AMERIA sammelt weitere 10 Millionen Euro ein
Das Heidelberger DeepTech-Unternehmen AMERIA hat seine jüngste Finanzierungsrunde über das Business-Angel-Netzwerk Companisto mit mehr als 10 Millionen Euro abgeschlossen. Damit steigt das über mehrere Runden eingeworbene Kapital nach Angaben des Unternehmens auf insgesamt 60 Millionen Euro. Mehr als 4.000 private Investoren haben sich demnach mittlerweile an der Finanzierung beteiligt. Das Kapital fließt unter anderem in Technologien für Mensch-Maschine-Interaktion und lokale KI-Anwendungen.
Die jüngste Runde wurde am 18. September 2026 abgeschlossen. Für AMERIA ist sie Teil einer langfristigen Finanzierungsstrategie, die sich deutlich von klassischen Venture-Capital-Runden unterscheidet.
Mehr als 4.000 private Investoren
Statt einzelne institutionelle Venture-Capital-Fonds aufzunehmen, setzt AMERIA seit mehreren Jahren auf das Business-Angel-Netzwerk von Companisto.
Über die verschiedenen Finanzierungsrunden hinweg haben laut Mitteilung inzwischen mehr als 4.000 private Investoren insgesamt 60 Millionen Euro bereitgestellt. Companisto bezeichnet dies als die größte über ein Business-Angel-Netzwerk finanzierte DeepTech-Entwicklung im deutschsprachigen Raum.
Eine unabhängige Einordnung dieses Rekordanspruchs liefert die Mitteilung allerdings nicht.
Für Companisto hat die aktuelle Runde noch eine weitere Besonderheit: Sie ist nach Angaben des Netzwerks die erste eigene Finanzierung, bei der die im Juni 2026 angehobene EU-Prospektschwelle angewendet wurde.
Sony vertreibt gemeinsam entwickeltes 3D-Display
AMERIA wurde 2018 gegründet und konzentriert sich auf Technologien für die Mensch-Maschine-Interaktion. Das Unternehmen verfügt nach eigenen Angaben über 87 Patente und Patentanmeldungen.
Die Systeme sollen digitale Inhalte unter anderem über Gesten und Sprache steuerbar machen. Einen wichtigen kommerziellen Schritt hat das Unternehmen mit Sony vollzogen.
Seit Februar 2026 vertreibt Sony nach Angaben von AMERIA weltweit ein gemeinsam entwickeltes interaktives 3D-Display. Damit hat die Technologie des Heidelberger Unternehmens den Schritt in die internationale Vermarktung über einen etablierten Elektronikkonzern geschafft.
AMERIA-Gründer und CEO Albrecht Metter sieht darin einen wichtigen Meilenstein der bisherigen Entwicklung. Die langfristige Finanzierung über das bestehende Investorennetzwerk habe den Aufbau der Technologie und die Zusammenarbeit mit Sony ermöglicht.
MAVERICK AI soll KI lokal ausführen
Parallel arbeitet AMERIA an seiner Plattform MAVERICK AI. Dabei verbindet das Unternehmen seine Technologien zur Mensch-Maschine-Interaktion mit Künstlicher Intelligenz.
Ein wesentliches Merkmal ist die lokale Verarbeitung. Die KI soll direkt auf dem jeweiligen Gerät laufen und dadurch ohne permanenten Datenaustausch mit einer Cloud auskommen.
AMERIA positioniert den Ansatz insbesondere vor dem Hintergrund der europäischen Debatte um technologische Souveränität. Das Unternehmen argumentiert, dass europäische Schlüsseltechnologien nicht nur in Europa entwickelt, sondern auch mit europäischem Kapital finanziert werden sollten.
Die aktuelle Finanzierung soll die weitere Entwicklung entsprechender Technologien unterstützen.
Finanzierung abseits klassischer VC-Strukturen
Gerade die Struktur der Finanzierung macht AMERIA innerhalb der deutschen DeepTech-Landschaft ungewöhnlich.
Komplexe Hardware- und DeepTech-Entwicklungen benötigen häufig über viele Jahre hohe Kapitalbeträge. Üblicherweise spielen dabei institutionelle Venture-Capital- und Growth-Investoren eine zentrale Rolle.
AMERIA setzt dagegen auf mehrere aufeinanderfolgende Finanzierungsrunden mit privaten Investoren. Die aktuelle Runde von mehr als 10 Millionen Euro erhöht das insgesamt über diesen Weg eingesammelte Kapital auf 60 Millionen Euro.
Companisto sieht darin ein Beispiel dafür, dass Business Angels technologieorientierte Unternehmen auch über mehrere Entwicklungs- und Wachstumsphasen begleiten können.
60 Millionen Euro für den nächsten Entwicklungsschritt
Mit der neuen Finanzierung kann AMERIA seinen bisherigen Ansatz nun weiterverfolgen. Gleichzeitig verschiebt sich der Fokus zunehmend von der reinen Technologieentwicklung hin zur kommerziellen Skalierung.
Die Zusammenarbeit mit Sony liefert dafür einen wichtigen Referenzpunkt. Mit MAVERICK AI versucht das Unternehmen parallel, sich an der Schnittstelle von 3D-Interfaces, multimodaler Bedienung und lokal ausgeführter KI zu positionieren.
Nach insgesamt 60 Millionen Euro eingeworbenem Kapital dürfte für die weitere Entwicklung deshalb vor allem entscheidend sein, wie stark sich die Technologie über Partnerschaften wie jene mit Sony in größere Stückzahlen und wiederkehrende Umsätze übersetzen lässt.

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