Bund startet 330-Millionen-Euro-Wettbewerb für neue Hightech-Standorte
Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) startet den Wettbewerb für die sogenannten Hightech Spaces. Bis zu vier Regionen in Deutschland sollen zu international sichtbaren Zentren für Zukunftstechnologien ausgebaut werden. Dafür stellt der Bund insgesamt bis zu 330 Millionen Euro zur Verfügung. Voraussetzung sind allerdings erhebliche zusätzliche Investitionen von Unternehmen und öffentlichen Partnern.
Die Hightech Spaces sind Teil der Hightech Agenda Deutschland und sollen Forschung, Startups, etablierte Industrie, Hochschulen und öffentliche Akteure regional enger miteinander verzahnen. Interessierte Konsortien können bis zum 10. November 2026 ihr Interesse am Wettbewerb bekunden. Die vollständigen Strategien müssen bis zum 19. Februar 2027 eingereicht werden.
Bis zu vier Hightech Spaces in Deutschland
Mit dem Programm setzt die Bundesregierung bewusst auf regionale Innovationsökosysteme. Statt neue Strukturen vollständig von Grund auf aufzubauen, sollen die Hightech Spaces dort entstehen, wo bereits besondere wissenschaftliche und industrielle Kompetenzen vorhanden sind.
Diese Stärken sollen gebündelt und weiterentwickelt werden. Unternehmen, Startups, Hochschulen und Forschungseinrichtungen sollen gemeinsam Technologien entwickeln, erproben und schneller in kommerzielle Anwendungen überführen.
Gleichzeitig sollen Länder und Kommunen eingebunden werden, um bessere Rahmenbedingungen für Innovationen vor Ort zu schaffen. Dazu gehört ausdrücklich auch die Frage, wie Verfahren vereinfacht und regulatorische oder administrative Hindernisse abgebaut werden können. Erfolgreiche Ansätze sollen anschließend als Vorbild für andere Regionen Deutschlands dienen.
330 Millionen Euro treffen auf zusätzliches privates Kapital
Für die Hightech Spaces stellt das BMFTR bis zu 330 Millionen Euro bereit. Die Bundesförderung allein reicht für eine erfolgreiche Bewerbung allerdings nicht aus.
Das Programm setzt ausdrücklich ein strategisches Engagement privater Akteure sowie der Länder und weiterer Verwaltungsebenen voraus. Über die gesamte Laufzeit sollen private Partner, gegebenenfalls gemeinsam mit den Ländern, die Fördersumme des Bundes durch eigene Investitionen mindestens verdoppeln. Gefragt sind regionale Konsortien, die neben wissenschaftlicher Exzellenz auch Unternehmen und Kapital für ihre Strategie mobilisieren können.
Forschung soll schneller zu Unternehmen und Produkten werden
Ein Kernproblem des deutschen Innovationssystems ist nicht zwangsläufig das Fehlen guter Forschung. Schwieriger gestaltet sich häufig der Transfer aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen in marktfähige Produkte und Unternehmen.
Genau an dieser Schnittstelle sollen die Hightech Spaces ansetzen. Wissenschaft und Wirtschaft sollen räumlich und organisatorisch enger zusammenarbeiten, um Technologien schneller zu testen, Ausgründungen zu ermöglichen und neue Geschäftsmodelle in den Markt zu bringen.
Für Startups könnten dadurch regionale Ökosysteme entstehen, die Forschungsinfrastruktur, Industriepartner und öffentliche Akteure miteinander verbinden. Insbesondere für kapital- und forschungsintensive Deep-Tech-Unternehmen kann ein solcher Zugang entscheidend sein.
Wettbewerb läuft bis Februar 2027
Die Auswahl erfolgt in einem mehrstufigen Verfahren. Interessierte Konsortien müssen zunächst bis zum 10. November 2026 ihr Interesse an einer Teilnahme erklären.
Anschließend bleibt bis zum 19. Februar 2027 Zeit, eine gemeinsame Strategie einzureichen. Eine unabhängige Jury soll die Konzepte begutachten. Die Entscheidung über die bis zu vier Gewinner ist für das zweite Quartal 2027 vorgesehen.
Die ausgewählten Hightech Spaces sollen anschließend von 2027 bis 2031 bei der Umsetzung ihrer Strategien unterstützt werden.
Wettbewerb der Regionen um die besten Hightech-Ökosysteme
Mit den Hightech Spaces setzt die Bundesregierung damit nicht nur einen weiteren Fördertopf auf, sondern ruft zugleich einen Wettbewerb zwischen Deutschlands Innovationsregionen aus.
Entscheidend dürfte sein, welche Standorte bereits heute eine überzeugende Kombination aus Spitzenforschung, Startups, Industrie, Kapital und politischer Unterstützung vorweisen können. Denn die Verpflichtung zu erheblichen zusätzlichen Investitionen sorgt dafür, dass eine wissenschaftlich überzeugende Bewerbung allein nicht ausreichen dürfte.
Die spannende Frage wird deshalb sein, welche Regionen es schaffen, ihre vorhandenen Einzelstärken tatsächlich zu einem gemeinsamen Ökosystem zusammenzuführen. Bei bis zu 330 Millionen Euro Bundesmitteln und mindestens ebenso hohen ergänzenden Investitionen geht es dabei um erhebliche Summen und langfristig auch darum, wo in Deutschland neue Zentren für Deep Tech und industrielle Innovation entstehen.

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