Startupnews zum Wochenenede KW 9/26

High-Tech-Startups gefördert & Fusionsenergie geplant. Braunschweigs QIMP Incubator unterstützt junge Unternehmen mit bis zu 300.000 €, während Bayern den ersten kommerziellen Stellarator vorbereitet. Und ISPTech hebt dank einer Runde mit neuem Sprit ab.
News von Marc Nemitz Marc Nemitz · Stuttgart, 27. Februar 2026

Funding

ISPTech erhält 5,5 Mio. Euro Seed-Finanzierung für neue Satellitenantriebe

Das Raumfahrtunternehmen ISPTech mit Sitz in Stuttgart hat eine Seed-Finanzierung über 5,5 Mio. Euro abgeschlossen, um die Entwicklung und Produktion seiner Antriebssysteme für agile Manöver im Orbit auszubauen. Die Runde wurde von Join Capital angeführt, beteiligt sind zudem unter anderem High-Tech Gründerfonds und das Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Mit den Mitteln will das Unternehmen Fertigung und Testinfrastruktur erweitern sowie umweltfreundlichere Alternativen zu bislang üblichen, teils toxischen Treibstoffen zur Marktreife bringen, um der steigenden Nachfrage nach flexibler und kosteneffizienter Mobilität im All gerecht zu werden.

Custom Surgical hat eine Pre-Series-A-Finanzierung über 3,5 Mio. Euro abgeschlossen

Das Münchner Medtech-Unternehmen Custom Surgical hat eine Pre-Series-A-Finanzierung über 3,5 Mio. Euro abgeschlossen, angeführt von Ventech unter Beteiligung der ZEISS Group. Mit dem Kapital will Custom Surgical seine hardwareunabhängigen Lösungen zur Digitalisierung und Standardisierung ophthalmologischer Arbeitsabläufe weiterentwickeln und international ausbauen. Die Technologie ermöglicht es, bestehende Geräte wie Spaltlampen und Operationsmikroskope nachzurüsten, Bild- und Videodaten strukturiert zu erfassen und klinische Prozesse digital zu vernetzen – als Grundlage für künftig KI-gestützte Diagnostik- und Entscheidungsunterstützungssysteme.

QIMP Incubator fördert High-Tech-Startups mit bis zu 300.000 Euro

QIMP High-Tech Incubator in Braunschweig. Bis zum 15. März läuft die Bewerbungsphase für die zweite Runde. (c) Braunschweig Zukunft GmbH/Philipp Ziebart

Die Braunschweig Zukunft GmbH startet die zweite Runde ihres QIMP High-Tech Incubators und sucht wachstumsorientierte Startups aus Quantentechnologien, IT, Mobilität und Produktion. Das gemeinsam mit der Technische Universität Braunschweig und der Physikalisch-Technische Bundesanstalt initiierte Programm bietet Coaching, Zugang zu Forschungsinfrastruktur sowie Fördermittel von bis zu 300.000 Euro pro Unternehmen, um die kritische Skalierungsphase („Valley of Death“) zu überbrücken. Finanziert wird die Initiative durch das Land Niedersachsen und EU-Mittel. Bewerbungen sind bis 15. März 2026 möglich, Voraussetzung ist unter anderem ein Standort in Braunschweig bzw. die Bereitschaft zur Ansiedlung.

Vuala erhält 1,8 Millionen Euro Pre-Seed

Das Technologie-Startup Vuala hat eine Pre-Seed-Finanzierung in Höhe von 1,8 Millionen Euro unter Führung von FoodLabs abgeschlossen, um seine Plug-and-Play-Infrastruktur zur automatisierten Verarbeitung von Lebensmittelabfällen zu skalieren. Kern der Lösung ist ein sogenannter "künstlicher Magen", der Abfälle direkt vor Ort trennt, aufbereitet und in einen energiereichen Rohstoff umwandelt, wodurch manuelle Arbeit, Transportaufwand und Emissionen reduziert werden sollen. Das aus der Forschung der University of Cambridge hervorgegangene Unternehmen sieht sich als Technologieplattform für eine wachsende Abfallwirtschaft und testet seine Systeme bereits in großvolumigen Umgebungen wie London Heathrow Airport sowie bei Industriepartnern wie Amazon, Compass Group und Costa Coffee.

Awards & Events

Female Future Festival 2026 startet in München und Stuttgart

Das Female Future Festival 2026 setzt unter dem Motto The Power of Connection auf persönliche Begegnungen und Networking für Frauen. Am 7. Mai 2026 verwandelt sich das Werksviertel Mitte in München in einen Ort für Austausch und Inspiration: Rund 1.000 Teilnehmer sowie über 50 Speaker, gestalten etwa 35 Keynotes und Panels, ergänzt durch Masterclasses und neue Connecting-Formate. Bereits am 16. April 2026 lädt ein kompaktes Meet-Up in Stuttgart mit rund acht Speaker, darunter Api Schönauer und Ravi Walia, zu intensiven Gesprächen und Networking ein. Die Gründerinnen Verena Eugster und Patricia Zupan-Eugster betonen die Bedeutung echter Verbindungen für berufliches Wachstum, unternehmerische Entwicklung und persönliche Stärke.

Mergers & Acquisitions und Partnerschaften

Allianz plant erstes kommerzielles Fusionskraftwerk in Bayern

Francesco Sciortino, Dr. Markus Krebber, Prof. Dr. Sibylle Günter, Dr. Markus Söder, Markus Blume und Hubert Aiwanger anlässlich der Pressekonferenz zum Projekt „Fusionsdemonstrator Alpha“ und zum Memorandum of Understanding zwischen RWE, Proxima Fusion, dem Max-Planck-Institut für Plasmaphysik und dem Freistaat Bayern. | (c) Flo Huber im Auftrag von Proxima Fusion

Proxima Fusion, der Freistaat Bayern, die Max-Planck-Gesellschaft und RWE haben ein Memorandum of Understanding unterzeichnet, um gemeinsam den Weg zum ersten kommerziellen Stellarator-Fusionskraftwerk Europas zu ebnen. Geplant ist zunächst der Bau des Demonstrationsreaktors „Alpha“ am Forschungsstandort Garching, gefolgt vom Kraftwerk „Stellaris“, das am ehemaligen Kernkraftwerksstandort Gundremmingen entstehen soll. Die Partner wollen Forschung, Industrie-Know-how und öffentliche sowie private Finanzierung bündeln, um die Kommerzialisierung der Fusionsenergie zu beschleunigen, neue industrielle Wertschöpfungsketten aufzubauen und langfristig eine saubere, grundlastfähige Energiequelle für Europa zu etablieren.

No Dig Alliance hat Suomen Putkisto Palvelu übernommen

No Dig Alliance baut ihre Wasserinfrastruktur-Plattform durch die Übernahme des finnischen Sanierungsspezialisten Suomen Putkisto Palvelu weiter aus und stärkt damit ihre Präsenz sowie technische Kompetenz im Bereich grabenloser Instandsetzung von Leitungen und Schächten. Die Transaktion ist Teil einer Buy-and-Build-Strategie zur Konsolidierung eines stark fragmentierten Marktes und zielt darauf ab, Wasserverluste, Energieverbrauch und emissionsintensive Tiefbauarbeiten zu reduzieren, während europäische Versorger angesichts klimabedingter Belastungen verstärkt in die Modernisierung ihrer Netze investieren. Laut Milena Torciano erweitert der Zukauf das technische Know-how der Plattform erheblich, während Patrik Larsson die stärkere Marktposition in Finnland hervorhebt; auch Juha Boman sieht in der Integration die Chance, nachhaltige Lösungen für eine leistungsfähigere Wasserinfrastruktur schneller voranzutreiben.

Personalien

HAT.tec ernennt Rafael Koch zum Chief Customer Officer

HAT.tec ernennt Rafael Koch

Das Münchner Softwareunternehmen HAT.tec hat Rafael Koch zum Chief Customer Officer (CCO) berufen, um Kundenanforderungen, Produktentwicklung und Auslieferung enger zu verzahnen und Innovationszyklen zu beschleunigen. Die neu geschaffene Rolle bündelt den direkten Austausch mit Anwendern wie Piloten und Operatoren und soll sicherstellen, dass Lösungen konsequent an realen Einsatzbedürfnissen ausgerichtet werden. Koch ist seit 2023 im Unternehmen tätig, zuletzt als Chief of Staff, und bringt Erfahrung aus dem KI-Startup Operations1 sowie aus Projekten mit Airbus Helicopters und Ferchau Aviation mit. Laut Mitgründer und Co-CEO Fabian Schmitt stärkt die neue Position den konsequent nutzerzentrierten Ansatz des Unternehmens und überträgt dessen Wachstumsstrategie in eine stärker integrierte Organisationsstruktur.

b2venture gewinnt Dr. Friederike Hoffmann als Partnerin

b2venture hat Dr. Friederike Hoffmann als neue Partnerin berufen. In dieser Rolle wird sie die Angel-Community stärken, das Direct-Investment-Team unterstützen und als Schnittstelle zwischen Startups, Corporates und LP-Netzwerken agieren. Dr. Hoffmann bringt über 15 Jahre Managementerfahrung aus großen B2B-Tech-Unternehmen sowie umfassende Governance-Expertise mit und soll die Präsenz von b2venture in den europäischen Innovations- und Kapitalmärkten weiter ausbauen.

Weitere spannende Meldungen

Everdrone präsentiert neue Rettungsdrohne für schnellere Notfalleinsätze

Everdrone

Das schwedische Healthtech-Unternehmen Everdrone AB bringt mit der E3 eine weiterentwickelte Drohne auf den Markt, die medizinische Notfallausrüstung wie Defibrillatoren in unter drei Minuten zum Einsatzort transportieren kann. Die Drohne wurde vollständig intern entwickelt, ist für den nordischen Klimaeinsatz geeignet, fliegt schneller und weiter als das Vorgängermodell und trägt bis zu 4,5 kg. Sie soll zunächst die bestehenden Drohnen in der Västra Götaland Region ersetzen und dient als Ergänzung zum Rettungsdienst, um die Reaktionszeiten bei medizinischen Notfällen zu verkürzen.

Gründer-Hochschule startet Master "Innovation Design"

CODE University of Applied Sciences Management

Die CODE University of Applied Sciences erweitert ihr Studienangebot und bietet ab Herbst 2026 am Standort Berlin den neuen Masterstudiengang Innovation Design (M.A.) an. Das Programm verbindet Design, Technologie und Wirtschaft und fokussiert sich auf die Entwicklung digitaler Produkte und Services – von der Analyse von Nutzerbedürfnissen bis zur Umsetzung und Bewertung innovativer Lösungen, etwa in Mobilität, KI-gestützten Anwendungen oder neuen industriellen Prozessen. Je nach Umfang (60, 90 oder 120 ECTS) können Studierende Schwerpunkte wie Artificial Intelligence, Entrepreneurship oder Technology wählen; flexible Zeitmodelle ermöglichen ein Studium in Voll- oder Teilzeit über zwei bis acht Semester, auch berufsbegleitend. Ziel ist die Qualifizierung für Rollen in Innovationsmanagement, Service Design und digitaler Produktentwicklung. "Design ist für uns der direkte Weg, um Technologie für Menschen wertvoll zu machen", erklärt Kanzler Reimar Müller-Thum.

Vyoma liefert ESA Beobachtungsdaten zu kleinen Weltraumobjekten

Flamingo-1 Satellit von Vyoma während der Testkampagne am Boden. | (c) Vyoma

Das Münchner Startup Vyoma hat von der Europäischen Weltraumagentur (ESA) den Auftrag erhalten, Daten seines Flamingo-1-Satelliten zur statistischen Modellierung kleiner Weltraumobjekte zu liefern. Die Daten sollen das MASTER-Modell der ESA verbessern und damit die Überwachung erdnaher Objekte erleichtern, Risiken für Satelliten reduzieren und eine nachhaltige Nutzung des Weltraums unterstützen. Vyoma plant, zwischen 2026 und 2029 weitere Satelliten zu starten, um die Beobachtungslatenz zu verringern und die Weltraumüberwachung auszubauen.

addressable value bringt KI-gestütztes Value Engineering in den SaaS-Mittelstand

Das Berliner Startup addressable value GmbH, gegründet von den ehemaligen Signavio-Managern Steven Lewandowski und Stefan Krumnow, entwickelt eine KI-basierte Plattform für Customer Value Management, mit der insbesondere kleinere und wachsende B2B-SaaS-Unternehmen den wirtschaftlichen Nutzen ihrer Lösungen systematisch messen und kommunizieren können. Ziel ist es, etablierte Value-Engineering-Methoden erstmals skalierbar zugänglich zu machen, um Umsatzpotenziale besser auszuschöpfen und Kundenbindung zu erhöhen. Finanziert wird das Vorhaben durch eine Angel-Runde unter Beteiligung aller Signavio-Gründer sowie unterstützt durch Branchenexperten, unter anderem aus dem Umfeld der ZF Group.

wavebird geht live

Team Wavebird

Das Startup wavebird präsentiert mit der sogenannten "Compute Sponsoring Infrastructure" (CSI) ein Modell, bei dem Werbung direkt an die während KI-Anfragen benötigte Rechenleistung gekoppelt wird. Ziel ist es, die steigenden Betriebskosten generativer KI durch Sponsoring zu finanzieren, ohne Nutzer mit Paywalls oder Unterbrechungen zu belasten. Anzeigen werden während der Verarbeitungszeit einer Anfrage eingeblendet, konkurrieren nicht mit den Inhalten der KI-Ausgabe und sollen so eine messbare, planbare und skalierbare Finanzierungsquelle schaffen. Das System umfasst laut Unternehmen eine prüfbare Abrechnung, manipulationssichere Protokollierung sowie Schnittstellen zur Integration und wird bereits in einer eigenen Chat-Anwendung demonstriert, die kostenfreien Zugang zu KI-Modellen ermöglichen soll.


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