitarbeitern und weiteren Stakeholdern, stellt individuelle Folgefragen und analysiert die Antworten, um unter anderem Unsicherheiten, Widerstände und mögliche Probleme bei Transformationen frühzeitig zu erkennen. Damit sollen quantitative Kennzahlen wie Projektfortschritt oder Systemnutzung um qualitative Erkenntnisse ergänzt werden. Die Gespräche können per Sprache oder Text in mehr als 70 Sprachen geführt und wiederholt eingesetzt werden, um Veränderungen über längere Zeiträume zu beobachten. Nach Unternehmensangaben wird die Technologie bereits von Organisationen aus Bereichen wie kritischer Infrastruktur, Finanzwirtschaft, Wissenschaft und öffentlicher Verwaltung eingesetzt.

Thermondo erwartet 2026 erstmals positives EBITDA

Die Gründer von Thermondo: Philipp A. Pausder, Florian Tetzlaff, Kristofer Fichtner. Foto: Thermondo

Das Berliner Cleantech-Unternehmen Thermondo rechnet für 2026 erstmals seit seiner Gründung mit einem positiven Konzern-EBITDA und prognostiziert ein Ergebnis von zwölf Millionen Euro. Gleichzeitig soll der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um rund 30 Prozent auf mehr als 275 Millionen Euro steigen. Wichtigster Wachstumstreiber bleibt das Wärmepumpengeschäft: Bis Jahresende erwartet Thermondo insgesamt 20.000 installierte Wärmepumpen und strebt künftig eine jährliche Installationsrate von mindestens 10.000 Anlagen an. Bereits 2025 war der Umsatz um 47 Prozent auf rund 212 Millionen Euro gestiegen, während sich das EBITDA auf minus 24 Millionen Euro verbesserte.


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