Series-A

Green Voltis erhält 13,5 Millionen Euro für KI-gesteuerte Batteriespeicher und Rechenzentren

Das schwedische Startup Green Voltis optimiert Batteriespeicher mit KI und will seine Technologie künftig auch für Rechenzentren einsetzen.
News von Marc Nemitz Marc Nemitz · Stockholm, 05. November 2026

Das schwedische EnergyTech-Startup Green Voltis hat in einer Series-A-Finanzierungsrunde 13,5 Millionen Euro eingesammelt. Alleiniger Investor ist Lochpine Capital. Mit seiner KI-basierten Plattform optimiert das Unternehmen Batteriespeicher und den Stromhandel in Europa. Künftig will Green Voltis seine Technologie auch für die Energieversorgung von KI-Rechenzentren einsetzen und damit zwei stark wachsende Märkte miteinander verbinden.

Der Ausbau erneuerbarer Energien stellt Europas Stromnetze vor zunehmende Herausforderungen. Wind- und Solaranlagen produzieren abhängig von Wetterbedingungen, während der Strombedarf von Unternehmen und Haushalten kontinuierlich gedeckt werden muss. Batteriespeicher gewinnen deshalb an Bedeutung, um Schwankungen auszugleichen und Energie flexibel bereitzustellen.

Genau hier setzt das Stockholmer Startup Green Voltis an. Das Unternehmen entwickelt KI-gestützte Lösungen, mit denen Batteriespeicher und kombinierte Erneuerbare-Energien-Anlagen effizienter betrieben und am Strommarkt vermarktet werden können.

Für die weitere Expansion hat Green Voltis nun 13,5 Millionen Euro in einer Series-A-Finanzierungsrunde erhalten. Das gesamte Kapital stammt vom Investor Lochpine Capital.

Nach eigenen Angaben betreut das Unternehmen bereits Batteriespeicherkapazitäten von mehr als 1,2 Gigawattstunden, die vertraglich gebunden und in Betrieb sind. In zehn europäischen Ländern verfügt Green Voltis über Marktzugänge oder arbeitet an deren Aufbau.

KI optimiert Stromhandel und Batteriespeicher

Das Geschäftsmodell von Green Voltis geht über die reine Vermarktung gespeicherter Energie hinaus. Das Unternehmen begleitet Speicherprojekte von der Netzanbindung über die technische Inbetriebnahme bis zum automatisierten Handel an europäischen Strommärkten.

Dafür hat Green Voltis zwei eigene Technologien entwickelt. Das Energiemanagementsystem Chronos steuert Batteriespeicher und unterstützt die Einhaltung technischer Netzanforderungen. Ergänzt wird es durch Aether AI, einen KI-basierten Handelsagenten, der Strompreise prognostiziert und unterschiedliche Vermarktungsmöglichkeiten miteinander kombiniert.

Dabei berücksichtigt die Software unter anderem Day-Ahead-, Intraday- und Regelenergiemärkte. Statt die verfügbare Speicherkapazität ausschließlich für einen Markt einzusetzen, soll die KI verschiedene Erlösquellen gleichzeitig optimieren.

Gerade angesichts kurzfristiger Preisschwankungen gewinnt diese Fähigkeit an Bedeutung. Nach Unternehmensangaben erzielen die von Green Voltis verwalteten Anlagen regelmäßig bessere Ergebnisse als der unabhängige Branchenvergleichsindex von Clean Horizon.

Zusätzlich bietet das Startup verschiedene Vertragsmodelle an, darunter Umsatzbeteiligungen und garantierte Mindesterlöse. Diese sollen Betreibern helfen, ihre Einnahmen besser zu planen und die Finanzierung neuer Speicherprojekte zu erleichtern.

Vom Batteriespeicher zur Energieversorgung von KI-Rechenzentren

Mit dem frischen Kapital will Green Voltis ein weiteres Geschäftsfeld erschließen. Unter dem Namen „Power-to-Compute“ plant das Unternehmen, seine Technologien auf die Energieversorgung von Rechenzentren zu übertragen.

Hintergrund ist der stark steigende Strombedarf durch künstliche Intelligenz. Besonders große Rechenzentren benötigen erhebliche Energiemengen, während neue Netzanschlüsse in europäischen Ballungsräumen teilweise mehrere Jahre dauern können.

Green Voltis will Rechenzentren deshalb als flexible Energieverbraucher in das Stromsystem integrieren. Die vorhandene Technologie zur Steuerung von Batteriespeichern soll dabei helfen, Strombedarf und Netzkapazitäten besser aufeinander abzustimmen.

Für dieses Geschäftsfeld verfügt das Unternehmen nach eigenen Angaben bereits über eine Projektpipeline mit rund 120 Megawatt an erschlossenen beziehungsweise für die Stromversorgung vorgesehenen Flächen in Skandinavien. Die Entwicklung soll gemeinsam mit Rechenzentrumsbetreibern erfolgen.

Die Finanzierung wird außerdem genutzt, um die beiden Technologieplattformen Aether AI und Chronos weiterzuentwickeln und die Präsenz in wichtigen europäischen Märkten auszubauen.

Für Mitgründer und CEO Martin Kievit liegt die Zukunft des Unternehmens an der Schnittstelle zwischen Energieversorgung und künstlicher Intelligenz. Die Technologie, mit der Batteriespeicher gesteuert werden, könne künftig auch den Energiebedarf großer Rechenzentren koordinieren.

Ob sich dieses Modell im größeren Maßstab durchsetzt, muss sich noch zeigen. Green Voltis positioniert sich damit jedoch in einem Markt, in dem zwei zentrale Entwicklungen zusammentreffen: der Ausbau flexibler Strominfrastruktur und der wachsende Energiebedarf der KI-Industrie.


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