Investor will SPACs in Deutschland populärer machen

Das Konzept ist umstritten und heiß diskutiert, aber beliebt: Sogenannte Börsenmäntel. Jetzt will der Investor Klaus Hommels einen SPAC an die deutsche Börse bringen und zielt damit auf Technologieunternehmen.

Schon seit Wochen wird in deutschen Medien über das Geschäft mit sogenannten SPACs an amerikanischen Börsen geredet. Jetzt soll das umstrittene Konzept nach Deutschland kommen: Laut dem Handelsblatt will der bekannte Investor Klaus Hommels einen SPAC, auch Börsenmantel genannt, unter dem Namen „Lakestar Spac 1“ noch im ersten Quartal des Jahres an die Deutsche Börse bringen. Das Volumen soll 200 bis 300 Millionen Euro umfassen.

Hinter SPACs, im Englischen steht die Abkürzung für Special purpose acquisition companies, steckt ein ausgeklügeltes Konzept: Durch einen Börsengang werden Millionen Dollar eingesammelt. Dahinter steckt aber kein Unternehmen, sondern eine leere Hülle, die nur aus Investorengeldern besteht. Einmal notiert, begibt sich der Manager des Börsenmantels auf die Suche nach einem echten Unternehmen, mit dem fusioniert werden kann. Daraus – im besten Fall – ziehen Investoren eine Menge Gewinn. Gelingt es nicht, ein passendes Unternehmen zu finden, bekommen die Investoren ihr Geld zurück. Für das Konzept ist daher besonders eine namhafte Person wichtig, auf deren gutes Gespür die Investoren setzen. Für Unternehmen bietet es ein vergleichsweise unkomplizierten Börsengang.

Laut Handelsblatt will Hommels mit seinem Börsenmantel ein europäisches Technologieunternehmen übernehmen, dabei könnte auch ein Milliardendeal drin sein. Es wäre eine erfolgreiche Premiere für den deutschen Markt. Schon 2008 versuchten mehrere Top-Manager einen Börsenmantel aufzusetzen, das fusionierte Unternehmen AEG Power Solutions scheiterte allerdings. 2018 folgte der Rückzug von der Börse.

Experten sehen den Trend der SPACs für dieses Jahr in Europa ankommen: Schon Ende 2020 wurden erfolgreich Börsenmäntel in Amsterdam und Paris etabliert. Das Konzept birgt viele Gefahren und ist umstritten. Die meist jungen Unternehmen, die übernommen werden sollen, sind nicht immer bereit für die Börse und es gibt immer wieder Vorwürfe, dass die Gründer der Börsenmäntel gegenüber den restlichen Investoren bevorzugt werden. In den USA untersucht das derzeit offenbar die Wertpapieraufsicht.


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