LegalTech

LawX erhält 7,5 Millionen Euro Seed-Finanzierung für KI-gestützte Kanzlei-Software

Das Berliner LegalTech automatisiert operative Prozesse in Kanzleien und Notariaten. Bereits über 1 Mio. Euro wiederkehrender Umsatz seit dem Launch im November 2025.
News von Marc Nemitz Marc Nemitz · Berlin, 18. Mai 2026

Das Berliner LegalTech LawX hat eine Seed-Finanzierungsrunde über 7,5 Millionen Euro abgeschlossen. Die Runde wurde von Motive Partners angeführt. Weitere Investoren sind unter anderem WENVEST Capital, xdeck sowie SIVentures. Zusätzlich beteiligten sich mehrere Angel-Investoren aus der Tech- und Legal-Branche. Insgesamt hat LawX damit bislang mehr als sieben Millionen Euro Kapital aufgenommen.

Kanzleien kämpfen mit veralteten Prozessen

Hintergrund des Geschäftsmodells ist der zunehmende Druck auf Kanzleien und Notariate. Während die Nachfrage nach juristischer Beratung steigt, fehlen vielerorts qualifizierte Fachkräfte für administrative Tätigkeiten. Nach Einschätzung von LawX entfällt rund die Hälfte der täglichen Arbeit in Kanzleien auf operative und organisatorische Aufgaben. Dies geschieht häufig auf Basis veralteter Softwaresysteme und manueller Abläufe.

Als internationaler Investor mit starkem Fokus auf Finanztechnologie sehen wir enormes Potenzial in vertikalen Technologie-Lösungen, die mittels KI komplexe, regulierte Märkte neu strukturieren

Michael Hock, Partner, Venture bei Motive Partners

Besonders zeitaufwendig seien unter anderem Aktenanlage, Dokumentenverwaltung, Kontakt- und Kalendermanagement sowie Abrechnungsprozesse.

KI soll das juristische Backoffice automatisieren

Während viele aktuelle KI-Lösungen im LegalTech-Bereich vor allem juristische Recherche oder Texterstellung unterstützen, konzentriert sich LawX auf die operative Infrastruktur von Kanzleien.

Die Plattform bündelt zentrale Prozesse wie Aktenführung, Workflow-Management, Dokumentenverarbeitung, Kalenderorganisation und Abrechnung in einem KI-gestützten System. Wiederkehrende administrative Aufgaben sollen dadurch automatisiert und Teams entlastet werden. CEO Norman Koschmieder sieht den Rechtsmarkt bereits in einer strukturellen Krise, da viele Prozesse weiterhin manuell organisiert seien und gleichzeitig personelle Ressourcen fehlten.

Wir bauen die technologische Infrastruktur, um diese Prozesse erstmals durchgängig zu automatisieren und damit die Arbeitsfähigkeit von Kanzleien langfristig zu sichern.

Dr. Norman Koschmieder, Gründer und CEO LawX

Gegründet wurde LawX von einem Team mit Erfahrung aus Wirtschaftskanzleien wie Hengeler Mueller und McDermott Will & Schulte sowie der Berliner Startup-Szene. Das Unternehmen positioniert sich als Anbieter eines ganzheitlichen Betriebssystems für Kanzleien und Notariate und will damit einen neuen Standard für juristische Software etablieren.

Bereits mehr als eine Million Euro wiederkehrender Umsatz

Nach Angaben des Startups arbeitet LawX bereits mit mehreren namhaften Kanzleien und Notariaten zusammen. Seit dem Produktlaunch im November 2025 habe das Unternehmen zudem über eine Million Euro an vertraglich gesicherten wiederkehrenden Umsätzen aufgebaut.

Die Investoren sehen insbesondere Potenzial in KI-gestützten vertikalen Softwarelösungen für regulierte Märkte. Gleichzeitig wird der Bedarf an modernen, lokal angepassten Technologien für den europäischen Rechtsmarkt als zentraler Wachstumstreiber genannt.

Mit der Finanzierung will LawX seine Plattform weiterentwickeln und seine Position im europäischen LegalTech-Markt ausbauen. Dabei setzt das Startup auf die These, dass die Digitalisierung juristischer Arbeit künftig nicht nur die inhaltliche Arbeit von Anwälten betreffen wird, sondern vor allem die operative Organisation von Kanzleien und Notariaten. Aus Sicht der Startbaseredaktion können wir verraten, dass LawX mit dieser Meinung nicht alleine ist und sich in einem sehr kompetitiven Marktumfeld bewegt.


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