Finanzierungsrunde

Pakajo holt sich 1,2 Millionen Euro

Das Logistik-Tech sichert sich seine zweite Finanzierung über das Companisto Business-Angel-Netzwerk. Das Kapital soll die internationale Expansion beschleunigen.
News von Marc Nemitz Marc Nemitz · Hamburg, 29. September 2026

Das Logistik-Tech-Unternehmen Pakajo hat eine Pre-Series-A2-Finanzierung mit einem Investmentvolumen von 1,2 Millionen Euro abgeschlossen. Das Kapital stammt aus dem Business-Angel-Netzwerk von Companisto, über das sich das Unternehmen bereits zum zweiten Mal finanziert. Mit dem frischen Kapital will Pakajo seine Versandplattform weiterentwickeln, den Vertrieb ausbauen und zusätzliche internationale Versandkorridore erschließen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Verbindung zwischen den USA und Europa.

Plattform für 250 Destinationen

Das in Norderstedt bei Hamburg ansässige Unternehmen entwickelt eine digitale Plattform für den Paketversand von E-Commerce-Händlern. Pakajo bündelt Preisvergleich, Versandabwicklung, Labelerstellung, Zollprozesse, Tracking und Retouren in einer Oberfläche. Nach Unternehmensangaben können Händler darüber Pakete in mehr als 250 Destinationen weltweit verschicken.

Mehr als 1.600 Geschäftskunden haben laut Pakajo bereits über 1,6 Millionen Pakete über die Plattform versendet. Insbesondere beim grenzüberschreitenden Versand will das Unternehmen Komplexität und Kosten reduzieren. Dafür kombiniert Pakajo eigene Transportstrecken mit nationalen Zustellpartnern. Eine eigene Customs Engine übernimmt Teile der Zollabwicklung.

Expansion über den Atlantik

Während der laufenden Finanzierungsrunde hat Pakajo sein Angebot bereits um mehrere Versandprodukte erweitert. Dazu gehört eine automatisiert gesteuerte Versandlösung für den deutschen Inlandsmarkt. Für die Schweiz bietet das Unternehmen mittlerweile einen vollständig verzollten Versandservice an.

Ein weiterer Schritt ist der Aufbau einer Route in die entgegengesetzte Richtung: Gemeinsam mit einem bestehenden Partner in den USA hat Pakajo erstmals Sendungen aus den Vereinigten Staaten nach Europa abgewickelt. Gerade transatlantische Verbindungen sieht das Unternehmen als wichtigen Wachstumsmarkt. Der internationale Versand ist für kleinere und mittelgroße Onlinehändler häufig mit höheren Kosten und zusätzlichen Zoll- und Prozessanforderungen verbunden.

Lokale Zusteller statt eigenes globales Netzwerk

Pakajo verbindet über die Plattform unterschiedliche lokale Logistikunternehmen und kombiniert deren Netze mit gebündelten internationalen Transporten. Neue Länder und Versandrouten sollen dadurch vergleichsweise flexibel in das bestehende System integriert werden können.

Investmentmanager Robin Gosh von Companisto sieht insbesondere in dieser Kombination aus lokalen Zustellnetzen, gebündelten Transporten und eigener Zolltechnologie das Differenzierungsmerkmal des Unternehmens. Damit hängt die Skalierbarkeit von Pakajo wesentlich davon ab, wie effizient weitere lokale Partner und internationale Korridore an die Plattform angebunden werden können.

Mehr KI für die Versandplattform

Ein Teil der 1,2 Millionen Euro soll deshalb direkt in die Weiterentwicklung der Software fließen. Pakajo plant insbesondere weitere Prozessautomatisierungen und einen Ausbau seiner KI-Anwendungen. Gleichzeitig soll das Kundendashboard stärker auf internationale Anforderungen ausgerichtet werden.

Die 1,2 Millionen Euro geben uns jetzt die Möglichkeit, dieses Tempo weiter zu erhöhen: mehr Länder, mehr lokale Versandpartner und eine noch leistungsfähigere Technologie.

Jörg Blümel, Gründer und CEO

Weitere Mittel sind für Sales und die Integration zusätzlicher lokaler Versanddienstleister vorgesehen.

Zweite Runde über Companisto

Für Pakajo ist es bereits die zweite Finanzierung über das Business-Angel-Netzwerk von Companisto. Nach Angaben der Investmentplattform gehören mittlerweile mehr als 6.550 Business Angels zum Netzwerk. Pakajo kann mit der Anschlussfinanzierung nun vor allem die internationale Skalierbarkeit seines Modells unter Beweis stellen.

Mit 1.600 Geschäftskunden und 1,6 Millionen abgewickelten Paketen verfügt das Unternehmen bereits über operative Nutzung. Der nächste Schritt besteht darin, aus einzelnen internationalen Verbindungen ein dichteres Netzwerk aufzubauen.

Die neue Route zwischen den USA und Europa dürfte dafür ein wichtiger Test sein. Denn gerade wenn Pakajo international wachsen will, muss das Unternehmen zeigen, dass sich sein Ansatz aus gebündelten Transporten, lokalen Zustellpartnern und eigener Zolltechnologie über unterschiedliche Märkte hinweg wirtschaftlich reproduzieren lässt.


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