New Space

€25,7 Millionen für Europas Rückkehr ins All: ATMOS Space Cargo

Von Testflug zu Regelbetrieb. Mit neuen PHOENIX-Missionen startet ATMOS in die kommerzielle Raumfahrtlogistik und hat jetzt frisches Kapital erhalten.
News von Marc Nemitz Marc Nemitz · Lichtenau, 22. April 2026

Das Raumfahrtstartup ATMOS Space Cargo hat eine Series-A-Finanzierung in Höhe von 25,7 Millionen Euro abgeschlossen. Die Runde wurde von Balnord und Expansion co-geführt, beteiligt sind unter anderem European Innovation Council, OTB Ventures sowie High-Tech Gründerfonds.

Das Unternehmen mit Sitz in Lichtenau entwickelt wiederverwendbare Transport- und Wiedereintrittssysteme für den Orbit und adressiert damit eine Lücke in der europäischen Raumfahrtinfrastruktur: den sicheren Rücktransport von Materialien, Daten und Hardware aus dem All.

Von Demonstration zu regulärem Betrieb

Nach einem erfolgreichen Testflug des Systems PHOENIX 1 im Jahr 2025 (wir berichteten) geht ATMOS nun den nächsten Schritt. Mit drei geplanten PHOENIX-2-Missionen will das Unternehmen erstmals eine regelmäßige, kommerzielle Rückkehr-Infrastruktur etablieren. Die Raumfahrzeuge sind darauf ausgelegt, Nutzlasten aus dem Low Earth Orbit (LEO) aufzunehmen, autonom zu operieren und kontrolliert zur Erde zurückzubringen. Ziel ist es, aus einzelnen Demonstrationen einen skalierbaren, wiederkehrenden Service zu machen.

CEO Sebastian Klaus betont, dass diese Phase entscheidend sei, um Europa unabhängigen Zugang zu orbitalen Rückführungsmissionen zu ermöglichen.

Technologie für präzise und nachhaltige Wiedereintritte

Kern der Technologie ist ein innovatives Wiedereintrittssystem auf Basis eines aufblasbaren Hitzeschilds (Inflatable Atmospheric Decelerator). Dieses fungiert gleichzeitig als Bremse und Schutzschild, reduziert Materialverluste und ermöglicht eine präzise Rückkehr der Nutzlast.

Die Fahrzeuge können je nach Mission mehrere Stunden bis Monate im Orbit verbleiben. Erste Recovery-Operationen sind in den Azoren geplant.

Wachsende Nachfrage nach orbitaler Logistik

Mit zunehmender Nutzung des Weltraums steigt auch der Bedarf an zuverlässigen Transportlösungen, insbesondere für Forschung, Industrie und sicherheitsrelevante Anwendungen. ATMOS positioniert sich hier als Full-Stack-Anbieter. Das Unternehmen deckt von Transport über Betrieb bis zur Rückführung den gesamten Missionszyklus ab.

Parallel arbeitet das Team bereits an der nächsten Generation. PHOENIX 3 soll rund zehnmal höhere Nutzlasten transportieren können und richtet sich an größere industrielle und institutionelle Missionen.

Strategischer Baustein für Europas Raumfahrt

Mit der neuen Finanzierung will ATMOS seine Systeme weiterentwickeln, erste operative Missionen durchführen und langfristig eine eigenständige europäische Infrastruktur für den Zugang zum und Rücktransport aus dem Orbit etablieren. Auch geopolitisch gewinnt das Thema an Bedeutung: Souveräne Raumfahrtfähigkeiten gelten zunehmend als Schlüssel für technologische Unabhängigkeit und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit Europas. Bereits Anfang 2025 berichteten wir auf der Startbase über eine große Förderung für Atmos Space Cargo.


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