CoreWeave erweitert KI-Infrastruktur in Europa
Der US-amerikanische KI-Cloud-Anbieter CoreWeave erweitert seine Rechenkapazitäten mit einem neuen Standort in Dänemark und investiert gleichzeitig in ein weltweites Hochleistungsnetzwerk. Die Infrastruktur soll Rechenzentren auf vier Kontinenten miteinander verbinden und Unternehmen den Zugang zu leistungsfähigen KI-Ressourcen erleichtern.
Der auf künstliche Intelligenz spezialisierte Cloud-Anbieter CoreWeave treibt den internationalen Ausbau seiner Infrastruktur voran. Das an der Nasdaq notierte Unternehmen hat zusätzliche Rechenkapazitäten in Dänemark in Betrieb genommen und plant den Aufbau eines globalen Netzwerks, das speziell auf die Anforderungen großer KI-Anwendungen ausgelegt ist. Neben Nordamerika und Europa sollen künftig auch Standorte im Nahen Osten und im asiatisch-pazifischen Raum eingebunden werden.
Mit der Expansion reagiert CoreWeave auf den steigenden Bedarf an Rechenleistung für das Training und den produktiven Einsatz von KI-Modellen. Unternehmen benötigen zunehmend leistungsfähige GPU-Infrastrukturen sowie schnelle und sichere Verbindungen zwischen verschiedenen Rechenzentrumsregionen.
CoreWeave verfolgt deshalb einen integrierten Ansatz, bei dem Rechenkapazitäten und internationale Datenverbindungen gemeinsam ausgebaut werden. Kunden sollen dadurch große Datenmengen zwischen Standorten übertragen und KI-Anwendungen über mehrere Regionen hinweg betreiben können.
Neuer Standort in Dänemark erweitert europäische Kapazitäten
Ein zentraler Bestandteil der Expansion ist das Rechenzentrum DEN01 des Infrastrukturbetreibers atNorth in Kopenhagen. Dort hat CoreWeave bereits den Großteil der geplanten IT-Leistung von 22,5 Megawatt in Betrieb genommen. Es handelt sich um den ersten Standort des Unternehmens in Dänemark.
Zum Einsatz kommen GPU-Systeme auf Basis der NVIDIA-Blackwell-Architektur, die über NVIDIA Quantum-X800 InfiniBand miteinander verbunden sind. Diese Technologie ist insbesondere für rechenintensive Anwendungen wie das Training großer KI-Modelle ausgelegt.
Mit dem neuen Standort wächst CoreWeaves europäische Infrastruktur auf neun Rechenzentren in fünf Ländern beziehungsweise Regionen. Neben Dänemark ist das Unternehmen bereits in Großbritannien, Spanien, Schweden und Norwegen vertreten.
Auch die Energieeffizienz spielt beim Standort eine Rolle. Das Rechenzentrum verfügt über eine Vereinbarung zur Nutzung überschüssiger Abwärme, die in das lokale Fernwärmenetz eingespeist werden soll. Dadurch kann ein Teil der beim Betrieb entstehenden Wärme für die Versorgung von Haushalten genutzt werden.
Globales KI-Netzwerk soll vier Kontinente verbinden
Parallel zum Ausbau der Rechenkapazitäten entwickelt CoreWeave ein eigenes internationales Netzwerk, das auf die Übertragung großer Datenmengen für KI-Anwendungen ausgerichtet ist.
Ab dem vierten Quartal 2026 sollen zusätzliche Netzwerkknoten in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Indien, Indonesien, Singapur, Australien, Südkorea und Japan entstehen. Bis Mitte 2027 ist der Aufbau einer durchgehenden Netzwerkstruktur vorgesehen, die vier Kontinente miteinander verbindet.
Nach Unternehmensangaben soll das Netzwerk langfristig Datenübertragungen im Petabit-Bereich ermöglichen. An den einzelnen Verbindungspunkten sind mehrere Leitungen mit jeweils 400 Gigabit pro Sekunde vorgesehen. Hardwarebasierte Verschlüsselung und redundante Verbindungen sollen dabei die Sicherheit und Ausfallsicherheit gewährleisten.
Unsere Kunden benötigen mehr als nur Zugang zu Rechenkapazitäten. Sie brauchen eine Infrastruktur, die auch im großen Maßstab zuverlässig funktioniert.
Sachin Jain, Chief Operating Officer von CoreWeave
Die Investitionen verdeutlichen die zunehmende Bedeutung spezialisierter Infrastruktur im Wettbewerb um KI-Cloud-Dienstleistungen. Neben der reinen Verfügbarkeit leistungsfähiger Grafikprozessoren gewinnen internationale Datenverbindungen und die geografische Verteilung von Rechenkapazitäten an Bedeutung.
Zum 30. Juni 2026 betrieb CoreWeave weltweit 51 Rechenzentren mit einer aktiven Stromleistung von mehr als 1,5 Gigawatt. Im August bezifferte das Unternehmen seine vertraglich gesicherte Leistung auf rund 4,2 Gigawatt. CoreWeave wurde 2017 gegründet und ist seit März 2025 an der Nasdaq gelistet. Mit dem Ausbau seiner Infrastruktur positioniert sich das Unternehmen als spezialisierter Cloud-Anbieter für KI-Entwickler, Startups und große Unternehmenskunden.

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