amber erhält sieben Millionen Euro
Das Aachener KI Start-up amber hat eine Finanzierungsrunde über sieben Millionen Euro abgeschlossen. Drei Millionen Euro stammen von NRW.Venture, dem Venture Capital Fonds der NRW.BANK. Weitere drei Millionen Euro investiert die französische VC Gesellschaft Ventech. Die übrige Summe kommt von weiteren Investoren.
Mit dem frischen Kapital will amber seine KI Plattform weiterentwickeln, zusätzliche Mitarbeitende einstellen und die Expansion in Europa vorantreiben. Bereits heute nutzen nach Angaben des Unternehmens mehr als 400 Unternehmen die Lösung.
Unternehmenswissen aus verschiedenen Systemen zusammenführen
amber adressiert ein Problem, das gerade in mittelständischen Unternehmen alltäglich ist: Wissen ist zwar vorhanden, verteilt sich aber über unterschiedliche Laufwerke, Programme, Dokumente und E Mails. Wer eine bestimmte Information benötigt, muss häufig erst herausfinden, wo sie überhaupt gespeichert wurde.
Über einen proprietären AI Data Layer führt amber interne Unternehmensinformationen zusammen und macht sie über eine zentrale Suche zugänglich. Ergänzt wird diese durch einen KI Assistenten und KI Agenten. Mitarbeitende können Fragen in Alltagssprache stellen und erhalten Antworten auf Basis der unternehmenseigenen Informationen. Die Agenten sollen darüber hinaus zunehmend einzelne Aufgaben selbstständig übernehmen können.
KI für den europäischen Mittelstand
Im Fokus stehen vor allem kleine und mittlere Unternehmen. Zu den bisherigen Kunden gehören Firmen aus Maschinenbau, industrieller Produktion und Ingenieurwesen.
Dort soll amber unter anderem dabei helfen, vorhandenes Wissen zu sichern, Informationen schneller auffindbar zu machen und neue Mitarbeitende effizienter einzuarbeiten.
Gerade im Mittelstand könnte dieser Ansatz interessant werden. Während bei generativer KI häufig über neue Modelle und deren Leistungsfähigkeit gesprochen wird, liegt eine der praktischen Herausforderungen für Unternehmen an einer anderen Stelle: Wie lässt sich das bereits vorhandene eigene Wissen tatsächlich für KI Anwendungen nutzbar machen?
„In vielen mittelständischen Unternehmen steckt enormes Wissen. Im Arbeitsalltag ist es aber oft nur schwer zugänglich, weil es über viele Systeme verteilt ist“, erklärt Johanna Antonie Tjaden Schulte, Mitglied des Vorstands der NRW.BANK.
Aus dem RWTH Umfeld nach Europa
Gegründet wurde amber von Bastian Maiworm, Philipp Reißel und Igli Manaj. Das Unternehmen stammt aus dem Umfeld der RWTH Aachen und setzt mit seiner Positionierung bewusst auf den Mittelstand.
Die bereits mehr als 400 Unternehmenskunden liefern dabei eine Grundlage für den nächsten Wachstumsschritt. Mit den sieben Millionen Euro soll die Präsenz nun über Deutschland hinaus in weiteren europäischen Märkten ausgebaut werden.
Neben der geografischen Expansion steht der weitere Ausbau der Technologie im Mittelpunkt. amber will seine KI Lösungen weiterentwickeln und gleichzeitig das Team vergrößern.
Für NRW.Venture ist die Beteiligung damit zugleich ein Investment in ein nordrhein westfälisches KI Unternehmen, das einen großen europäischen Markt adressiert. Die NRW.BANK sieht in der Technologie vor allem die Chance, die Zukunftsfähigkeit mittelständischer Unternehmen zu erhöhen.
Der Mittelstand wird zum umkämpften KI Markt
Spannend ist die Finanzierung auch vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung im Enterprise AI Markt. Unternehmen benötigen längst nicht nur Zugang zu leistungsfähigen Sprachmodellen. Der eigentliche Wettbewerb verschiebt sich zunehmend auf die Frage, wer vorhandene Unternehmensdaten sicher, strukturiert und möglichst unkompliziert mit KI verbinden kann.
Für amber bedeutet das einerseits einen großen potenziellen Markt, andererseits aber auch erhebliche Konkurrenz. Zahlreiche Softwareanbieter arbeiten daran, KI Assistenten und Agenten direkt in bestehende Unternehmenssysteme zu integrieren.

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