Millionen-Exit von Hemovent

Das Start-up aus Aachen entwickelt Geräte für die Intensivmedizin, unter ihnen ein mobiles ECMO-Gerät. Jetzt hat ein Unternehmen aus Shanghai das Start-up Hemovent für 123 Millionen Euro übernommen.

Spätestens seit der Corona-Pandemie sind sogenannte ECMO-Geräte bekannt, die bei Herz-Lungen-Versagen die Funktionen des Körpers übernehmen. Das kleinste portable dieser Geräte mit Namen Mobybox hat das Start-up Hemovent entwickelt. Jetzt sind die Aachener an das Medizinprodukte-Unternehmen Microport aus Shanghai verkauft. Bis zu 123 Millionen Euro hat die Übernahme die Chinesen gekostet. 

„Wir sind sehr zufrieden mit unserem neuen Partner MicroPort. Wir freuen uns auf einen deutlichen Ausbau unserer Geschäftstätigkeit am heutigen Standort Aachen sowie auf den Ausbau unserer internationalen Aktivitäten und Vertriebsketten“, sagt Christof Lenz, der Hemovent leitet. Das 2013 gegründete Start-up entwickelt verschiedene Geräte im ECMO-Bereich, die Abkürzung steht für Extracorporeal Membrane Oxygenation. Bisher ist die mobile Version der Herz-Lungen-Maschine von Hemovent nur in Europa zugelassen. 

In China geht das Start-up von 100.000 Einsätzen pro eine Million Einwohnerinnen und Einwohner aus, ein erfolgversprechender Markt. Dort ist auch der Käufer MicroPort Surgical BV, ein Tochterunternehmen der MicroPort Scientific Corporation, angesiedelt. Die Übernahme ist vor allem strategisch motiviert: „Das Europäische Dreieck aus F&E- und Produktionszentren in Frankreich, Italien und Deutschland ist ein langfristiges strategisches Layout von MicroPort, um den europäischen Markt zu erschließen“, erklärt Chengyun Yue, Leiterin von MicroPort Surgery. Und erzählt, welche Pläne er mit Hemovent verfolgt: „Nach Abschluss der Transaktion wird sich MicroPort auf die Stärkung seiner technologischen Innovationsfähigkeit und seiner groß angelegten Industrialisierungskapazitäten in Deutschland konzentrieren und die Synergie globaler Innovationsressourcen nutzen.“ 

Der Abschluss der Transaktion ist für das vierte Quartal 2021 geplant, noch stehen die vollständigen Genehmigungen aus. 

Hemovents größter Anteilseigner ist der Wagniskapitalgeber MIG Capital, der unter anderem Biontech und NFON an die Börse brachte. Auch den Verkauf von Siltectra an Infineon für 124 Millionen Euro verantwortete er.  Zwei Fonds von MIG Capital gehören 27 Prozent an Hemovent, „Wir sind sehr stolz, dass wir als Lead Investor ein wichtiger Partner in dieser Erfolgsgeschichte sein durften. Gleichzeitig ist der Zeitpunkt für die Veräußerung an einen strategischen Partner ideal. Im Rahmen eines global agierenden Medizintechnikkonzerns kann Hemovent sein Geschäftsmodell und die Kommerzialisierung der Geräte künftig auf ein neues Niveau heben“, kommentiert Matthias Guth, Partner bei MIG Capital, den Exit.


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