Wie läuft der Erstkontakt mit einem Investor ab?

Die Gründer des Startups SPACEGOATS erzählen uns, wie ihr Erstkontakt mit dem High Tech Gründerfonds (HTGF) zustande kam, geben Einblicke in den Auswahlprozess und Tipps für Gründer, die auf Investorensuche sind.

Die drei Freunde Anton, Manuel und Dimitrios haben jahrelang Produkte bei Amazon verkauft. Und wollten mit ihrem Amazon-Shop international expandieren. Haben aber schnell gemerkt, wie komplex das ist. Wer international verkaufen möchte, muss sich in dem jeweiligen Land steuerlich registrieren lassen. Ein Prozess, der für die Freunde nicht nur bürokratisch und teuer war, sondern auch enorm viel Zeit geschluckt hat. Zusätzlich gehen die Amazon-Fixkosten für internationale Seller ganz schön ins Geld. Die drei haben erkannt, dass dieser Prozess für kleine Amazon-Shops nicht zu stemmen ist. Der Startschuss für ihr Startup SPACEGOATS. 2019 holen sie Andi ins erweiterte Gründerteam mit an Bord und stellen fortan ihre Infrastruktur zur Verfügung, um anderen Sellern zu ermöglichen, ihre Produkte über den zentralen SPACEGOATS Amazon-Account zu verkaufen. So ist kein eigener Amazon-Account und keine ausländische Steuernummer mehr nötig, um international zu expandieren.

Im Februar 2020 hat SPACEGOATS eine Seed-Finanzerung erhalten. Aufmerksam auf SPACEGOATS wurde der High Tech Gründer Fonds (HTGF) damals über Startbase. Wir möchten mit den den Gründern darüber sprechen, wie überrascht sie über die Kontaktaufnahme des HTGF waren, wie die Finanzierung ablief und was sich seither für das Team geändert hat.

Hallo ihr vier, wir freuen uns auf das Gespräch mit euch. Ihr habt aus den Problemen, die euch selbst als Amazon-Seller zu schaffen gemacht haben, ein skalierbares Geschäftsmodell entwickelt. Eine Startup-Story aus dem Bilderbuch. Erzählt uns nochmal, was SPACEGOATS so besonders macht.

Wir bieten kleinen und mittelständischen Produktherstellern und Markeninhabern eine Möglichkeit, mit geringem Aufwand schnell international zu expandieren. Und neben dem eigentlichen Verkauf können wir unseren Kunden auch weitere Aufgaben abnehmen. Amazon bietet Sellern ganz schöne Vorteile, wie zum Beispiel die Reichweite und damit ordentlichen Traffic. Allerdings ist Amazon auch eine Wissenschaft für sich, also wie der Algorithmus funktioniert, was beim PPC (also Pay-Per-Click) am besten läuft, wie man mit dem Seller Central hantiert und so weiter. Dafür vermitteln wir unsere Kunden auch an unsere Partner, die zum Beispiel auf Marketing bzw. PPC spezialisiert sind.

Und dann habt ihr euch als frisch gegründetes Startup bei Startbase angemeldet. Wie kam das?

Wir sind seit 2018 auf der Plattform. Damals hieß sie ja noch VentureZphere. Auf die Plattform aufmerksam geworden sind wir beim Gründergrillen an der Börse Stuttgart.

Über Startbase hat der High Tech Gründerfonds (HTGF) uns entdeckt.

Wie ist der High Tech Gründerfonds auf euch aufmerksam geworden?

Wir wurden von einem Investmentmanager des HTGF angeschrieben, der unser Profil auf Startbase gesehen hat. Wir haben uns erst nicht so viel dabei gedacht, weil das ja ein Passivkontakt war. Das Erstgespräch hat uns dann aber gefallen und wir wurden zu einem zweiten Gespräch in Berlin eingeladen. Beim Pitch dort war auch eine Partnerin vom HTGF dabei. Wir konnten wieder überzeugen und haben dann in Bonn vor dem Investmentkomitee gepitcht. Da kam dann auch die Zusage und drei Wochen später wurden wir wieder eingeladen, dieses Mal zur finalen Runde, bei der auch die Investoren, also die Geldgeber, dabei waren. Das war zwar eher eine symbolische Sache, aber auch da konnten wir überzeugen.

Dadurch sind wir dann in die Due Diligence gekommen, unsere Firma wurde von oben bis unten überprüft. Wir haben eine Liste bekommen mit unglaublich vielen Punkten, die wir durchgehen mussten, vom Finanziellen über Rechtliches und Strategien. Dann hat das HTGF einen unabhängigen Gutachter organisiert, einen ehemaligen Amazon-Mitarbeiter, der sich mit Amazon und der Kultur auskennt. Der kam zu uns und hat das abgesegnet. Dann war die Sache fix, und nach dem Notartermin kam dann das Geld.

Das klingt nach sehr viel Arbeit. Wie stressig war die Abwicklung und wie lange hat es insgesamt gedauert von der ersten Kontaktaufnahme bis das Geld bei euch auf dem Konto ankam?

Das hat so ungefähr 5 bis 6 Monate gebraucht und war weniger anstrengend als gedacht. Das kann aber auch daran liegen, dass das eine Seed- oder besser Pre-Seed-Runde war. Da ist ja die Due Diligence nicht so ausführlich wie zum Beispiel bei einer Series A.

Rechnet euch nicht künstlich schön, aber bastelt eure Zahlen auch nicht runter.

Habt ihr Tipps für andere Gründer für den Prozess der Due Diligence? Worauf muss man sich gefasst machen, was sollte man beachten? 

Ehrlich sein. Immer! Rechnet euch nicht künstlich schön, aber bastelt eure Zahlen auch nicht runter. Alles andere fällt euch später argumentativ auf die Füße. 

Außerdem kommen bei der DD extrem viele Detailfragen, die man sich vorher gar nicht alle hätte vorstellen können. Alles, was ein Unternehmen allgemein und die eigene Herangehensweise angeht, wird abgefragt. Dafür solltet ihr für jeden Bereich einen Plan vorlegen, auch zum Beispiel fürs Marketing. Das braucht relativ viel Zeit, lohnt sich aber. Man sollte also an der Stelle auf keinen Fall versuchen, Zeit zu sparen!

Welche Tipps würdet ihr anderen Gründern noch mit auf den Weg geben, die ebenfalls auf der Suche nach Investoren sind?

Macht Umsatz! Das zieht Investoren an. Fokussiert euch also darauf, Umsatz zu generieren und Kunden zu akquirieren. Lernt so viel, wie ihr könnt, und macht euch dann auf Investorensuche. Außerdem muss viel Zeit in die Pitch-Vorbereitung fließen: Holt euch einen Pitch-Coach und einen Designer, der sich mit Pitchdecks auskennt.

SPACEGOATS

Das sind wirklich tolle Insights und Tipps, die ihr uns hier gebt. Und viele Gründer, die gerade an dem Punkt stehen, wo ihr Anfang des Jahres standet, werden das sicherlich mit großem Interesse lesen. Vielen Dank! Natürlich interessiert uns jetzt auch noch, was sich für euch seit der Finanzierung geändert hat? Und wo ihr hin wollt.

Die Finanzierung von unserem Investor hat es uns ermöglicht, aus dem Prototypen ein erstes richtiges Produkt zu bauen und richtige Betriebsstrukturen aufzusetzen. Wir haben aus einer Test-Bude eine richtige Firma aufgebaut. In drei Jahren wollen wir dann kein Tech-Startup mehr sein, sondern eine Tech-Firma. Und zwar eine, die eine eigene Plattform bereitstellt, die es Leuten ermöglicht, ihre Produkte weltweit zu verkaufen - und die alle Services bietet, die dafür nötig sind.

Das hört wich wirklich sehr vielversprechend an. Wir sind gespannt, euren Weg zu verfolgen. Ein kleine Sache interessiert uns zum Abschluss aber doch noch brennend: Euer Name SPACEGOATS (Deutsch: Weltraumziegen) ist ja doch sehr besonders, wieso ausgerechnet SPACEGOATS?

Na klar, wir bieten ja auch einen besonderen Service. Die Entstehung des Namens ist ganz einfach erklärt: GOATS, also Ziegen, sind sozusagen die Astronauten der Tierwelt, sie klettern durchs Gebirge und wollen ganz nach oben, so wie unsere Kunden und ihre Businesses. Und wir bieten ihnen den Raum, also SPACE, um durchzustarten. Deshalb SPACEGOATS! Aber nicht nur unser Unternehmensname hat den Bezug zum Weltraum, unsere Kunden nutzen auch die Galaxy-Software zur Analyse ihrer Verkäufe und finden den passenden Partner über unseren SPACE MARKET. Das ist doch galaktisch. ;-)

Das ist es wirklich! Und wir wünschen euch weiterhin galaktischen Erfolg für euer Vorhaben!


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