Bundesamt für Statistik

4,4 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland sind Führungskräfte

7.024 Euro brutto verdienen Führungskräfte in Deutschland im Median. Doch nur jeder 23. Erwerbstätige übernimmt eine leitende Position, wie die neuen Destatis-Zahlen zeigen.
Report von Marc Nemitz Marc Nemitz · Wiesbaden, 04. November 2026

Wer in Deutschland arbeitet, übernimmt vergleichsweise selten eine formale Führungsposition. Nach aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) waren 2025 rund 1,9 Millionen Erwerbstätige als Führungskräfte tätig. Das entspricht einem Anteil von 4,4 Prozent beziehungsweise etwa jeder 23. erwerbstätigen Person.

Bemerkenswert ist, dass sich dieser Anteil innerhalb eines Jahrzehnts kaum verändert hat. Im Jahr 2015 lag er mit 4,5 Prozent sogar geringfügig höher. Während Unternehmen ihre Organisationsstrukturen verändern und neue Führungsmodelle diskutieren, bleibt der Anteil formaler Führungspositionen damit weitgehend konstant.

Die Statistik berücksichtigt unter anderem Geschäftsführer kleiner und großer Unternehmen, Bereichsleitungen sowie leitende Positionen im Verwaltungsdienst. Für Gründerinnen und Gründer sind die Zahlen auch deshalb interessant, weil sie einen Einblick in die Führungsstrukturen der deutschen Wirtschaft geben.

Gastgewerbe mit besonders vielen Führungskräften

Wie viele Menschen Führungsverantwortung übernehmen, hängt stark von der jeweiligen Branche ab. Besonders hoch ist der Anteil im Gastgewerbe. Hier waren 2025 rund 11,5 Prozent aller Erwerbstätigen in einer leitenden Position beschäftigt.

Ein wesentlicher Grund dürfte die kleinteilige Struktur der Branche sein. Viele Restaurants, Hotels und gastronomische Betriebe beschäftigen vergleichsweise wenige Mitarbeitende, benötigen aber dennoch eine eigene Geschäftsführung.

Auch im Grundstücks- und Wohnungswesen liegt der Anteil mit 7,6 Prozent deutlich über dem Durchschnitt. Dahinter folgt die Informations- und Kommunikationsbranche mit 7,4 Prozent. Gerade dieser Wirtschaftszweig ist für die Startup-Szene relevant, da zahlreiche technologieorientierte Unternehmen hier angesiedelt sind.

Im Baugewerbe sowie im Handel einschließlich der Kraftfahrzeugreparatur beträgt der Anteil jeweils 5,4 Prozent. Im Verarbeitenden Gewerbe sind es 5,2 Prozent.

Deutlich anders sieht es in beschäftigungsintensiven Bereichen aus. Im Gesundheits- und Sozialwesen übernehmen lediglich 1,8 Prozent der Erwerbstätigen eine Führungsposition. Auch in der öffentlichen Verwaltung (2,2 Prozent) und im Bildungsbereich (2,3 Prozent) sind die Anteile vergleichsweise niedrig.

Deutschland unter EU-Durchschnitt und deutliche Gehaltsunterschiede

Im europäischen Vergleich liegt Deutschland unter dem Durchschnitt. EU-weit waren 2025 rund 5,4 Prozent aller Erwerbstätigen Führungskräfte. Zehn Jahre zuvor lag dieser Wert noch bei 5,2 Prozent. Besonders hohe Anteile verzeichnen Malta mit 11,4 Prozent, Lettland mit 10,1 Prozent und Litauen mit 9,9 Prozent. Am unteren Ende stehen Rumänien (2,7 Prozent), Griechenland (3,0 Prozent) und Dänemark (3,1 Prozent).

Neben der Anzahl der Führungspositionen zeigen die Daten erhebliche Unterschiede bei der Vergütung.

Median-Bruttomonatsverdienst, April 2025 lag bei den Führungskräften bei 7.024 €, während alle Vollzeitbeschäftigten auf einen durchschnittlichen Lohn von 4.123 € kamen. Damit liegt der mittlere Verdienst von Führungskräften rund 70 Prozent über dem Median aller Vollzeitbeschäftigten.

Auffällig bleibt der Unterschied zwischen den Geschlechtern. Während männliche Führungskräfte im Median 7.451 Euro brutto monatlich verdienen, kommen Frauen in Führungspositionen auf 5.806 Euro. Die Differenz beträgt 1.645 Euro beziehungsweise rund 22 Prozent bezogen auf den Verdienst der Männer. Die Zahlen zeigen allerdings nicht, in welchem Umfang Faktoren wie Branche, Berufserfahrung oder Unternehmensgröße zu diesen Unterschieden beitragen.

Für die deutsche Wirtschaft liefern die Ergebnisse dennoch interessante Anhaltspunkte. Führung bleibt auf einen vergleichsweise kleinen Teil der Erwerbstätigen konzentriert. Ob dies vor allem auf Unternehmensgrößen, Branchenstrukturen oder unterschiedliche Organisationsmodelle zurückzuführen ist, lässt sich aus den Daten allein nicht ableiten.


Like it? Please spread the word:


Newsletter

Startups, Geschichten und Statistiken aus dem deutschen Startup-Ökosystem direkt in deinen Posteingang. Abonnieren mit 2 Klicks. Noice.

LinkedIn Connect

FYI: English edition available

Hello my friend, have you been stranded on the German edition of Startbase? At least your browser tells us, that you do not speak German - so maybe you would like to switch to the English edition instead?

Go to English edition

FYI: Deutsche Edition verfügbar

Hallo mein Freund, du befindest dich auf der Englischen Edition der Startbase und laut deinem Browser sprichst du eigentlich auch Deutsch. Magst du die Sprache wechseln?

Deutsche Edition öffnen

Ähnliche Beiträge