KI

500.000 Euro für Be2Byte

KI trifft Laboralltag. Das Startup Be2Byte erhält 500.000 Euro und will seine SaaS Plattform LabThunder im DACH Raum etablieren.
News von Marc Nemitz Marc Nemitz · Magdeburg, 20. August 2026

Das Magdeburger Technologie Startup Be2Byte hat 500.000 Euro frisches Kapital eingesammelt. Mit der Finanzierung will das Unternehmen seine KI gestützte B2B SaaS Plattform LabThunder weiterentwickeln und die Markteinführung im DACH Raum vorantreiben.

Zu den Investoren gehören die IBG Fonds, die von bmp Ventures verwaltet werden. Mit dem Kapital soll das bestehende Produkt ausgebaut werden. Ab Ende 2027 soll LabThunder auch im regulierten Pharmaumfeld eingesetzt werden.

Digitalisierung dort, wo im Labor noch Papier liegt

Während Labore mit hochmodernen Analysegeräten arbeiten, sind viele organisatorische Prozesse im Hintergrund weiterhin erstaunlich analog. Hier sieht Be2Byte seine Chance.

LabThunder konzentriert sich auf das Management von Laborgeräten und operativem Wissen. Digitale Logbücher und eine zentrale Geräteverwaltung sollen Dokumentationen vereinfachen und gleichzeitig eine lückenlose sowie auditfähige Nachvollziehbarkeit ermöglichen.

Ergänzt wird die Plattform durch den KI Assistenten Thunder AI. Dieser soll Laborpersonal dabei unterstützen, Informationen schneller zu finden, Entscheidungen vorzubereiten und Störungen an Geräten eigenständig zu lösen. Langfristig wünscht man sich dadurch weniger Suchaufwand, kürzere Ausfallzeiten und weniger kostspielige Serviceeinsätze.

Vom Laborwissen zum KI Assistenten

Hinter dem Produkt steht die Erkenntnis, dass ein großer Teil des Wissens in Laboren nicht zwangsläufig zentral verfügbar ist. Informationen über Geräte, Prozesse oder bereits aufgetretene Probleme verteilen sich häufig auf Dokumentationen, Logbücher und die Erfahrung einzelner Mitarbeiter.

Wir haben gemeinsam über zwei Jahrzehnte in Laboren gearbeitet und wissen genau, wo es im Alltag klemmt.

Julian Weber, Co-Founder & CEO Be2Byte

LabThunder will dieses Wissen zentralisieren und unmittelbar nutzbar machen. Die Plattform richtet sich zunächst an analytische Dienstleistungslabore, Umwelt und Lebensmittelanalytik sowie klinische und akademische Labore.

107 Papier Logbücher ersetzt

Dass die Digitalisierung auch in vergleichsweise kleinen operativen Prozessen einen erheblichen Effekt haben kann, zeigt Be2Byte am Beispiel des Zentrallabors Witowski in Rheinhessen. Das nach ISO 17025 akkreditierte Analytiklabor hat LabThunder bereits eingeführt. Nach Angaben von Be2Byte konnte der Dokumentationsaufwand dort um mehr als 70 Prozent reduziert werden.

Gleichzeitig wurden 107 Papier Logbücher ersetzt. Der vollständige Rollout der Plattform dauerte demnach zehn Wochen. Neben der Zeitersparnis soll insbesondere die Qualität der Dokumentation profitieren. Informationen können strukturierter erfasst und Wissen langfristig im Unternehmen gehalten werden.

Gründerteam bringt Laborerfahrung mit

Ein Vorteil von Be2Byte könnte dabei die Nähe des Gründerteams zum späteren Anwender sein. CEO Julian Weber verfügt über 16 Jahre Erfahrung als Laborant, Servicetechniker und Account Manager und war unter anderem für Thermo Fisher Scientific und Shimadzu tätig.

Mitgründer Manuel Diaz verantwortet als CRO den Vertrieb und bringt einen Hintergrund in Biotechnologie und Life Sciences mit. CTO Robert Perez ergänzt das Team mit mehr als zehn Jahren Erfahrung in der Softwareentwicklung. Damit verbindet das Startup Branchenwissen mit Softwareentwicklung und Vertriebskompetenz.

Pharma soll der nächste große Schritt werden

Mit den 500.000 Euro will Be2Byte LabThunder nun zunächst stärker im DACH Markt etablieren und zusätzliche Module entwickeln.

Deutlich anspruchsvoller dürfte der für Ende 2027 geplante Eintritt in den regulierten Pharmamarkt werden. Gerade dort spielen Dokumentation, Compliance und Nachvollziehbarkeit eine zentrale Rolle. Gleichzeitig könnte genau das die Chance für Be2Byte sein.

Denn während KI derzeit in immer mehr Unternehmensbereiche Einzug hält, sind stark regulierte Branchen bei der Einführung neuer Technologien häufig zurückhaltender. Wer dort eine belastbare und regulatorisch geeignete Lösung etablieren kann, schafft entsprechend hohe Eintrittsbarrieren für Wettbewerber.

KI trifft auf einen erstaunlich analogen Markt

Be2Byte ist damit ein weiteres Beispiel dafür, dass interessante KI Geschäftsmodelle nicht zwangsläufig ein neues Foundation Model benötigen. Der wirtschaftliche Hebel kann vielmehr dort entstehen, wo KI auf bestehende, arbeitsintensive und bislang nur teilweise digitalisierte Prozesse trifft. Labore sind dafür ein interessantes Beispiel: Hochkomplexe technische Geräte treffen hier teilweise noch immer auf Papierdokumentation, manuelle Informationssuche und Wissen, das stark an einzelne Mitarbeiter gebunden ist.

Die 500.000 Euro Finanzierung ist für ein B2B SaaS Startup zunächst eine vergleichsweise überschaubare Runde. Umso entscheidender wird sein, ob das Unternehmen die bereits gezeigten Effizienzgewinne auf eine größere Zahl von Laboren übertragen kann und anschließend den Sprung in den deutlich stärker regulierten Pharmamarkt schafft.


Like it? Please spread the word:


Newsletter

Startups, Geschichten und Statistiken aus dem deutschen Startup-Ökosystem direkt in deinen Posteingang. Abonnieren mit 2 Klicks. Noice.

LinkedIn Connect

FYI: English edition available

Hello my friend, have you been stranded on the German edition of Startbase? At least your browser tells us, that you do not speak German - so maybe you would like to switch to the English edition instead?

Go to English edition

FYI: Deutsche Edition verfügbar

Hallo mein Freund, du befindest dich auf der Englischen Edition der Startbase und laut deinem Browser sprichst du eigentlich auch Deutsch. Magst du die Sprache wechseln?

Deutsche Edition öffnen

Ähnliche Beiträge