Noch keinen Businessplan? Jetzt aber schnell!

Die Idee kann noch so gut sein, wer sich aber nicht von Anfang an Gedanken um die Wirtschaftlichkeit seines Unternehmens macht, droht früh zu scheitern. Ein paar Tipps für einen soliden Businessplan.

Einen ausführlichen Businessplan zu erstellen, mag zwar lästig sein – kann aber sehr helfen. Experten wie Michael Weißleder vom Existenzgründungsteam der IHK Region Stuttgart empfehlen, den Plan schon vor der Gründung zu erstellen, um die Erfolgschancen zu erhöhen. Die gute Nachricht für angehende Gründer und solche, die bisher eher wenig Lust auf die Anfertigung eines umfassenden Plans hatten: Im Internet gibt es zahlreiche kostenlose Vorlagen. Die schlechte Nachricht: nicht alle Punkte sind gleich wichtig. Eine Übersicht über die wesentlichen Bestandteile.  

Wofür es einen Businessplan braucht

„Jeder, der ein eigenes Unternehmen aufbauen möchte, sollte einen Geschäftsplan verfassen – egal ob für ein kleines oder ein großes“, sagt Weißleder von der IHK Stuttgart. Im ersten Schritt dient der dazu, wichtige Zahlen sowie Informationen zusammenzutragen und sich selbst einen Überblick zu verschaffen. „Anhand eines guten Businessplans kann man erkennen, ob die eigene Idee überhaupt eine Chance hat“, so der Experte. 

Auch wenn es mehrere Gründer gibt, ist ein Businessplan Weißleder zufolge wichtig, vor allem, um sich untereinander Klarheit zu verschaffen. „Damit lässt sich schon zu Beginn sicherstellen, dass alle die gleichen Erwartungen an ihre Geschäftsidee haben“, erklärt er. Der Geschäftsplan sollte daher auch schon stehen, bevor es zur eigentlichen Gründung der Gesellschaft kommt.

Langfristig ist ein Businessplan aber auch wichtig, um an Fremdkapital zu kommen. „Wer zum Beispiel Geld von einer Bank für seine Idee haben möchte, der kommt um einen Geschäftsplan nicht herum“, sagt Weißleder. Und auch wer öffentliche Fördermittel erhalten möchte, muss meist einen Geschäftsplan vorlegen.

So lässt sich ein Geschäftsplan aufbauen

Ein Businessplan sollte aus einem Textteil zur Beschreibung des Vorhabens sowie zur Einschätzung der Marktlage und einem Zahlenteil zur Analyse der Ein- und Ausgaben, und zur Frage, ab wann es Kapital von außen braucht, bestehen. Für den Anfang reicht es meist, dazu drei bis fünf Jahre in die Zukunft zu schauen. 

In den Textteil gehört neben einer Zusammenfassung, auch Executive Summary genannt, eine Vorstellung der Gründer und eine Einschätzung der Risiken und Chancen. „Die Selbstvorstellung soll auch Vertrauen bei Investoren schaffen“, sagt Weißleder. An der Stelle können Gründer zum Beispiel herausarbeiten, ob sie schon Expertise in dem entsprechenden Markt haben. Das macht auch ihre folgenden Einschätzungen glaubhafter. Denn eine erste Einordnung des Marktumfeldes und der potenziellen Kunden gehört ebenfalls dazu. „Viele Gründer sagen, dass jeder ihr Kunde sein könnte, aber das ist natürlich Unsinn“, warnt Weißleder. Hier gilt: je genauer die Zielgruppe definiert ist, desto belastbarer ist dann die Planung. Um einen Überblick des Marktes zu gewinnen, könnten Gründer sich zum Beispiel Produkte der Konkurrenz anschauen. 

In den Zahlenteil gehört zuallererst eine Umsatzplanung und damit die Frage, wie viel Geld Jahr für Jahr reinkommen wird. Darauf aufbauend müssen sich Gründer um die Kosten Gedanken machen. Im Anschluss können sie ausarbeiten wie viel Kapital sie in den nächsten Jahren vermutlich benötigen werden. Das führt zur Frage nach der Liquidität. „Wie wichtig Liquidität ist, ist gerade in Zeiten von Corona nochmal besonders deutlich geworden“, sagt Weißleder von der IHK Stuttgart. Denn an schnell verfügbaren finanziellen Mitteln fehle es vielen Unternehmen zurzeit. Zum Schluss lässt sich aus all diesen Punkten eine Rentabilitätsvorschau erstellen. Die ist laut Weißleder das Schlüsselstück – und für Investoren auch einer der bedeutsamsten Punkte.

Hilfe für all diese Punkte können Gründer unter anderem in der Gründungswerkstatt Deutschland bekommen. Dort finden sie Experten der Industrie und Handelskammern sowie der Handwerkskammern und von regionalen Wirtschaftsförderungen. Auch das Bundeswirtschaftsministerium informiert online ausführlich über die Struktur eines Businessplans.


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