Krypto

Kryptowährungen kaufen: Wie BW-Bank-Kunden über Bitpanda Zugang zu digitalen Assets erhalten

Kryptowährungen waren lange vor allem das Geschäft spezialisierter Plattformen. Inzwischen beschäftigen sich auch etablierte Banken damit, wie sie ihren Privatkunden einen Zugang zu digitalen Assets ermöglichen können. Die LBBW, die ihr Privatkundengeschäft unter der Marke BW-Bank betreibt, setzt dabei auf eine Kooperation mit Bitpanda.
Interview von Marc Nemitz Marc Nemitz · Stuttgart, 05. Oktober 2026

Erik Frank ist Projektleiter bei der LBBW. In dieser Rolle hat er das Projekt mitverantwortet. Im Interview erklärt er, was das für interessierte Kunden konkret bedeutet, warum die Bank gerade jetzt handelt und weshalb Kooperationen mit spezialisierten Technologieanbietern für die Zukunft des Bankings an Bedeutung gewinnen.

Herr Frank, was ergibt sich mit dem neuen Angebot konkret für die Kunden der BW-Bank?

Kunden der BW-Bank können künftig aus ihrer gewohnten digitalen Banking-Umgebung heraus auf das Kryptoangebot von Bitpanda zugreifen. Sie finden den Zugang dort, wo sie bereits ihre Wertpapiergeschäfte erledigen, und werden zur Plattform unseres Partners weitergeleitet.

Wichtig ist dabei die klare Rollenverteilung: Die BW-Bank eröffnet den Zugang, die eigentlichen Kryptodienstleistungen werden von Bitpanda erbracht. Der Weg soll also möglichst einfach und nachvollziehbar sein. Gleichzeitig muss jederzeit transparent bleiben, mit welchem Unternehmen sie es an welcher Stelle zu tun haben.

Kryptowährungen sind volatil, erklärungsbedürftig und keineswegs unumstritten. Warum möchte eine etablierte Bank wie die BW-Bank ihren Privatkunden trotzdem einen Zugang ermöglichen?

Weil sich die Bedürfnisse von Bankkunden weiterentwickeln – und die BW-Bank diese Entwicklung in ihrem Angebot aufgreifen wollte. Das Interesse an Kryptowährungen ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Viele Kunden betrachten digitale Assets längst nicht mehr als ein Thema außerhalb der etablierten Finanzwelt, sondern wünschen sich, dass auch ihre Bank ihnen einen Zugang ermöglicht.

Dieses wachsende Interesse war für uns der entscheidende Ausgangspunkt. Die BW-Bank möchte ihren Kunden selbstverständlich Lösungen für die Finanzthemen anbieten, die für sie relevant sind. Dabei geht es nicht darum, Kryptowährungen zu bewerben oder ihre Risiken kleinzureden. Unser Anspruch ist vielmehr, einen konkreten Kundenbedarf aufzugreifen und dafür einen klaren, transparenten und verantwortungsvollen Zugang zu schaffen.

Warum kommt diese Antwort ausgerechnet jetzt?

Das Interesse an Kryptowährungen ist spürbar gestiegen. Andererseits haben sich die technischen und regulatorischen Rahmenbedingungen so weiterentwickelt, dass Banken sich heute strukturierter mit Geschäftsmodellen rund um digitale Assets befassen können.

Gleichzeitig bauen wir auf bestehender Erfahrung auf: Die LBBW verbindet seit 2024 eine strategische Partnerschaft mit Bitpanda. Darüber hat die Bank zunächst ihren Unternehmenskunden einen Zugang zu Kryptowährungen ermöglicht und wertvolle Erfahrungen gesammelt.

Der Schritt in das Privatkundengeschäft ist die konsequente Weiterentwicklung einer bestehenden Partnerschaft mit dem Ziel, auch auf neue Kundenbedürfnisse verantwortungsvoll zu reagieren und relevante Angebote sinnvoll in die bestehende Kundenbeziehung einzubinden.

Warum hat sich die LBBW entschieden, das Angebot nicht selbst aufzubauen?

Entscheidend ist, welches Modell für die Kunden sowie aus regulatorischer, technischer und wirtschaftlicher Sicht am sinnvollsten ist.

Wir haben deshalb nach einem Partner mit einem etablierten und regulierten Angebot, einer erprobten technischen Infrastruktur und Erfahrung im Markt für digitale Assets gesucht. Gleichzeitig war uns wichtig, dass dieser Partner uns langfristig begleiten kann – bei unterschiedlichen Geschäftsmodellen und verschiedenen Formen der Zusammenarbeit.

Bitpanda steuert die spezialisierte Technologie und Erfahrung im Kryptomarkt bei. Die LBBW bringt ihre Kundenbeziehungen, das Verständnis für die Bedürfnisse ihrer Kunden und den Zugang über diegewohnte digitale Umgebung ein. So können sich beide Partner auf ihre jeweiligen Stärken konzentrieren.

Was erwarten Kunden von einem Angebot, das sie über das Umfeld ihrer Bank erreichen?

Vor allem einen einfachen und nachvollziehbaren Zugang. Kunden möchten nicht an der digitalen Eingangstür ihrer Bank abgegeben werden und anschließend ohne Orientierung in einem vollkommen fremden Prozess neu beginnen.

Gleichzeitig darf eine komfortable Nutzerführung nicht dazu führen, dass die Zuständigkeiten verschwimmen. Die Nähe zum Bankumfeld kann Vertrauen schaffen. Gerade deshalb muss klar erkennbar sein, welche Rolle die BW-Bank übernimmt und welche Leistungen Bitpanda erbringt. Komfort und Transparenz waren deshalb keine Gegensätze, sondern zwei gleichwertige Anforderungen an die Umsetzung.

Welchen strategischen Vorteil haben Banken von diesem Modell? Geht es vor allem darum, Kunden nicht an andere Plattformen zu verlieren?

Natürlich ist es für eine Bank relevant, ob sie die Bedürfnisse ihrer Kunden innerhalb der bestehenden Kundenbeziehung bedienen kann. Als alleinige Erklärung greift das jedoch zu kurz. Dahinter steht eine grundsätzlichere Frage: Welche Rolle übernimmt eine Bank in einem Finanzmarkt, in dem immer mehr spezialisierte Anbieter entstehen? Die Antwort kann nicht darin bestehen, jedes Produkt und jede Technologie selbst nachzubauen. Sie kann aber ebenso wenig darin bestehen, relevante Entwicklungen vollständig anderen zu überlassen.

Banken können ihre Stärke künftig noch stärker darin ausspielen, spezialisierte Angebote sinnvoll in eine bestehende Kundenbeziehung einzubinden. Sie kennen ihre Kunden, verstehen regulatorische Anforderungen und verfügen über etablierte digitale Zugangswege. Technologiepartner bringen dagegen Lösungen und Markterfahrung mit, die gezielt für einzelne Anwendungsfälle aufgebaut wurden.

Verändert der Zugang über das Bankumfeld auch die Wahrnehmung von Kryptowährungen?

Kryptowährungen bleiben eine volatile Anlageklasse. Daher sind die Anforderungen an Transparenz und Kommunikation besonders hoch. Die Einbindung in das Umfeld einer Bank darf weder als Empfehlung noch als Gütesiegel für eine Anlageentscheidung missverstanden werden. 

Unser Angebot richtet sich daher an Kunden, die sich eigenständig informieren und ihre Anlageentscheidung selbst treffen. Unser Anspruch ist es, ihnen einen nachvollziehbaren Zugang zu ermöglichen, ohne die Besonderheiten und Risiken dieser Anlageklasse zu verharmlosen.

Was sagt das Projekt über die Zukunft des Bankings aus?

Entscheidend ist meiner Meinung nach nicht, möglichst jede Leistung selbst zu entwickeln oder unter einem einzigen Namen anzubieten. Entscheidend ist, Kunden einen sinnvollen, transparenten und möglichst einfachen Zugang zu relevanten Finanzprodukten zu ermöglichen.

Banken bleiben dabei ein wichtiger Teil der Kundenbeziehung. Bei diesem Projekt bedeutet das ganz konkret: BW-Bank-Kunden erhalten aus ihrem vertrauten digitalen Umfeld heraus Zugang zum Kryptoangebot von Bitpanda. Darin liegt der unmittelbare Kundennutzen – und zugleich die strategische Bedeutung der Kooperation.


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