Heidi erhält 340 Millionen Dollar für KI im Gesundheitswesen
Das HealthTech-Scaleup Heidi erhält insgesamt 340 Millionen US-Dollar an frischem Kapital für den weiteren Ausbau seiner KI-Plattform für medizinisches Fachpersonal. Davon entfallen 100 Millionen Dollar auf eine Series-C-Finanzierungsrunde unter Führung von Blackbird. Weitere 240 Millionen Dollar stellt der Customer Value Fund von General Catalyst als Wachstumsfinanzierung bereit. Die Series C bewertet Heidi mit 900 Millionen Dollar. Das Unternehmen will mit dem Kapital international expandieren, seine Präsenz in der DACH-Region ausbauen und verstärkt in regulatorische und klinische Voraussetzungen für den europäischen Markt investieren.
100 Millionen Dollar Eigenkapital plus Wachstumsfinanzierung
An der Series C beteiligen sich neben Blackbird bestehende Investoren wie Phoenix Court, die Investmentgesellschaft hinter LocalGlobe, Latitude und Solar Funds, Point72 Private Investments und Headline. Zusammen mit der zusätzlichen Finanzierung von General Catalyst stehen Heidi aus der Transaktion 340 Millionen Dollar zur Verfügung. Insgesamt hat das Unternehmen nach eigenen Angaben bislang 436,6 Millionen Dollar von Investoren eingesammelt.
Heidi wurde im australischen Melbourne gegründet und entwickelt einen sogenannten "AI Care Partner", der medizinisches Fachpersonal während des klinischen Arbeitstags unterstützen soll.
Von der Dokumentation zum klinischen Workflow
Gestartet ist Heidi insbesondere mit KI-gestützter Dokumentation medizinischer Gespräche. Mittlerweile versucht das Unternehmen, über klassische Scribe-Funktionen hinauszugehen.
Die Plattform soll administrative Aufgaben übernehmen, klinisches Wissen bereitstellen und sich zunehmend mit elektronischen Patientenaktensystemen verbinden. Mit "Evidenz" bietet Heidi beispielsweise eine Funktion an, die kontextbezogene medizinische Informationen am Point of Care bereitstellen soll. Seit dem Start im März 2026 wurden darüber nach Unternehmensangaben fast acht Millionen Anfragen bearbeitet.
Hinzu kommen eine Diktierfunktion sowie mit „Remote“ ein eigenes tragbares Hardwaregerät.
Für Transkription und die Erstellung medizinischer Notizen setzt Heidi nach eigenen Angaben inzwischen nahezu vollständig auf eigene KI-Modelle statt ausschließlich auf externe Frontier-Modelle.
2,8 Millionen Patientenkontakte pro Woche
Das Unternehmen weist mittlerweile eine erhebliche internationale Nutzung aus. Heidi zufolge wird die Plattform bei rund 2,8 Millionen Patientenkontakten pro Woche eingesetzt und ist in 190 Ländern sowie 110 Sprachen verfügbar.
Insgesamt sei die Technologie bereits bei mehr als 175 Millionen Patientenkontakten zum Einsatz gekommen und habe medizinisches Fachpersonal bei mehr als 67 Millionen klinischen Arbeitsstunden unterstützt.
Auch wirtschaftlich ist das Unternehmen schnell gewachsen. Der jährlich wiederkehrende Umsatz (ARR) stieg nach Unternehmensangaben seit dem Verkaufsstart vor zwei Jahren von einer Million auf 50 Millionen US-Dollar im April 2026.
DACH-Team soll verdoppelt werden
Einen Teil des Kapitals will Heidi gezielt in Deutschland, Österreich und der Schweiz investieren. Seit dem Markteintritt im Zuge der Series B sei die Zahl der monatlich aktiven Nutzer in der DACH-Region bis August 2026 um 205 Prozent gestiegen. In diesem Zeitraum verzeichnete das Unternehmen mehr als 600.000 Interaktionen mit Patienten.
Nun soll die Mitarbeiterzahl in der Region verdoppelt werden. Insbesondere in Deutschland plant Heidi den Aufbau eines lokalen Führungsteams.
Zu den Kunden in der Region zählt bereits das Swiss Medical Network. International kommt die Plattform unter anderem in Einrichtungen in Australien und Neuseeland zum Einsatz. In Großbritannien wurde Heidi nach eigenen Angaben zudem als alleiniger Anbieter für NHS England Midlands bei einer groß angelegten Beschaffung klinischer KI-Dokumentation ausgewählt.
Regulierung wird zum Faktor
Mit zunehmender Integration in klinische Arbeitsabläufe steigen allerdings auch die Anforderungen an Sicherheit, Validierung und Regulierung. Heidi will deshalb einen Teil der Finanzierung in regulatorische Verfahren für fortgeschrittene klinische Funktionen in Europa und Großbritannien investieren. Klinische Entscheidungen sollen weiterhin beim medizinischen Fachpersonal liegen.
Damit steht Heidi vor dem nächsten Entwicklungsschritt: Aus einem schnell wachsenden KI-Scribe soll eine umfassendere Infrastruktur für klinische Arbeitsabläufe werden. Die 340 Millionen Dollar verschaffen dem Unternehmen dafür erheblichen finanziellen Spielraum. Entscheidend wird jedoch sein, ob sich die versprochene Entlastung auch bei komplexeren klinischen Funktionen nachweisbar mit den hohen Anforderungen an Datenschutz, Sicherheit und medizinische Qualität verbinden lässt.

Newsletter
Startups, Geschichten und Statistiken aus dem deutschen Startup-Ökosystem direkt in deinen Posteingang. Abonnieren mit 2 Klicks. Noice.
LinkedIn ConnectFYI: English edition available
Hello my friend, have you been stranded on the German edition of Startbase? At least your browser tells us, that you do not speak German - so maybe you would like to switch to the English edition instead?
FYI: Deutsche Edition verfügbar
Hallo mein Freund, du befindest dich auf der Englischen Edition der Startbase und laut deinem Browser sprichst du eigentlich auch Deutsch. Magst du die Sprache wechseln?