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Swiss Deep Tech Report 2026: Warum die Schweiz zum globalen DeepTech-Kraftzentrum aufsteigt

ETH Zürich und EPFL Lausanne festigen ihre Rolle als Europas führende Brutstätten für Deep-Tech-Startups. Mit Rekordfinanzierungen, einer starken KI- und Robotik-Szene sowie wachsendem internationalem Interesse entwickelt sich die Schweiz zum globalen Deep-Tech-Hotspot.
Report von Marc Nemitz Marc Nemitz · Schweiz, 17. Juni 2026

Wenn über die Zukunft von Künstlicher Intelligenz, Robotik, Halbleitern oder Raumfahrt gesprochen wird, richtet sich der Blick häufig auf die USA oder zunehmend auch nach Asien. Der neue Swiss Deep Tech Report 2026 zeigt jedoch, dass ein vergleichsweise kleines Land in Europa längst eine Schlüsselrolle bei den Technologien der Zukunft eingenommen hat: die Schweiz.

Der Bericht von Deep Tech Nation Switzerland, Founderful, Kickfund, Startupticker und Dealroom zeichnet das Bild eines Landes, das bei DeepTech-Investitionen, Forschung und Unternehmensgründungen weltweit zur Spitzengruppe gehört.

Mehr DeepTech pro Venture-Euro als jedes andere Land

Die wohl bemerkenswerteste Kennzahl des Reports: Rund 63 Prozent des gesamten Schweizer Venture Capitals fließen inzwischen in DeepTech-Unternehmen. Damit liegt die Schweiz weltweit auf Platz eins und das sogar noch vor China und den USA.

Während in vielen Ländern Kapital zunehmend in Software- und Plattformmodelle investiert wird, setzt die Schweiz konsequent auf wissenschaftsgetriebene Technologien mit langen Entwicklungszyklen und hohen Eintrittsbarrieren. Dazu gehören unter anderem Künstliche Intelligenz, Robotik, Quantentechnologien, Raumfahrt, Medizintechnik und Halbleiter.

(c) Swiss Deep Tech Report 2026

Auch bei den Investitionen pro Kopf erreicht die Schweiz Spitzenwerte. Mit rund 1.470 US-Dollar DeepTech-Investitionen pro Einwohner belegt das Land Platz eins in Europa und gehört weltweit zu den Top Drei.

Universitäten als Innovationsmotor

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor liegt in der engen Verzahnung von Forschung und Unternehmertum.

Die ETH Zürich und die EPFL Lausanne gelten laut Report inzwischen als Europas führende Universitäten für die Entstehung neuer Deep-Tech-Spin-offs. Jahr für Jahr entstehen dort Unternehmen, die Forschungsergebnisse in marktfähige Produkte überführen. Viele dieser Startups bleiben inzwischen in der Schweiz, anstatt frühzeitig ins Ausland abzuwandern. Dadurch entsteht ein wachsendes Ökosystem aus Talenten, Kapital und industrieller Expertise.

KI, Robotik und Future Computing als Wachstumstreiber

Besonders dynamisch entwickelt sich der Bereich Künstliche Intelligenz. Bereits jede vierte neu gegründete Schweizer Deep-Tech-Firma stammt mittlerweile aus dem KI- oder Machine-Learning-Umfeld. Gleichzeitig verfügt die Schweiz über die höchste Dichte an KI-Forschern weltweit.

Auch in der Robotik setzt das Land neue Maßstäbe. Seit 2020 wurden pro Kopf 3,5-mal mehr VC-finanzierte Robotik-Startups gegründet als in den USA und sogar fünfmal mehr als im Vereinigten Königreich. Im Bereich Future Computing zeigt sich eine ähnliche Dynamik. Die Schweiz verfügt über eine außergewöhnlich hohe Patentdichte und profitiert von ihrer starken Mikroelektronik- und Sensorsystemindustrie.

Rekordjahr für Schweizer DeepTech

Die Entwicklung spiegelt sich auch in den Finanzierungszahlen wider. Seit 2015 hat sich das in Schweizer Deep-Tech-Unternehmen investierte Kapital etwa verfünffacht. Im Jahr 2025 erreichte die Branche mit rund 2,6 Milliarden US-Dollar ein neues Rekordniveau.

(c) Swiss Deep Tech Report 2026

Gleichzeitig wächst das internationale Interesse. Große globale Venture-Capital-Fonds suchen inzwischen aktiv nach Investments in der Schweiz. Während Investoren früher von den Chancen des Standorts überzeugt werden mussten, kommen sie heute zunehmend aus eigener Initiative.

Internationale Investoren dominieren die Wachstumsfinanzierung

Trotz der beeindruckenden Entwicklung zeigt der Report auch eine Herausforderung auf. In Finanzierungsrunden über 100 Millionen US-Dollar stammen bereits 88 Prozent des Kapitals von internationalen Investoren.

Das verdeutlicht einerseits die globale Attraktivität der Schweizer Unternehmen. Andererseits offenbart es eine Lücke bei heimischem Wachstumskapital. Gerade in späteren Phasen könnten zusätzliche nationale Investoren helfen, mehr Wertschöpfung langfristig im Land zu halten.

Europas DeepTech-Vorbild?

Die Autoren des Reports sehen die Schweiz an einem entscheidenden Wendepunkt. Noch nie seien so viele ambitionierte Gründerinnen und Gründer gleichzeitig an global relevanten Technologien tätig gewesen.

Mit mehr als 1.500 venture-finanzierten Deep-Tech-Startups, einer starken wissenschaftlichen Basis und wachsendem internationalen Kapital könnte sich die Schweiz in den kommenden Jahren endgültig als einer der weltweit wichtigsten Standorte für Zukunftstechnologien etablieren.

Der Swiss Deep Tech Report 2026 macht deutlich, die Schweiz ist längst nicht mehr nur ein erfolgreicher Forschungsstandort. Sie entwickelt sich zunehmend zu einem Ort, an dem wissenschaftliche Durchbrüche in globale Technologieunternehmen übersetzt werden und damit zu einem der spannendsten Deep-Tech-Ökosysteme weltweit.

Die Autoren und Link zur Studie

Der Swiss Deep Tech Report 2026 wurde gemeinsam von den Organisationen Deep Tech Nation Switzerland, Founderful, Kickfund, Startupticker.ch und Dealroom.co erstellt. Hinter der Studie stehen damit einige der wichtigsten Akteure des Schweizer Startup- und Venture-Capital-Ökosystems – von Investoren über Marktforschungs- und Datenexperten bis hin zu unabhängigen Startup-Medien. Zu den Autoren zählen Alexandre Meldem (Deep Tech Nation Switzerland), Alex Stöckl (Founderful), Wanja Humanes (Kickfund), Stefan Kyora (Startupticker.ch) und Lorenzo Chiavarini (Dealroom.co). Ziel der Studie ist es, Investoren, Gründern und politischen Entscheidungsträgern einen datenbasierten Überblick über die Entwicklung der Schweizer Deep-Tech-Landschaft zu geben.

Der Report kann man hier einsehen: Swiss Deep Tech Report 2026


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