froots erhält 2,25 Millionen Euro für weiteres Wachstum
Das Wiener WealthTech froots hat eine weitere Finanzierungsrunde über 2,25 Millionen Euro abgeschlossen. An der Runde beteiligen sich die meisten bestehenden Kapitalgeber, darunter der frühere Erste-Group-CEO Andreas Treichl und durchblicker.at-Gründer Reinhold Baudisch. Neu hinzu kommt unter anderem Paul Fattinger, ehemaliger CEO des Fahrradherstellers Woom. Das Kapital soll vor allem in die technische Plattform und den weiteren Markenaufbau fließen.
Rund 250 Millionen Euro verwaltetes Vermögen
froots wurde 2020 gegründet und beschäftigt mittlerweile mehr als 20 Mitarbeiter in Wien. Das Unternehmen bietet eine unabhängige Vermögensverwaltung, die Technologie mit individuellen Anlagestrategien und persönlicher Betreuung verbindet. Nach Angaben des Unternehmens werden derzeit rund 250 Millionen Euro an Kundenvermögen verwaltet.
Dabei positioniert sich froots als langfristiger Vermögensverwalter. Kunden geben bei Vertragsbeginn laut Unternehmen im Durchschnitt einen Anlagehorizont von 18 Jahren an. Diese Langfristigkeit will froots nicht nur auf Kundenseite abbilden, sondern auch bei der eigenen Finanzierung und im Gesellschafterkreis.
Paul Fattinger steigt als neuer Investor ein
Bei der aktuellen Runde setzt das Unternehmen deshalb erneut auf einen Mix aus bestehenden und neuen Investoren. Zu den bisherigen Kapitalgebern gehören unter anderem Andreas Treichl, heute Chairman der Erste Stiftung, und Reinhold Baudisch, Gründer der Vergleichsplattform durchblicker.at. Beide beteiligen sich erneut.
Mit Paul Fattinger gewinnt froots gleichzeitig einen neuen Investor. Fattinger war zuvor CEO des österreichischen Kinderfahrradherstellers Woom.
Wie sich die 2,25 Millionen Euro zwischen den einzelnen Investoren verteilen und zu welcher Bewertung die Runde durchgeführt wurde, gibt froots nicht bekannt.
Kleinere Finanzierungsrunden statt großer VC-Runde
Statt große Venture-Capital-Runden mit entsprechend hohen Wachstumserwartungen und einem möglichen späteren Exit aufzunehmen, will froots sein Wachstum über mehrere kleinere und individuell zugeschnittene Finanzierungsrunden finanzieren.
Das Unternehmen bezeichnet seine Kapitalgeber dabei als "Ever-green-Investoren".
Wir müssen niemandem in fünf Jahren einen Exit liefern. Das gibt uns die Freiheit, Entscheidungen für die nächsten zwanzig Jahre zu treffen.
David Mayer-Heinisch, CEO und Co-Founder froots
Damit versucht froots, die zeitlichen Interessen von Kunden, Unternehmen und Gesellschaftern stärker aneinander anzugleichen. Während Kunden ihr Vermögen über viele Jahre aufbauen, sollen auch die Investoren einen entsprechend langfristigen Anlagehorizont mitbringen.
Kapital fließt in Technologie und Marke
Das frische Kapital soll nun vor allem in zwei Bereiche investiert werden. Zum einen will froots seine technische Plattform weiterentwickeln. Technologie bildet neben persönlicher Betreuung einen zentralen Bestandteil des Angebots und soll eine individuell zugeschnittene Vermögensverwaltung ermöglichen.
Zum anderen soll ein Teil der Finanzierung in den weiteren Aufbau der Marke fließen. Konkrete Angaben zu neuen Produkten, geografischer Expansion oder geplanten Einstellungen macht das Unternehmen im Rahmen der Finanzierungsankündigung nicht.
Langfristiges Modell muss weiteres Wachstum ermöglichen
Sechs Jahre nach der Gründung befindet sich froots damit in einer anderen Situation als viele klassische Frühphasen-Startups. Mit rund 250 Millionen Euro verwaltetem Kundenvermögen und mehr als 20 Mitarbeitern hat das Unternehmen bereits eine operative Basis aufgebaut.
Gleichzeitig entscheidet sich froots bewusst gegen die typische Abfolge immer größerer VC-Runden. Stattdessen soll Kapital bedarfsgerecht von Investoren aufgenommen werden, die den langfristigen Kurs des Unternehmens mittragen. Für froots dürfte sich nun zeigen, wie weit sich dieser Ansatz mit weiterem Wachstum vereinbaren lässt. Die aktuelle Runde über 2,25 Millionen Euro fällt gemessen am bereits verwalteten Vermögen vergleichsweise kompakt aus. Genau das entspricht jedoch der Strategie des Unternehmens: Wachstum soll schrittweise finanziert werden, ohne frühzeitig einen festen Exit-Pfad vorzugeben.

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