Rekord

TUM: 115 Ausgründungen und Presidential Award für OroraTech

Der TUM Presidential Entrepreneurship Award geht an das Raumfahrt-Startup OroraTech für seine satellitengestützte Waldbranderkennung. Daneben schafften es auch DeepDrive und Lio Technologies ins Finale des renommierten Entrepreneurship-Preises.
News von Marc Nemitz Marc Nemitz · München, 29. Juni 2026

Die Technische Universität München (TUM) hat im Jahr 2025 einen neuen Rekord bei Unternehmensgründungen aufgestellt. Insgesamt entstanden 115 Startups aus dem Umfeld der Universität. Das sind so viele wie nie zuvor. Ein Höhepunkt des diesjährigen TUM Entrepreneurship Day war die Verleihung des TUM Presidential Entrepreneurship Award an das Münchner Raumfahrtunternehmen OroraTech, das mit seinem satellitengestützten Frühwarnsystem für Waldbrände internationale Aufmerksamkeit erlangt hat.

Gründungsdynamik auf Rekordniveau

Die Gründungsaktivitäten an der TUM bleiben ungebrochen. Neben den 115 Ausgründungen erreichte auch die Zahl der Erstberatungen durch die universitätseigene Gründungsberatung mit rund 500 einen neuen Höchststand. Besonders erfolgreich war die TUM zudem bei den EXIST-Gründungsstipendien des Bundeswirtschaftsministeriums: Insgesamt 32 Förderzusagen gingen an Gründungsteams der Münchner Universität. Damit sind die Münchner bundesweit führend auf diesem Gebiet.

Der diesjährige TUM Entrepreneurship Day brachte rund 1.500 Besucherinnen und Besucher zusammen. Mehr als 40 Startups präsentierten ihre Technologien und Geschäftsmodelle, während internationale Expertinnen und Experten über neue Wege des Wissenstransfers aus der Forschung in die Wirtschaft diskutierten.

OroraTech gewinnt mit satellitengestützter Waldbranderkennung

Den mit 10.000 Euro dotierten TUM Presidential Entrepreneurship Award erhielt in diesem Jahr das Münchner SpaceTech-Unternehmen OroraTech. Das 2018 gegründete Unternehmen entwickelt ein satellitenbasiertes Frühwarnsystem zur Erkennung von Waldbränden.

Bereits 19 eigene Kleinsatelliten befinden sich im Orbit und überwachen mithilfe hochauflösender Infrarotkameras die Erdoberfläche. Im Gegensatz zu klassischen Wettersatelliten können die Systeme von OroraTech bereits Brände in der Größenordnung eines einzelnen Fahrzeugs erkennen und jeden Punkt der Erde mehrmals täglich erfassen. Die gewonnenen Daten unterstützen unter anderem Zivilschutzbehörden und Forstunternehmen dabei, Waldbrände frühzeitig zu identifizieren und schneller zu bekämpfen.

Die Wurzeln des Unternehmens reichen direkt an die TUM zurück. Drei der vier Gründer lernten sich während ihres Studiums kennen und entwickelten ihre ersten Technologien in der studentischen Forschungsgruppe WARR MOVE.

DeepDrive: Effizientere Elektromotoren für die Mobilitätswende

Als einer der Finalisten wurde das Münchner DeepTech-Unternehmen DeepDrive ausgezeichnet. Das Startup entwickelt neuartige Elektromotoren mit Doppelrotor-Technologie, die höhere Effizienz und geringeren Materialeinsatz versprechen.

Die Technologie könnte dazu beitragen, Reichweiten von Elektrofahrzeugen zu erhöhen und gleichzeitig deren Produktionskosten zu senken. Die Gründer fanden sich ursprünglich im TUfast Racing Team zusammen, wo Studierende Rennfahrzeuge für internationale Formula-Student-Wettbewerbe entwickeln.

Lio Technologies automatisiert den Unternehmenseinkauf mit KI-Agenten

Ebenfalls im Finale stand Lio Technologies. Das Startup entwickelt KI-Agenten, die Beschaffungsprozesse in Unternehmen weitgehend automatisieren sollen. Von der Lieferantensuche über Ausschreibungen bis hin zu Preisverhandlungen und Rechnungsbearbeitung übernehmen die Systeme zahlreiche Aufgaben eigenständig.

Das Unternehmen adressiert damit einen Bereich, der in vielen Unternehmen noch immer stark manuell geprägt ist und erhebliches Automatisierungspotenzial bietet.

TUM baut ihre Position als führende Gründeruniversität aus

Die Rekordzahlen unterstreichen die Rolle der Technischen Universität München als eines der wichtigsten europäischen Innovations- und Gründungsökosysteme. Mit Initiativen wie UnternehmerTUM, den Venture Labs und umfangreichen Förderprogrammen gelingt es der Universität seit Jahren, Forschungsergebnisse erfolgreich in marktfähige Unternehmen zu überführen.

Die diesjährigen Preisträger und Finalisten zeigen dabei die gesamte Bandbreite universitärer Ausgründungen – von Raumfahrt über Mobilität bis hin zu Künstlicher Intelligenz.


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