Wettbewerb

Eine Million Euro für neue Tourismusprojekte im ländlichen Raum

Bis zu 100.000 Euro pro Projekt: Mit NaturMomente sollen neue touristische Konzepte in ländlichen Regionen Deutschlands entstehen. Bewerbungen sind bis zum 9. September möglich.
News von Marc Nemitz Marc Nemitz · Berlin, 31. August 2026

Airbnb und der Deutsche Tourismusverband (DTV) starten mit „NaturMomente“ einen bundesweiten Projektwettbewerb für den ländlichen Tourismus. Insgesamt stellen die Partner eine Million Euro für neue Projekte zur Verfügung. Einzelne Vorhaben können mit bis zu 100.000 Euro unterstützt werden. Bewerbungen sind noch bis zum 9. September 2026 möglich.

Gesucht werden Konzepte, die Tourismus mit regionaler Wertschöpfung, Natur- und Umweltschutz oder der Stärkung lokaler Gemeinschaften verbinden. Die Schirmherrschaft übernimmt Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer.

Bis zu 100.000 Euro pro Projekt

Mit NaturMomente reagieren Airbnb und der Deutsche Tourismusverband auf die Nachfrage nach Reisen in ländliche Regionen Deutschlands. Gleichzeitig soll der Wettbewerb touristische Entwicklung dort unterstützen, wo bislang noch Potenzial für zusätzliche Angebote besteht.

Insgesamt steht dafür eine Million Euro zur Verfügung. Ausgewählte Projekte erhalten jeweils 25.000, 50.000 oder 100.000 Euro. Die Bekanntgabe der Gewinner ist für Mitte bis Ende Oktober vorgesehen.

Bewerben können sich unter anderem Kommunen, Tourismusorganisationen, Nationalparke, Naturparke und Biosphärenreservate, kleine und mittlere Unternehmen, landwirtschaftliche Betriebe, Vereine, lokale Initiativen sowie Kultur- und Denkmalorganisationen und Privatpersonen.

Voraussetzung ist, dass das Projekt in einem ländlichen Raum in Deutschland umgesetzt wird und einen Bezug zur Natur besitzt. Im Fokus stehen insbesondere dünner besiedelte Regionen mit touristischem Entwicklungspotenzial.

Von Landwirtschaft bis Naturschutz

Der Wettbewerb umfasst vier Kategorien. Im Bereich "Kultur und Tradition im ländlichen Raum" werden beispielsweise neue Nutzungskonzepte für historische oder leer stehende Gebäude, regionale Kulturprogramme sowie Projekte rund um traditionelles Handwerk gesucht.

Die zweite Kategorie konzentriert sich auf gemeinschaftsgetragene Tourismusprojekte. Dabei können beispielsweise lokale Initiativen oder Gastgeber neue Angebote entwickeln, die zusätzliche Reiseanlässe schaffen und die Bevölkerung vor Ort einbeziehen.

Unter „Regionale Landwirtschaft“ fallen Projekte, die Tourismus mit Landwirtschaft, Gastronomie und regionaler Produktion verbinden. Dazu können Urlaub auf dem Bauernhof, Hofläden, Ernteerlebnisse, kulinarische Routen oder Kooperationen zwischen Produzenten, Gastronomie und Tourismus gehören.

Die vierte Kategorie widmet sich dem aktiven Natur- und Umweltschutz. Gesucht werden unter anderem Angebote rund um Biodiversität, Wälder und Gewässer, Umweltbildung sowie touristische Infrastruktur, die Naturerlebnisse mit ökologischen Anforderungen verbindet.

Wirtschaftliche Tragfähigkeit gehört zu den Voraussetzungen

Gefördert werden vor allem Projektideen, die bislang noch nicht umgesetzt wurden. Erste Planungen, Vorarbeiten oder bereits eingeholte Genehmigungen sind jedoch möglich. Auch Erweiterungen bestehender Angebote können eingereicht werden.

Entscheidend ist ein Projektkonzept, aus dem sowohl die Machbarkeit als auch die wirtschaftliche Tragfähigkeit hervorgehen. Letztere muss über einen Finanzplan dargestellt werden.

Damit zielt NaturMomente nicht ausschließlich auf klassische Nachhaltigkeitsprojekte. Die Vorhaben sollen auch einen messbaren touristischen und wirtschaftlichen Mehrwert für Betriebe und Regionen schaffen.

Jury bewertet sieben zentrale Kriterien

Über die Auswahl entscheidet eine unabhängige Fachjury. Ihr gehören Vertreter aus Tourismusforschung, Politik, Landwirtschaft, Tourismuswirtschaft und Airbnb an. Zu den Mitgliedern zählen unter anderem Prof. Dr. Julian Reif vom Deutschen Institut für Tourismusforschung, DTV-Geschäftsführer Norbert Kunz und Airbnb-Managerin Kathrin Anselm.

Bewertet werden die Bewerbungen anhand von sieben Bereichen: Umwelt und Natur, Qualität, Wirtschaft, lokale Gemeinschaft, Gemeinwohl, Innovation und Übertragbarkeit.

Damit spielt neben der konkreten Wirkung vor Ort auch die Frage eine Rolle, ob ein Konzept als Vorbild für andere ländliche Regionen Deutschlands dienen kann.

Tourismus als Wirtschaftsfaktor für den ländlichen Raum

Hinter dem Wettbewerb steht damit auch eine wirtschaftspolitische Frage: Wie können ländliche Regionen stärker von der touristischen Nachfrage profitieren, ohne Natur, regionale Identität und lokale Interessen aus dem Blick zu verlieren?

Gerade Konzepte, die Landwirtschaft, regionale Produkte, bestehende Gebäude oder Naturangebote mit neuen touristischen Geschäftsmodellen verbinden, können zusätzliche Wertschöpfung vor Ort schaffen. Interessant dürfte deshalb sein, welche Projekte sich am Ende nicht nur durch innovative Ideen auszeichnen, sondern auch wirtschaftlich dauerhaft ohne Fördermittel tragen können.

Bewerbungen für NaturMomente können bis zum 9. September 2026 um 16 Uhr eingereicht werden.


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