Sharing Economy

Toolbox24 denkt Werkzeugverleih neu

Toolbox24 eröffnet zweite 24/7-Werkzeugstation in Wien. Sharing-Modell trifft Nerv urbaner Nutzer.
Portrait von Marc Nemitz Marc Nemitz · Wien, 04. Mai 2026

Werkzeug leihen statt kaufen und das rund um die Uhr, ohne Personal und ohne komplizierte Prozesse. Mit dieser Idee baut das Wiener Startup Toolbox24 eine neue Form urbaner Infrastruktur auf. Hinter dem Konzept steht Gründerin Wibke Giese, die den klassischen Werkzeugverleih radikal vereinfacht.

Bisherige Lösungen sind kompliziert

Viele Werkzeuge werden im Alltag nur selten benötigt, nehmen aber gleichzeitig Platz weg und verursachen hohe Anschaffungskosten. Gleichzeitig sind klassische Leihangebote oft unflexibel, teuer oder mit bürokratischem Aufwand verbunden. Tatsächlich erhielten wir in der Redaktion erst letzte Woche eine Nachfrage, ob und welchen Werkzeugverleih denn zur Annahme empfehlen könnten. Die gefundenen Angebote erscheinen dabei entweder zu kompliziert, haben zu wenig Reichweite oder werfen deutliche rechtliche Fragen bezüglich der Haftung auf. Dem Gegenüber stehen lokale Vereine und Initativen, die zwar voller Einsatz arbeiten und oft auch durch die öffentliche Hand unterstützt werden, aber nich das gesamte Werkzeugspektrum abbilden. Der zweite große Player sind Baumarktketten, deren Preisgestaltung Luft nach oben hat.

Toolbox24 stellt sich dem Markt in Österreich. Über Self-Service-Stationen erhalten Nutzerinnen und Nutzer jederzeit Zugang zu professionellen Geräten und genau dann, wenn sie gebraucht werden.

So funktioniert das System

Der Verleihprozess ist bewusst einfach gehalten: Werkzeuge werden online gebucht, anschließend erhalten die Kunden einen Zugangscode für die jeweilige Station. Vor Ort kann das Gerät direkt entnommen werden. Nach der Nutzung erfolgt die Rückgabe ebenfalls eigenständig. Zur Rückgabe gehört aber auch eine Fotodokumentation des Werkzeugs.

Ob du am Sonntag spontan etwas umbauen möchtest oder spät abends ein wichtiges Werkzeug fehlt – mit Toolbox24 bist du flexibel. Du
kannst genau dann loslegen, wenn es dir passt.

Wibke Giese, die Gründerin von Toolbox24

Der große Vorteil des Systems ist, dass ein Schalter, Personal oder feste Öffnungszeiten nicht notwendig sind.

Erste beide Stationen sind im Betrieb

Die erste Verleihstation eröffnete im Dezember 2024 im 15. Wiener Bezirk, unweit des Technisches Museum Wien. Innerhalb kurzer Zeit etablierte sich das Angebot und traf auf die regionale Nachfrage. Inzwischen ist ein zweiter Standort im 20. Bezirk rund um den Hannovermarkt hinzugekommen. Beide Stationen befinden sich bewusst in dicht besiedelten Wohngebieten und sind gut erreichbar.

Sortiment und Preisansatz

Das Angebot umfasst eine breite Auswahl an Werkzeugen und Geräten für Alltag und Heimwerken. Mit dabei ist alles von Bohrmaschinen über Reinigungsgeräte bis hin zu Spezialwerkzeugen für anspruchsvollere Projekte. Preislich positioniert sich Toolbox24 deutlich unter klassischen Baumarkt-Angeboten. Nutzer zahlen nur für die tatsächliche Nutzung, ohne hohe Fixkosten.

Sharing statt Besitz

Im Kern verfolgt das Unternehmen ein Sharing-Modell. Geräte werden gemeinschaftlich genutzt, statt einzeln angeschafft. Das spart Ressourcen, reduziert Elektroschrott und passt besonders gut zu urbanen Lebensrealitäten mit begrenztem Stauraum.

Ein naheliegender nächster Schritt könnte darin bestehen, den Sharing-Ansatz weiterzuentwickeln und auch privaten Werkzeugbesitzern eine Plattform zu bieten. Denn gerade nach Bauprojekten, Renovierungen oder Sanierungen landen viele hochwertige Maschinen im Keller. Dabei sind sie oft kaum genutzt, obwohl sie noch jahrelang einsatzfähig wären. Würde Toolbox24 diese Geräte in sein Netzwerk integrieren, könnten ungenutzte Ressourcen aktiviert, zusätzliche Einnahmequellen für Besitzer geschaffen und das Angebot für Nutzer deutlich erweitert werden.

Das Startup Toolbox24

Toolbox24 wurde am 23. Mai 2024 von Wibke Giese gegründet und operiert als Einzelunternehmen (e.U.). Trotz der kurzen Unternehmenshistorie arbeitet das Startup bereits kostendeckend und verzeichnet eine hohe Wiederbuchungsrate. Die Vision geht über einzelne Standorte hinaus: Werkzeug soll langfristig so selbstverständlich verfügbar sein wie Carsharing. Wenn es nach dem Willen der Gründerin geht sogar digital organisiert, jederzeit zugänglich und direkt im Wohnumfeld.

Mit dem Ausbau weiterer Standorte in Österreich will Toolbox24 seinen ambitionierten Plan weiter in die Tat umsetzen.


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