Exobiosphere erhält eine Million Euro staatliche Förderung für Space-Biotech-Plattform
Das Luxemburger Space-Biotech Exobiosphere sichert sich eine Million Euro an nicht verwässernder Finanzierung. Die Förderung kommt über das Programm Jeune Entreprise Innovante (JEI) des luxemburgischen Wirtschaftsministeriums. Das Kapital soll vor allem in die kommerzielle Expansion, den Ausbau des Teams sowie die Skalierung der unternehmenseigenen Plattform für automatisierte biomedizinische Experimente unter Mikrogravitation fließen.
Für Exobiosphere bedeutet die Förderung vor allem eines: Das Unternehmen erhält zusätzliches Wachstumskapital, ohne dafür weitere Unternehmensanteile abgeben zu müssen.
Eine Million Euro ohne Verwässerung
Die JEI-Förderung richtet sich an junge, forschungsintensive Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Voraussetzung für die Unterstützung ist unter anderem ein Innovationszertifikat von Luxinnovation. Das Programm kann bis zu 70 Prozent des geschätzten Finanzierungsbedarfs eines Unternehmens über einen Zeitraum von maximal drei Jahren kofinanzieren. Die Obergrenze liegt bei einer Million Euro. Damit schöpft Exobiosphere den maximal möglichen Förderbetrag aus.
Die staatliche Unterstützung soll dabei privates Kapital nicht ersetzen. Vielmehr richtet sich das Instrument insbesondere an innovative Unternehmen, die bereits privates Kapital eingeworben haben und anschließend den Übergang in die nächste Wachstumsphase finanzieren müssen.
Exobiosphere will kommerzielle Expansion beschleunigen
Mit den zusätzlichen Mitteln will das Unternehmen seine operativen Strukturen stärken und insbesondere seine internationalen Business-Development- und Marketingaktivitäten ausbauen. Gleichzeitig soll die eigene Orbital-High-Throughput-Screening-Plattform weiter skaliert werden. Exobiosphere nutzt Mikrogravitation als besondere Forschungsumgebung für die Medikamentenentwicklung und biomedizinische Forschung.
Nach Angaben des Unternehmens kann die Plattform mehr als 2.000 automatisierte Experimente innerhalb einer Mission durchführen. Zielgruppe sind Pharma- und Biotechunternehmen sowie Forschungseinrichtungen, die Mikrogravitation für ihre Wirkstoffforschung nutzen wollen.
Diese Förderung kommt genau zum richtigen Zeitpunkt und macht für ein Unternehmen in unserer Phase einen echten Unterschied.
Kyle Acierno, CEO und Co-Founder Exobiosphere
Sie ermögliche Exobiosphere, die kommerziellen Aktivitäten auszubauen, das Team zu stärken und die Technologie mehr Pharma- und Biotechpartnern weltweit zugänglich zu machen.
Von der Forschung in den kommerziellen Markt
Die Förderung folgt auf mehrere Finanzierungs- und Wachstumsmeilensteine bei Exobiosphere. Erst kürzlich wurde das Unternehmen für die siebte Ausgabe des CASSINI Business Accelerator ausgewählt. Das sechsmonatige europäische Programm bietet unter anderem Business-Coaching, Investorenzugang und Unterstützung bei der internationalen Expansion. Bei erfolgreichem Abschluss erhält Exobiosphere zusätzlich einen eigenkapitalfreien Voucher über 75.000 Euro.
Zuvor hatte das Unternehmen bereits einen Auftrag der European Space Agency über 200.000 Euro erhalten. Hinzu kommen das 1,4 Millionen Euro schwere Forschungsprojekt Gravity-AI gemeinsam mit dem Luxembourg Centre for Systems Biomedicine sowie ein Investment über eine Million US-Dollar, das Exobiosphere beim Startup-Wettbewerb „Meet the Drapers“ gewinnen konnte. Damit entsteht inzwischen ein Finanzierungsmix aus privatem Beteiligungskapital, Forschungsprojekten, öffentlichen Aufträgen und nicht verwässernden Fördermitteln.
Luxemburg finanziert den nächsten Wachstumsschritt
Gerade für Deep-Tech- und Biotechunternehmen kann eine solche Finanzierung entscheidend sein. Lange Entwicklungszyklen und hohe Forschungsaufwendungen sorgen dafür, dass Unternehmen häufig erhebliche Summen investieren müssen, bevor sich Technologien kommerziell skalieren lassen. Nicht verwässernde Förderungen sind deshalb besonders attraktiv. Sie verlängern den finanziellen Spielraum, ohne dass Gründer und bestehende Investoren dafür zusätzliche Unternehmensanteile abgeben müssen.
Für Exobiosphere verschiebt sich der Fokus dabei zunehmend von der technologischen Entwicklung hin zur Kommerzialisierung. Die Millionenförderung soll ausdrücklich nicht nur in Forschung und Produktentwicklung fließen, sondern auch in Vertrieb, Marketing, operative Strukturen und die internationale Expansion. Damit wird die entscheidende Frage der kommenden Monate sein, wie gut es Exobiosphere gelingt, die wissenschaftliche und technologische Aufmerksamkeit rund um Forschung unter Mikrogravitation in ein skalierbares Geschäft mit Pharma- und Biotechunternehmen zu übersetzen.

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