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mika erhält 6 Millionen Euro für KI-native Buchhaltung

Smedvig Ventures führt die Seed-Runde des Berliner FinTechs an. Auch bekannte Gründer und die bestehenden Investoren Keen Venture Partners und Dutch Founders Fund investieren.
News von Marc Nemitz Marc Nemitz · Berlin, 23. September 2026

Das Berliner FinTech mika hat sechs Millionen Euro in einer Seed-Finanzierungsrunde eingesammelt. Angeführt wird die Runde vom europäischen Investor Smedvig Ventures. Außerdem beteiligen sich Wecken & Cie., die studiVZ-Mitgründer Dennis Bemmann und Michael Brehm, limango-Gründer Johannes Ditterich sowie Martina Pfeifer von encourageventures. Die Bestandsinvestoren Keen Venture Partners und Dutch Founders Fund erhöhen ihre Beteiligungen. Das Kapital soll in das weitere Wachstum und die Entwicklung des KI-Systems fließen.

KI-native Alternative zum Steuerbüro

mika will nicht lediglich bestehende Prozesse von Steuerkanzleien digitalisieren. Stattdessen baut das Startup Buchhaltung und steuerliche Prozesse für kleine Unternehmen von Grund auf rund um künstliche Intelligenz auf. Das Angebot richtet sich insbesondere an kleine GmbHs und UGs. Für diese übernimmt mika unter anderem die laufende Buchhaltung, Umsatzsteuervoranmeldungen, Jahresabschlüsse und Steuererklärungen.

Das Herzstück bildet ein KI-natives Hauptbuch. Je nach Aufgabe kommen unterschiedliche KI-Modelle zum Einsatz, die mit selbst entwickelten Regeln und Fachwissen kombiniert werden. Die Software verarbeitet Belege und Zahlungen, nimmt Zuordnungen und Buchungen vor und soll Nutzern zugleich erklären können, was die jeweiligen Vorgänge für ihr Unternehmen bedeuten.

Menschen bleiben Teil des Systems

Vollständig auf menschliche Expertise verzichtet mika dabei nicht. Ausgebildete Buchhalter im Unternehmen überprüfen Ergebnisse und übernehmen Fälle, bei denen zusätzliche menschliche Bearbeitung erforderlich ist. Eine individuelle Steuerberatung gehört bislang nicht zum Angebot. Für entsprechende Fragestellungen arbeitet mika mit zugelassenen Steuerberatern aus einem Partnernetzwerk zusammen.

Darüber hinaus setzt das Unternehmen auf einen KI-Chat. Nutzer können beispielsweise Schreiben des Finanzamts hochladen und sich deren Inhalt sowie notwendige nächste Schritte erklären lassen. Auch Fragen zu den eigenen Unternehmenszahlen sollen sich direkt über mika stellen lassen. Über das Model Context Protocol (MCP) können Daten zudem in KI-Assistenten wie ChatGPT oder Claude eingebunden werden.

Mehr als 750 Unternehmen nutzen mika

Das Unternehmen kann bereits eine deutliche kommerzielle Traktion vorweisen. Zu Jahresbeginn nutzten rund 400 GmbHs und UGs das Angebot, mittlerweile sind es nach Unternehmensangaben mehr als 750. Gestartet ist mika vor allem bei digital arbeitenden Dienstleistern wie Agenturen und Beratungen. Mittlerweile kommen Kunden aus Bereichen wie SaaS, Immobilien und E-Commerce hinzu. Zuletzt habe das Startup auch Unternehmen aus Einzelhandel und Handwerk gewonnen.

Der Umsatz wächst laut mika seit mehreren Monaten um mehr als 20 Prozent pro Monat. Im Juli 2026 überschritt das Unternehmen die Marke von einer Million Euro Jahresumsatz.

Smedvig Ventures führt Seed-Runde an

Mit Smedvig Ventures gewinnt mika einen neuen Lead-Investor. Der Londoner VC investiert europaweit in B2B-Technologieunternehmen in der Seed- und Series-A-Phase.

Hinter mika stehen CEO Agnieszka Walorska, CFO Luke Linnekuhle und CTO Henry Müssemann. Linnekuhle war zuvor am Aufbau des Finanzbereichs von Oceansapart beteiligt. Müssemann arbeitete als Head of Engineering beim Softwareunternehmen Freezingdata, das später verkauft wurde.

SaaS für Buchhaltung und Steuern

mika positioniert sich damit in einer wachsenden Kategorie KI-nativer Dienstleistungsunternehmen. Statt Software bereitzustellen, mit der Menschen bestehende Dienstleistungen effizienter erledigen, soll die Technologie zunehmend Teile der Dienstleistung selbst übernehmen.

Gerade der deutsche Steuer- und Buchhaltungsmarkt bietet dafür aufgrund seiner Komplexität ein interessantes, aber anspruchsvolles Umfeld. Gleichzeitig muss mika zeigen, dass sich die Kombination aus KI-Automatisierung und menschlicher Kontrolle auch bei steigender Kundenzahl zuverlässig skalieren lässt. Die bisherigen Wachstumszahlen liefern dafür erste Anhaltspunkte. Mit den zusätzlichen sechs Millionen Euro kann mika nun versuchen, aus der KI-Buchhaltung für kleine Kapitalgesellschaften eine breiter skalierbare Alternative zu klassischen Strukturen aufzubauen.


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