Konferenz

10 Jahre Q-Summit: Was passiert, wenn Studierende ihre  eigene Startup-Konferenz gründen? 

Eine Startup-Konferenz ohne festes Team und das seit zehn Jahren: Der Q-Summit zeigt, wie Studierende in Mannheim jedes Jahr aufs Neue eine der spannendsten studentischen Gründungskonferenzen auf die Beine stellen.
Portrait von Gründungsmagnet Gründungsmagnet · Mannheim, 09. August 2026

Als im vergangenen April die letzten Gäste den Q-Summit an der Universität Mannheim verließen, hatte das  nächste Team bereits mit der Planung der kommenden Konferenz begonnen. Wer eine der Positionen übernimmt, hat sie sich erarbeitet: Ein Jahr zuvor gehörten die künftigen Teamleiter*innen selbst zum  Organisationsteam, lernten die Konferenz von innen kennen und bewarben sich anschließend für mehr  Verantwortung. Ein Jahr später empfangen sie über 1.500 Menschen, koordinieren mehr als 100  Partnerunternehmen und verantworten ein Programm mit mehr als 30 Sprecher*innen. Seit 2026 wird das  Programm erstmals um einen Live-Podcast auf der Main Stage ergänzt. Für ein Programm dieser  Größenordnung beschäftigen andere Konferenzen ein festes Eventbüro. Der Q-Summit wird stattdessen jedes  Jahr komplett von einem neuen studentischen Team organisiert. 

Wie aus einer Idee eine Konferenz entstand 

Vor zehn Jahren stellten sich zwei Studierende der Betriebswirtschaftslehre an der Universität Mannheim eine  einfache Frage: Wie können ambitionierte Kommiliton*innen mit Investor*innen, Gründer*innen und  Unternehmen in Kontakt kommen, wenn es an ihrer Universität dafür keine etablierte Plattform gibt? Sie  warteten nicht auf eine Antwort von außen. Gemeinsam mit rund 25 weiteren Studierenden bauten sie eine  Konferenz auf, von der Finanzierung bis zum Programm komplett in Eigenregie. 

Aus dieser ersten Ausgabe ist der Q-Summit entstanden. Für die verschiedenen Formate gehen inzwischen mehr  als 10.000 Bewerbungen ein, und allein im Rahmen der Konferenz werden über 1.000 Lebensläufe gesammelt.  Dies ist kein Nebenprodukt eines gelungenen Programms, sondern der eigentliche Beleg dafür, dass die  Ausgangsidee funktioniert hat. 

Mehr als eine Bühne 

Wer den Q-Summit nur über die große Bühne wahrnimmt, kennt nur die Hälfte der Konferenz. Wer nur die  kleineren Formate sieht, kennt die andere Hälfte. Auf der Main Stage finden Programmpunkte statt, die auch  nach außen wirken, wie etwa Reden renommierter Speaker*innen aus Unternehmen wie Google oder das Pitch  Battle, bei dem Start-ups vor Publikum und Fachjury gegeneinander antreten. Seit 2026 gibt es zudem ein neues  Format im Programm: einen Live-Podcast, der vor Ort aufgezeichnet wird. 

Daneben gibt es weitere Formate für die Teilnehmenden der Konferenz. Beim Format „Qube“, einer Art  beschleunigtem Investoren-Speed-Dating, haben 15 Start-ups jeweils 3 Minuten Zeit, um vor über 30  Investor*innen zu pitchen und Fragen zu beantworten. In der Vergangenheit sind daraus bereits reale  Finanzierungsgespräche entstanden. Im vergangenen Jahr saßen dort unter anderem Vertreter*innen von  seed+speed, HV Capital und PERI. Am Tag vor der eigentlichen Konferenz kommen bei einem Hackathon  mehr als 150 Studierende aus über 20 Ländern zusammen, um innerhalb von zwei Tagen an konkreten  Aufgaben von Partnerunternehmen wie Cloover, Spherecast und PicNic zu arbeiten. 

Diese Formate erklären, warum sich mittlerweile auch Unternehmen und Investor*innen beteiligen, die man in  diesem Umfang an einer öffentlichen Universität nicht zwangsläufig erwarten würde. Für sie ist der Q-Summit  ein direkter Zugang zu jungen Menschen, bevor diese in klassischen Bewerbungsprozessen überhaupt sichtbar  werden. Für die Studierenden ist er häufig der erste ernsthafte Kontakt zu einer Welt, zu der ihnen sonst der Zugang fehlt. 

Ein Team, das sich jedes Jahr komplett austauscht 

Bemerkenswert an dieser Entwicklung ist, dass sie nicht auf Kontinuität im klassischen Sinne beruht. Es gibt  keine feste Geschäftsführung und keine Mitarbeitenden, die über Jahre im Amt bleiben. Stattdessen übergibt  jede Organisationsgeneration die Verantwortung vollständig an die nächste: an Student*innen, die sich ein Jahr  zuvor im Team bewährt und sich anschließend für die Head-Position beworben haben. 

Was von einem Jahr zum nächsten erhalten bleibt, sind die Beziehungen. Kontakte zu Partnerunternehmen und  Investor*innen, die über mehrere Konferenzen hinweg gepflegt werden, sowie das Wissen darüber, wie Formate wie Qube oder der Hackathon organisatorisch funktionieren. Die inhaltliche Ausrichtung verändert sich 

hingegen jedes Jahr: Jede neue Generation bringt eigene Themen mit, zuletzt etwa Fragen zu  grenzüberschreitendem Gründertum, zu Kapital für europäische Start-ups oder zum Einfluss künstlicher  Intelligenz auf junge Unternehmen. Zu diesem Thema waren zuletzt Gäste aus dem Umfeld von OpenAI zu  Gast. Der Rahmen bleibt bestehen, während über die Inhalte jedes Jahr neu entschieden wird – durch die  jenigen, die aktuell Verantwortung tragen. 

Jedes Jahr verlässt das komplette Führungsteam die Initiative, also eigentlich eine Konstruktion, die eigentlich fragil wirken müsste. Dass der Q-Summit trotzdem größer statt kleiner geworden ist, liegt an einem Detail, das  leicht zu übersehen ist: Die Übergabe ist hier keine Notlösung für den Moment, in dem niemand mehr Zeit hat.  Sie ist von Anfang an Teil des Konzepts. 

Was am Ende bleibt 

Vom 1. bis 2. April 2027 feiert der Q-Summit im Barockschloss der Universität Mannheim sein zehnjähriges Jubiläum. Die Konferenz wird erneut von einem studentischen Team mit rund 100 aktiven Mitgliedern  organisiert. 

An der Universität Mannheim treffen so regelmäßig Menschen aufeinander, die in den kommenden Jahren  möglicherweise selbst ein Unternehmen gründen, Investments tätigen oder das nächste Organisationsteam  beraten werden. Die Konferenz wird es aber weiterhin geben – nicht, weil jemand sie über Jahrzehnte bewahrt  hat, sondern weil sich immer wieder jemand findet, der bereit ist, sie für ein Jahr zu tragen und dann  weiterzureichen. Genau das unterscheidet ein wachsendes Ökosystem von einer Veranstaltung, die irgendwann  endet.


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