Pacifico Biolabs sammelt 7 Millionen Euro für Myzel-Protein
Das deutsche FoodTech-Startup Pacifico Biolabs hat eine Series-A-Finanzierung über 7 Millionen Euro abgeschlossen. Das Unternehmen entwickelt alternative Proteine auf Basis von Myzel-Fermentation und setzt dabei bewusst auf bestehende Brauerei-Infrastruktur statt auf kostenintensive Neubauten von Produktionsanlagen.
Angeführt wurde die Runde von Stray Dog Capital. Ebenfalls beteiligt sind TGFS Technologiegründerfonds Sachsen, Sprout & About Ventures, Simon Capital, FoodLabs sowie ein regionaler Brauerei-Partner. Mit dem frischen Kapital will Pacifico seine Produktion in Sachsen ausbauen, neue Mitarbeitende einstellen und den Markteintritt im DACH-Raum sowie in Nordeuropa vorbereiten.
Myzel statt Tierprotein
Pacifico entwickelt sogenannte Mycomeat-Produkte auf Basis von Myzel. Mithilfe moderner Fermentationstechnologie entsteht daraus ein proteinreiches Fleischalternativprodukt mit fleischähnlicher Textur.
Das Flaggschiffprodukt Viando Chicken soll Geschmack, Konsistenz und Zubereitung klassischem Hähnchenfleisch möglichst nahekommen. Laut Pacifico Biolabs sammelt 7 Millionen Euro für Myzel-Protein enthält das Produkt bis zu 30 Prozent Protein, alle essenziellen Aminosäuren und benötigt deutlich weniger Ressourcen als konventionelle Fleischproduktion. Nach Angaben des Startups verbraucht die Herstellung bis zu 99 Prozent weniger Land, 90 Prozent weniger Wasser und verursacht rund 90 Prozent weniger CO₂-Emissionen als tierisches Fleisch.
Produktion mit bestehender Brauerei-Infrastruktur
Ein zentraler Bestandteil des Geschäftsmodells ist die Nutzung vorhandener Brauerei-Kapazitäten. Statt eigene Großanlagen aufzubauen, nutzt Pacifico bestehende industrielle Infrastruktur für die Fermentation.
Das soll die Skalierung beschleunigen und gleichzeitig die Produktionskosten senken. Dies ist kein unbekannter Ansatz und erhält in der europäischen FoodTech-Szene zunehmend Aufmerksamkeit.
Pacifico wurde 2022 gegründet und ist in Berlin sowie Leipzig aktiv. Das Unternehmen plant, seine Produkte bis Ende 2026 erstmals in den Einzelhandel zu bringen. Die Finanzierung soll neben der Produktionsskalierung auch den Ausbau des Teams und die internationale Expansion unterstützen.

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