KI- und Quantenplattform

Quanscient sammelt 10 Millionen Euro ein

Kann KI künftig auch physische Produkte entwickeln? Quanscient sammelt 10 Millionen Euro ein und arbeitet an der ersten Plattform für KI-native Hardwareentwicklung.
News von Marc Nemitz Marc Nemitz · Tampere, 26. Mai 2026

Das finnische Deeptech-Unternehmen Quanscient hat eine Series-A-Finanzierung über 10 Millionen Euro abgeschlossen. Mit dem frischen Kapital will das Unternehmen seine internationale Expansion vorantreiben und seine Plattform für Multiphysik-Simulationen, Quantenalgorithmen und KI-native Hardwareentwicklung weiter ausbauen.

Investoren setzen auf die Zukunft des Engineering

Angeführt wurde die Finanzierungsrunde vom dänischen Quantum-Investor 55 North sowie der österreichischen Industrieholding B&C Group.

Auch die bestehenden Investoren Maki.vc, Crowberry Capital, QAI Ventures und First Fellow Partners beteiligten sich erneut an der Runde.

Warum Hardwareentwicklung noch immer ein Engpass ist

Während Künstliche Intelligenz zahlreiche Branchen transformiert hat, arbeitet die Hardwareentwicklung vieler Unternehmen weiterhin mit langsamen und rechenintensiven Simulationsprozessen.

Laut einer von Quanscient zitierten Studie vereinfachen 89 Prozent der Ingenieurinnen und Ingenieure regelmäßig ihre physikalischen Modelle, um Berechnungen überhaupt in akzeptabler Zeit durchführen zu können.

Gleichzeitig stoßen heutige KI-Systeme an Grenzen: Ihnen fehlen die physikalischen Daten und Modelle, um reale technische Zusammenhänge zuverlässig abzubilden.

Simulation als Grundlage für KI-native Entwicklung

Genau hier setzt Quanscient an.

Das Unternehmen entwickelt eine cloudbasierte Plattform für Multiphysik-Simulationen, die komplexe physikalische Prozesse digital modelliert und gleichzeitig große Mengen strukturierter Simulationsdaten erzeugt.

Diese Daten bilden wiederum die Grundlage für neue KI-Modelle, die technische Systeme verstehen und optimieren können.

KI wird die Hardwareentwicklung nur dann transformieren, wenn Simulation selbst für KI neu gedacht wird

Juha Riippi, Mitgründer und CEO von Quanscient

Bis zu 100-mal schnellere Simulationen

Nach Unternehmensangaben ermöglicht die Plattform Simulationen, die bis zu 100-mal schneller als herkömmliche Verfahren laufen.

Dadurch können Unternehmen deutlich mehr Designvarianten testen, Risiken frühzeitig erkennen und die Anzahl physischer Prototypen reduzieren.

Zum Einsatz kommt die Technologie unter anderem in Branchen wie:

  • Energie
  • Luft- und Raumfahrt
  • Automobilindustrie
  • Elektronik
  • Quantentechnologie

Zu den Kunden zählen laut Quanscient bereits mehrere internationale Industrieunternehmen, darunter auch Fortune-100-Konzerne.

Die nächste Generation industrieller KI

Neben klassischen Simulationen arbeitet Quanscient an der Integration von Quantenalgorithmen und KI-Systemen in einer gemeinsamen Plattform. Das langfristige Ziel sind physikbasierte KI-Modelle, die technische Systeme eigenständig analysieren, optimieren und neue Lösungen entwickeln können.

Für Investoren wie Helmut Katzgraber könnte genau diese Kombination aus Cloud-Simulation, Quantencomputing und KI zu einer Schlüsseltechnologie für die nächste Generation industrieller Innovationen werden.

Internationale Expansionn in Planung

Mit dem neuen Kapital plant Quanscient den Ausbau seiner internationalen Aktivitäten sowie die Weiterentwicklung seiner Plattform. Das 2021 gegründete Startup beschäftigt heute rund 40 Mitarbeitende aus 15 Nationen und positioniert sich an der Schnittstelle von Engineering-Software, Quantencomputing und Künstlicher Intelligenz.

Der Anspruch: die technologische Grundlage für eine neue Ära datengetriebener Hardwareentwicklung zu schaffen.


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