Construction

Volve holt sich 3 Millionen US-Dollar für KI-Plattform im Baugewerbe

Bauauftrag gewinnen oder lieber verzichten? Volve setzt KI genau dort ein, wo über Risiken, Preise und Milliardenprojekte entschieden wird.
News von Marc Nemitz Marc Nemitz · Oslo, 25. August 2026

Das norwegische ConTech-Startup Volve hat eine Seed-Finanzierungsrunde über 3 Millionen US-Dollar, umgerechnet rund 30 Millionen Norwegische Kronen, abgeschlossen. Angeführt wird die Runde von Skyfall Ventures. Zudem beteiligen sich J12, Norrsken Evolve, OBOS Ventures, Antler und StartupLab. Als Business Angel steigt außerdem der ehemalige OBOS-CEO Daniel Kjørberg Siraj ein.

Mit dem frischen Kapital will Volve seine KI-Plattform für Ausschreibungs- und Angebotsprozesse in der Bauwirtschaft weiterentwickeln und die Expansion in Europa vorantreiben.

KI soll Ausschreibungen analysieren

Bauunternehmen müssen innerhalb kurzer Zeit umfangreiche Verträge, Zeichnungen, Leistungsbeschreibungen und Anforderungen analysieren, Risiken bewerten und auf dieser Grundlage entscheiden, ob und zu welchem Preis sie ein Angebot abgeben.

Im Bauwesen muss man Projekte gewinnen, um im Geschäft zu bleiben. Aber ein Projekt zu den falschen Bedingungen zu gewinnen, ist schlimmer, als es zu verlieren.

Herman B. Smith, CEO & Co-Founder Volve

Die KI-Plattform von Volve analysiert die vollständigen Ausschreibungsunterlagen und stellt Zusammenhänge zwischen Anforderungen, Leistungsumfang und möglichen Risiken her. Dadurch sollen Unternehmen nicht nur schneller entscheiden können, ob sich eine Ausschreibung lohnt, sondern auch Angebote präziser kalkulieren und Angebote von Subunternehmern besser vergleichen können.

Bereits bei mehr als 2.500 Bauprojekten eingesetzt

Die Plattform wurde nach Unternehmensangaben bereits bei mehr als 2.500 Bauprojekten eingesetzt und wird von führenden Bauunternehmen in den nordischen Ländern genutzt.

Wie umfangreich die Datenmengen dabei sein können, zeigt ein aktuelles öffentliches Infrastrukturprojekt: Volve analysierte dort 213 Dokumente, identifizierte 20 potenzielle Risiken und unterstützte das Projektteam beim Vergleich von 73 Angeboten verschiedener Subunternehmer. Nun soll das Geschäftsmodell über die nordischen Märkte hinaus skaliert werden. Zunächst stehen Großbritannien und Kontinentaleuropa auf der Wunschliste. Dafür will Volve sowohl sein kommerzielles Team als auch die Entwicklungskapazitäten ausbauen.

Wissen aus alten Projekten für neue Ausschreibungen nutzen

Ein wesentlicher Teil der Finanzierung fließt außerdem in die Datenstruktur hinter der Plattform. Volve will Wissen aus abgeschlossenen Ausschreibungen so strukturieren, dass es bei zukünftigen Projekten erneut genutzt werden kann.

Zwar sei jedes Bauprojekt individuell, viele kommerzielle Entscheidungen und Fragestellungen wiederholten sich jedoch. Statt bei jeder Ausschreibung wieder bei null anzufangen, sollen Unternehmen auf bereits vorhandenes Projektwissen zurückgreifen können. Damit entwickelt sich Volve von einem reinen Analysewerkzeug zunehmend zu einer Decision-Intelligence-Plattform für die Bauwirtschaft.

80 Prozent der Projektkosten stehen frühzeitig fest

Das Marktpotenzial ist entsprechend groß. Nach Angaben von Volve werden rund 80 Prozent der Kosten eines Bauprojekts bereits vor Vertragsunterzeichnung festgelegt. Gleichzeitig gehört gerade diese frühe Projektphase zu den Bereichen der Bauwirtschaft, in denen die Digitalisierung bislang vergleichsweise wenig fortgeschritten ist.

Allein in Europa stehen laut Volve jährlich Bauinvestitionen von mehr als 1,6 Billionen Euro im Raum. Fast jede fünfte öffentliche Ausschreibung entfällt demnach auf die Branche. Volve will sich vor diesem Hintergrund als Intelligence Layer für kommerzielle Entscheidungen bei Ausschreibungen und in der Preconstruction-Phase etablieren.

Investoren setzen auf europäische Expansion

Lead-Investor Skyfall Ventures sieht insbesondere in der Verbindung aus KI und vorhandenem Projektwissen Potenzial. Statt Erfahrungen vergangener Projekte lediglich zu archivieren, soll Volve daraus einen wiederverwendbaren Unternehmenswert schaffen.

Auch die weiteren Investoren setzen auf die bisherige Traktion des Unternehmens. Neben Skyfall Ventures beteiligen sich J12, Norrsken Evolve, OBOS Ventures, Antler und StartupLab an der Seed-Runde. Hinzu kommt Daniel Kjørberg Siraj als Angel-Investor. Mit den 3 Millionen US-Dollar soll nun aus der bereits in Skandinavien etablierten Lösung eine europaweit eingesetzte Plattform werden.


Like it? Please spread the word:


Newsletter

Startups, Geschichten und Statistiken aus dem deutschen Startup-Ökosystem direkt in deinen Posteingang. Abonnieren mit 2 Klicks. Noice.

LinkedIn Connect

FYI: English edition available

Hello my friend, have you been stranded on the German edition of Startbase? At least your browser tells us, that you do not speak German - so maybe you would like to switch to the English edition instead?

Go to English edition

FYI: Deutsche Edition verfügbar

Hallo mein Freund, du befindest dich auf der Englischen Edition der Startbase und laut deinem Browser sprichst du eigentlich auch Deutsch. Magst du die Sprache wechseln?

Deutsche Edition öffnen

Ähnliche Beiträge