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The Female Company

Jan Hendrik Reichenbacher
Jan Hendrik Reichenbacher
Nov '19

Warum habt ihr euer Start-Up gegründet, welches Problem sprecht ihr an und wie löst ihr es?

Meine Mitgründerin Sinja und ich sind 2016 nach Indien gereist und haben ein großes Tabu rund um die weibliche Menstruation erkannt. Wenn Frauen und Mädchen ihre Periode haben, ist es ihnen nicht erlaubt, heilige Orte zu besuchen oder zur Schule zu gehen. Als wir zurück nach Deutschland kamen, stellten wir fest, dass selbst moderne Frauen in unserer modernen Gesellschaft immer noch seltsam verhalten, wenn sie ihre Menstruation haben: So verstecken wir zum Beispiel auf dem Weg zur Toilette unseren Tampon in einer Faust. Die erste Idee war, das Tabu rund um dieses Thema endlich zu beenden, indem wir eine laute, positive und gut gestaltete Marke auf den Markt bringen, die das zwielichtige Gefühl beendet, das man hat, wenn man seine Tampons in der letzten Ecke einer Drogerie kauft.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, The Female Company zu gründen?

Wie gesagt, die Idee für eine "neue Marke" war geboren. Aber als wir mit Frauen oder "unserem Zielmarkt" sprachen, stellten wir fest, dass niemand wirklich wusste, was in dem Produkt drin ist. Wir waren irgendwie schockiert, dass niemand darüber nachzudenken schien, woraus Tampons gemacht werden. Eine transparente und zuverlässige Lösung zu liefern war der Schlüssel und wir beschlossen, mit Bio-Baumwolle zu arbeiten. Es gab auch noch keinen großartigen D2C-Service.

Was ist das Besondere an eurem Geschäftsmodell, was macht ihr anders?

Was wir als The Female Company derzeit sind, ist der perfekte periodische Service. Was wir in der Zukunft werden wollen: Die Nummer eins unter den Online-Drogerien für Frauen, die organische und nachhaltige Lösungen für unsere täglichen Herausforderungen anbieten. Wir waren das erste Tampon-Abo in Deutschland und haben in den letzten zwei Jahren eine starke Marke aufgebaut. Und wir hören nie mit der Innovation auf: Neben Bio-Binden und -Einlagen haben wir erst kürzlich den ersten Bio-Tampon in Papierhülle auf den Markt gebracht. Gleichzeitig sind wir ein soziales Unternehmen: Mit jedem Abonnement erhält auch eine Frau in Indien eine waschbare Stoffbinde.

Welches waren die größten Herausforderungen, die ihr zu Beginn bewältigen musstet?

Wahrscheinlich unsere Lieferkette. Du musst dir vorstellen: Es ist ein Produkt, das regelmäßig benutzt und gebraucht wird, so dass die Hersteller in der Vergangenheit keine wirklichen Veränderungen erlebt haben. Es gab einfach keinen Grund dazu. Während unserer ersten Monate im Geschäft war es sogar schwierig, jemanden zu finden, der bereit ist, Tampons aus Bio-Baumwolle herzustellen. Die Umstellung der Plastikhülle auf Papier dauerte über ein Jahr.

Was war der wertvollste Rat, den euch jemand während eurer Gründungsphase gegeben hat?

Einer unserer ehemaligen Startup-Kollegen hat es uns erzählt: "Co-Founder zu sein ist wie eine Ehe. Aber ohne Versöhnungssex". Klingt ein bisschen komisch, aber es ist im Grunde wahr. Eine Co-Founder Beziehung kann über den Erfolg eines Unternehmens entscheiden.

Was war bisher euer größter Erfolg

Ganz einfach: Wir haben mit unserem so genannten Tamponbuch gegen die unfaire Tamponsteuer gekämpft. Was mit einer verrückten Marketing-Idee begann, ging durch die Presse auf der ganzen Welt und verdreifachte unseren Webverkehr innerhalb von Tagen. Das ist schon großartig, aber was es zu einem echten Highlight macht: Wir wurden eine Woche, nachdem wir das Buch veröffentlicht hatten, in den Deutschen Bundestag eingeladen und sprachen mit mehreren Politikern. Und jetzt: Der deutsche Finanzminister hat beschlossen, die Tamponsteuer bis Januar 2020 auf 7% zu senken. Es ist einfach großartig, einen echten (politischen) Einfluss auf dein Unternehmen zu haben!

Was die nächste Herausforderung für Euch?

Wir ziehen gerade nach Berlin um und in einer neuen Stadt mit vielen neuen Angestellten zu starten wird spannend. Ich denke, wir sind in dieser Phase, in der wir eine grundlegende und nachhaltige Organisation aufbauen müssen, die Bestand hat. Bis jetzt waren viele Praktikanten und junge Talente Teil des Unternehmens, ich denke, 2020 geht es eher darum, das beste Team einzustellen, das wirklich das Wachstum in der Zukunft vorantreibt.

Was würdet ihr anderen Gründern empfehlen?

Wähle den richtigen Mitgründer und höre nie auf, deiner Vision zu folgen.

Wo habt ihr euch kennengelernt?

Wir haben uns an der Universität kennengelernt. Wir wurden sehr enge Freunde und so kam es, dass wir nicht nur zusammen reisten sondern am Ende auch Geschäftspartner wurden.


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