Lasertechnologie

Fusion Bionic sichert sich Millionenfinanzierung für globale Expansion

Fusion Bionic sammelt 8,2 Millionen Euro ein und bringt bioinspirierte Lasertechnologie in die industrielle Massenfertigung
News von Marc Nemitz Marc Nemitz · Dresden, 29. Juni 2026

Das Dresdner Hightech-Unternehmen Fusion Bionic hat sich eine Gesamtfinanzierung von 8,2 Millionen Euro gesichert. Das Kapital soll den Ausbau der firmeneigenen Lasertechnologie für die industrielle Massenfertigung beschleunigen. Ziel ist es, funktionale Oberflächen nach dem Vorbild der Natur in großem Maßstab für Branchen wie Photovoltaik, Halbleiterindustrie und Consumer Electronics verfügbar zu machen.

5,8 Millionen Euro frisches Kapital für den nächsten Wachstumsschritt

Den Kern der Finanzierung bildet eine erfolgreich abgeschlossene Seed-Runde über 5,8 Millionen Euro. Beteiligt sind Stream Capital, der Technologiegründerfonds Sachsen (TGFS) sowie die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Sachsen (MBG).

Zusätzlich fließen weitere 2,4 Millionen Euro aus zwei industriellen Großprojekten in die Entwicklung und Umsetzung praxisnaher Maschinenlösungen. Damit stehen Fusion Bionic insgesamt 8,2 Millionen Euro für die nächste Wachstumsphase zur Verfügung.

Natur als Vorbild für funktionale Oberflächen

Fusion Bionic entwickelt Oberflächenstrukturen, die sich an natürlichen Vorbildern wie Lotusblättern, Haifischhaut oder Mottenaugen orientieren. Mithilfe der eigens weiterentwickelten Technologie der Direkten Laserinterferenzstrukturierung (Direct Laser Interference Patterning, DLIP) werden Mikro- und Nanostrukturen direkt in Materialien eingebracht.

Dadurch entstehen Oberflächen mit speziellen Eigenschaften wie Selbstreinigung, reduzierter Reibung, optimierter Lichtaufnahme oder verbesserter Wärmeleitung. Die Technologie soll künftig unter anderem bei Solarglas, Mikrochips und Konsumgütern zum Einsatz kommen.

Vom Technologieanbieter zum Maschinenbauer

Mit der aktuellen Finanzierung vollzieht Fusion Bionic den Schritt von der Komponentenentwicklung hin zu kompletten industriellen Systemlösungen. Während hochpräzise Oberflächenstrukturierungen bislang häufig auf Forschungslabore beschränkt waren, will das Unternehmen die Technologie nun in Produktionsumgebungen etablieren. Dazu entwickelt Fusion Bionic schlüsselfertige Maschinenlösungen inklusive Prozesssteuerung und integrierter Qualitätssicherung.

Bereits heute arbeitet das Unternehmen mit Kunden in Asien zusammen, insbesondere im Bereich Consumer Electronics. Unterstützt wird die Expansion durch die Partnerschaft mit dem japanischen Unternehmen MOL Solutions.

Für uns ist das ein wichtiger Schritt in Richtung industrieller Massenmärkte.Mit dem Investment schaffen wir die Grundlage, unsere Technologie konsequent in Anwendungen wie Halbleitertechnologien und großflächige Photovoltaik zu überführen.

Dr. Tim Kunze, CEO Fusion Bionic

Investoren sehen großes Potenzial in globalen Märkten

Auch die Investoren betonen die industrielle Relevanz der Technologie. Raymond Chen, Chairman of the Board von Stream Capital, bezeichnet Fusion Bionic als Beispiel für die nächste Generation der Lasertechnologie. Besonders in der Halbleiterindustrie eröffne die Technologie neue Lösungsansätze für Herausforderungen, bei denen klassische Verfahren an ihre Grenzen stoßen.

Paul Eppinger vom TGFS hebt hervor, dass Fusion Bionic bereits zahlreiche internationale Industrieunternehmen überzeugen konnte. Die aktuelle Finanzierungsrunde soll den Weg zu einem Maschinenbau-Champion aus Sachsen ebnen.

Solarenergie und Photovoltaik unterm Brennglas

Ein besonderer Schwerpunkt der kommenden Entwicklungsphase liegt auf dem Solarmarkt. Fusion Bionic plant den Aufbau einer Pilotlinie zur laserbasierten Anti-Soiling-Funktionalisierung von Solarglas. Dabei sollen Oberflächen entstehen, die Verschmutzungen reduzieren und damit Wartungskosten senken.

Parallel entwickelt das Unternehmen neuartige Anti-Glare-Technologien für Photovoltaikanwendungen. Diese sollen Blendwirkungen minimieren und gleichzeitig die Lichtdurchlässigkeit erhöhen. Dadurch könnten Solaranlagen effizienter arbeiten und höhere Energieerträge erzielen.

Nachhaltige Technologie für globale Märkte

Mit seinem Ansatz verbindet Fusion Bionic Nachhaltigkeit und industrielle Skalierbarkeit. Die bioinspirierten Oberflächen kommen ohne zusätzliche Beschichtungen und chemische Prozesse aus und könnten künftig in zahlreichen Industrien neue Standards setzen. Die frische Finanzierung markiert für das Dresdner Startup einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg von der Forschung in die globale Serienfertigung.


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