Startupnews zum Wochenende KW 39/2026
Funding
Morgan Stanley investiert in Concular
Das Berliner Unternehmen Concular erhält ein Investment von Morgan Stanley Inclusive & Sustainable Ventures und wird in dessen Accelerator-Programm aufgenommen. Concular entwickelt eine Plattform für zirkuläres Bauen, mit der Baustoffe und -produkte erfasst, bewertet und für eine erneute Nutzung in den Materialkreislauf zurückgeführt werden können. Das Unternehmen will das Kapital für den Ausbau seines digitalen Angebots, zusätzliche regionale Logistikstrukturen und neue Partnerschaften mit öffentlichen Auftraggebern und großen Immobilienhaltern einsetzen. Nach eigenen Angaben war Concular das einzige deutsche Umwelt-Unternehmen, das für die aktuelle Kohorte ausgewählt wurde. Eine konkrete Höhe des Investments wurde nicht genannt.
ViferaXS sammelt 12 Millionen Euro ein
Das Tübinger Biotech ViferaXS hat eine Series-A-Finanzierung von bis zu zwölf Millionen Euro einschließlich Fördermitteln abgeschlossen. Angeführt wird die Runde von der Bundesagentur für Sprunginnovationen SPRIND und Huma, weitere private Investoren beteiligen sich. Das Kapital soll vor allem eine Phase-II-Studie des Wirkstoffkandidaten CLLTAXS01 zur Behandlung chronischer lymphatischer Leukämie finanzieren. Daneben treibt ViferaXS klinische Programme gegen akute myeloische Leukämie und fibrolamelläres Karzinom voran. Das Unternehmen entwickelt peptidbasierte Krebsimmuntherapien und will mit der Finanzierung zudem sein Team ausbauen und weitere präklinische Programme vorantreiben.
Metycle sichert sich Kreditlinie über 150 Millionen Dollar

Das Kölner Recyclingunternehmen Metycle hat sich eine Kreditlinie über 150 Millionen US-Dollar von Rivonia Road Capital gesichert. Die Finanzierung soll Transaktionen vom Einkauf bis zur Bezahlung durch den Abnehmer abdecken und Metycle ermöglichen, größere Mengen an recyceltem Kupfer und Aluminium zu handeln. Das Unternehmen verbindet Rohstoffhandel und physische Aufbereitung mit digitalen Systemen zur Rückverfolgbarkeit. In seinem ersten SmartSorting Hub im belgischen Maasmechelen setzt Metycle zudem KI-gestützte Sortierung und Spektroskopie ein, um Metallschrott für die Weiterverarbeitung aufzubereiten. Mit der neuen Finanzierung will das Unternehmen seine Liefermengen für Industriekunden und Schmelzwerke deutlich ausbauen.
Awards, Calls & Events
Zukunft.Gründen startet Accelerator für Climate Deep Tech
Das Nürtinger Venture Studio Zukunft.Gründen startet mit Orbit einen sechsmonatigen Accelerator für Climate-Deep-Tech-Startups in der Seed-Phase. Die erste Kohorte soll 15 Unternehmen aus Deutschland umfassen und sich auf Lösungen für die Energiewende und den Gebäudesektor konzentrieren. Im Mittelpunkt stehen die Kommerzialisierung sowie Kontakte zu Unternehmen, Investoren und Industriepartnern, um unter anderem Pilotprojekte und erste Kundenbeziehungen voranzutreiben. Das für Gründer kostenlose und zunächst equityfreie Programm beginnt am 16. November 2026 und endet im März 2027 mit einem Deal Day in Berlin. Orbit wird durch das Bundeswirtschaftsministerium und den Europäischen Sozialfonds Plus gefördert. Weitere Infos findet ihr bei Zukunft Gründen bei uns in der Datenbank.
Acht europäische Netzbetreiber suchen Startups gegen Netzengpässe

Die Grid Innovation Alliance hat ihren Open Call 2026 gestartet und sucht nach Lösungen, mit denen sich die Kapazität bestehender Stromnetze besser ausschöpfen lässt. Hinter der Initiative stehen die acht europäischen Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Amprion, Elia, RTE, Redeia, Swissgrid, TenneT und Terna. Startups, Technologieanbieter und Hochschulen können Konzepte zur Verringerung von Netzengpässen einreichen. Ausgewählte Teilnehmer erhalten die Möglichkeit, ihre Lösungen in einem Proof of Concept mit einem oder mehreren Netzbetreibern zu testen. Bewerbungen sind bis zum 9. Oktober möglich.
Mannheimer Existenzgründungspreis zeichnet fünf Unternehmen aus

Beim Mannheimer Existenzgründungspreis (MEXI) 2026 sind fünf Unternehmen als Sieger ihrer jeweiligen Kategorien ausgezeichnet worden. Den ersten Platz sicherten sich itsreal.media in der Kategorie Technologie, integria.AI bei Dienstleistungen, MELT-Ing im Bereich Impact, RaphRoxs in der Kategorie Textile sowie Docuply als bestes Scale-up. Insgesamt hatten sich mehr als 100 Unternehmen beworben, 15 davon erreichten das Finale im City Airport Mannheim. Die Gewinner der Kategorien Technologie, Dienstleistung, Impact und Scale Up erhielten jeweils 10.000 Euro. Auch der Textile-Sieger wurde mit einem Medienpreis im Wert von 10.000 Euro sowie weiteren 2.500 Euro Preisgeld und zusätzlichen Leistungen ausgezeichnet.
Ethikverband startet Preis für Abschlussarbeiten

Der Ethikverband der deutschen Wirtschaft vergibt erstmals den „Ethikpreis Wirtschaft & Technik“ für Bachelorarbeiten zu wirtschafts- und technikethischen Fragestellungen. Bewerben können sich Absolventen deutschsprachiger Hochschulen mit Arbeiten, die höchstens zwei Jahre alt und mindestens mit der Note 1,5 bewertet wurden. Eine fünfköpfige Jury aus Wissenschaft und Wirtschaft bewertet unter anderem wissenschaftliche Qualität, Praxisrelevanz und ethische Reflexion. Bewerbungen sind vom 1. November bis 15. Dezember 2026 möglich. Die besten Arbeiten werden mit Geldpreisen von bis zu 2.000 Euro ausgezeichnet. Künftig soll der jeweilige Erstplatzierte im Folgejahr selbst Teil der Jury werden.
naion.tech gewinnt HERHOOD Crown 2026

Das von Berinike Bräsel gegründete Startup naion.tech hat den Pitch-Wettbewerb HERHOOD Crown 2026 der BRYCK Startup Alliance gewonnen. Das Unternehmen setzte sich bei der HERHOOD Town in Essen gegen vier weitere Finalisten durch und erhält ein vom Initiativkreis Ruhr gestiftetes Preisgeld von 5.000 Euro. naion.tech entwickelt eine Beschichtungstechnologie für industrielle Membranen, mit der kritische Rohstoffe aus Abwasserströmen zurückgewonnen werden sollen. Ein eigenes KI-System soll dabei die Entwicklung geeigneter Membranen beschleunigen. An der Veranstaltung nahmen mehr als 250 Gründerinnen, Investoren sowie Vertreter aus Wirtschaft und Politik teil.
PARTS SUMMIT bringt After-Sales-Branche nach Frankfurt
MARKT-PILOT veranstaltet am 15. Oktober 2026 den PARTS SUMMIT erstmals in Frankfurt am Main. Die eintägige Konferenz richtet sich an Fach- und Führungskräfte aus Ersatzteilgeschäft, Pricing, Service und After Sales im europäischen Maschinenbau. Im Mittelpunkt stehen unter anderem steigender Preisdruck, veränderte Kostenstrukturen, Digitalisierung und datenbasiertes Pricing. Als Speaker sind Vertreter von CLAAS, VDMA, Siemens Energy, Mitsubishi Electric Europe und Terex angekündigt. Neben Vorträgen und Podiumsdiskussionen umfasst das Programm Praxis-Sessions und Networking. Veranstaltungsort ist das PALAIS in Frankfurt, die Konferenzsprache ist Englisch.
Kooperationen & Partnerschaften
UnternehmerTUM und NUSX verbinden München und Singapur

UnternehmerTUM und NUSX, die Entrepreneurship-Plattform der National University of Singapore, starten eine Partnerschaft für Deep-Tech-Gründungen. NUSX eröffnet dafür eine Außenstelle im Munich Urban Colab, über die Startups aus Singapur Zugang zu Industriepartnern, technischer Expertise und dem Münchner Innovationsökosystem erhalten sollen. Im Gegenzug plant UnternehmerTUM gemeinsam mit den TUM Venture Labs eine Präsenz in Singapur, um Münchner Startups den Zugang zum asiatischen Markt zu erleichtern. Ergänzt wird die Kooperation durch eine engere Zusammenarbeit bei Venture-Capital-Aktivitäten sowie gemeinsame Programme für Studierende und Gründer.
Mergers & Acquisitions
Boysen Gruppe übernimmt Mehrheit an Olmatic

Foto: Boysen/Kern
Die Boysen Gruppe übernimmt eine Mehrheitsbeteiligung am KI-Energieoptimierer Olmatic. Das 2016 gegründete Unternehmen entwickelt mit „visions“ eine KI-Plattform, die Energieflüsse in Industriebetrieben automatisiert steuert und unter anderem Strombeschaffung, Lastmanagement, Batteriespeicher und Eigenerzeugung optimiert. Mit Boysen als neuem Mehrheitseigentümer will Olmatic sein Geschäft ausbauen und die Technologie stärker in der Industrie etablieren. Im Zuge der Partnerschaft verlegt das derzeit 20 Mitarbeiter zählende Unternehmen seinen Sitz im Oktober von Stuttgart in das Boysen Innovationszentrum in Nagold. Olmatic soll innerhalb der Boysen Gruppe als eigenständiges Unternehmen weiterentwickelt werden.
Telix will Münchner Radiopharma-Unternehmen ITM übernehmen
Das australische Pharmaunternehmen Telix Pharmaceuticals plant die vollständige Übernahme der Münchner ITM Isotope Technologies Munich SE. Vereinbart wurde ein Kaufpreis von 1,65 Milliarden US-Dollar auf schulden- und bargeldfreier Basis; abhängig von Zulassungen und Umsatzzielen für den Therapiekandidaten ITM-11 können weitere Zahlungen von bis zu 700 Millionen Dollar hinzukommen. ITM produziert medizinische Radioisotope und erzielte 2025 einen Umsatz von 273 Millionen Dollar. Das Unternehmen verfügt zudem über eine eigene Pipeline für radiopharmazeutische Krebstherapien. Mit dem Zusammenschluss will Telix insbesondere seine Isotopenproduktion und therapeutische Entwicklung stärken. Die Transaktion soll bis Ende 2026 abgeschlossen werden und steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Telix-Aktionäre sowie regulatorischer Genehmigungen.
CVC steigt bei CDN77 ein
Der Finanzinvestor CVC beteiligt sich über seine Investmentplattform Strategic Opportunities als Minderheitsgesellschafter am tschechischen Internet-Infrastrukturunternehmen CDN77. Gründer Zdenek Cendra bleibt Mehrheitsgesellschafter und CEO des 2011 gegründeten Unternehmens. CDN77 betreibt ein globales Netzwerk mit mehr als 230 Standorten und einer Kapazität von 330 Terabit pro Sekunde und bedient unter anderem Video-, Gaming-, Software- und Medienplattformen. Mit CVC will das Unternehmen neben seinem Kerngeschäft Content Delivery insbesondere Infrastrukturangebote rund um Storage, Edge Computing sowie CPU- und GPU-Kapazitäten für KI-Anwendungen ausbauen. Finanzielle Details der Transaktion wurden nicht veröffentlicht; der Abschluss steht noch unter dem Vorbehalt regulatorischer Genehmigungen.
Main Capital Partners übernimmt Mehrheit an qbees
Der Software-Investor Main Capital Partners übernimmt eine Mehrheitsbeteiligung am deutschen IT-Dienstleister qbees. Das 2020 gegründete Unternehmen mit Sitz in Ohlstadt bietet Managed IT Services und Softwarelösungen für Banken, Börsen, FinTechs und weitere regulierte Finanzunternehmen. Zum Angebot gehören unter anderem der Betrieb geschäftskritischer Anwendungen und IT-Infrastrukturen, Softwareentwicklung und Technologieberatung. Gemeinsam mit Main will qbees in neue Produkte und Märkte investieren sowie das internationale Wachstum durch eine Buy-and-Build-Strategie vorantreiben. Das bestehende Management um CEO Michael Spindler soll das Unternehmen weiterführen. Finanzielle Details der Transaktion wurden nicht genannt.
CirQono übernimmt G&F Gertner & Fettback
Das DPE-Portfoliounternehmen CirQono übernimmt den Potsdamer Abbruch- und Recycling-Spezialisten G&F Gertner & Fettback. Mit der Akquisition baut die Unternehmensgruppe ihre Aktivitäten in Berlin-Brandenburg sowie ihre Kapazitäten für Rückbau, Schadstoffsanierung, Recycling und Entsorgung aus. G&F bringt zudem einen Recyclinghof in Glindow ein, dessen Entsorgungs- und Logistikkapazitäten künftig weiterentwickelt werden sollen. CirQono will über seine Kernmarke DARE damit verstärkt Leistungen von der Baufeldbereinigung über Baustellenlogistik bis zur Entsorgung aus einer Hand anbieten. Die Übernahme ist Teil einer Buy-and-Build-Strategie, mit der CirQono perspektivisch auch in weitere Regionen Deutschlands expandieren soll.
Weitere spannende Meldungen aus der Gründerlandschaft
Invertix zieht in den Fall Batch von Y Combinator ein

Das KI-Startup Invertix wurde in den Fall Batch 2026 von Y Combinator aufgenommen und verbringt das Programm derzeit in San Francisco. Das Unternehmen entwickelt KI-Agenten für Betreiber technischer Infrastruktur, die Informationen aus Betriebssystemen, technischen Dokumenten und Wartungsdaten zusammenführen und Arbeitsabläufe etwa bei der Fehleranalyse oder Vorbereitung von Außeneinsätzen unterstützen. Nach eigenen Angaben arbeitet Invertix bereits mit Unternehmen zusammen, die insgesamt mehr als 50 Gigawatt Energieanlagen betreiben. Neben dem bisherigen Schwerpunkt Energie sollen künftig auch Rechenzentren und Industrieanwendungen erschlossen werden. Invertix hat zudem seine Aktivitäten auf Großbritannien, die USA und Spanien ausgeweitet. Im Mai hatte das Startup eine Pre-Seed-Finanzierung über 1,7 Millionen Euro bekannt gegeben.
Wemolo bewirtschaftet europaweit 4.000 Parkflächen

Das Münchner ParkTech-Unternehmen Wemolo bewirtschaftet inzwischen 4.000 Parkflächen mit rund 370.000 Stellplätzen in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Polen und Italien. Nach eigenen Angaben hat das 2019 gegründete Unternehmen bislang knapp zwei Milliarden Parkvorgänge digital abgewickelt, aktuell kommen täglich rund 2,5 Millionen hinzu. Wemolo setzt auf kamerabasierte Kennzeichenerfassung und KI-gestützte Auswertung, um Parkberechtigungen, Bezahlvorgänge und Auslastungsdaten ohne Schranken oder Tickets zu verwalten. Zu den Kunden zählen Einzelhändler, Immobilienunternehmen, Kommunen und Kliniken. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 250 Mitarbeiter und will sein europäisches Standortportfolio weiter ausbauen.
ExoMatter testet Inverse Design für Materialentwicklung

Das Münchner Deep-Tech-Startup ExoMatter hat gemeinsam mit einem Industriekunden einen ersten Proof of Concept für Inverse Design abgeschlossen. Der Ansatz soll die klassische Materialsuche umkehren: Statt bestehende Materialien auf bestimmte Eigenschaften zu prüfen, werden Anforderungen etwa an Leistung, Kosten oder Nachhaltigkeit in technische Spezifikationen übersetzt und daraus geeignete Materialkandidaten ermittelt. Diese müssen anschließend im Labor validiert werden. ExoMatter will damit Entwicklungszeiten und den experimentellen Aufwand bei der Materialforschung reduzieren. Das 2022 als Spin-off des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt gegründete Unternehmen entwickelt eine Plattform für Materialentscheidungen und arbeitet unter anderem mit BSH, Infineon und Airbus zusammen.

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