Innovationszentrum

Leipzig eröffnet Innovationszentrum Halle 7 für 17,8 Millionen Euro

Mit der Halle 7 eröffnet auf dem Gelände der Baumwollspinnerei ein neues Innovationszentrum. Auf 5.500 Quadratmetern sollen Startups, Wissenschaft, Investoren und Unternehmen zusammenfinden.
News von Marc Nemitz Marc Nemitz · Leipzig, 12. Oktober 2026

Auf dem Gelände der Leipziger Baumwollspinnerei ist mit der Halle 7 ein neues Innovationszentrum für Startups und wachsende Technologieunternehmen entstanden. Insgesamt 17,8 Millionen Euro wurden in den Ausbau investiert. Auf 5.500 Quadratmetern sollen künftig junge Unternehmen, etablierte Wirtschaft, Wissenschaft und Investoren zusammenarbeiten. Betreiber ist der Startup-Accelerator SpinLab.

Die Finanzierung des innerhalb von zwei Jahren realisierten Vorhabens erfolgte aus Mitteln des Programms Stadtumbau Ost und der Stadt Leipzig. Mit dem neuen Standort will Leipzig insbesondere die Entwicklung junger Technologieunternehmen unterstützen und die Zusammenarbeit zwischen Startups und etablierten Unternehmen stärken.

5.500 Quadratmeter für Gründung und Wachstum

Die Halle 7 befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen Leipziger Baumwollspinnerei, die sich in den vergangenen Jahrzehnten von einem Industriestandort zu einem überregional bekannten Kunst- und Kulturquartier entwickelt hat.

Mit dem Innovationszentrum kommt nun ein weiterer wirtschaftlicher Schwerpunkt hinzu. Die neuen Flächen sollen Startups nicht nur Arbeitsplätze bieten, sondern auch Raum für Entwicklung, Austausch und Kooperationen schaffen.

Betrieben wird der Standort von SpinLab. Gemeinsam mit der HHL Leipzig Graduate School of Management und der Gründungsinitiative SMILE der Universität Leipzig sollen junge Unternehmen von der ersten Gründungsidee bis zur Skalierung begleitet werden.

Dabei setzt das Konzept auf die Verbindung unterschiedlicher Akteure. Neben Startups sollen auch etablierte Unternehmen, wissenschaftliche Einrichtungen und Kapitalgeber den Standort nutzen.

Halle 7 Außenansicht | (c) Eric Kemnitz

Kooperationen zwischen Startups und Mittelstand stärken

Ein Schwerpunkt der Halle 7 liegt auf der Zusammenarbeit zwischen jungen Technologieunternehmen und etablierten Betrieben.

Startups sollen dadurch leichter Zugang zu potenziellen Kunden, Entwicklungspartnern und Investoren erhalten. Zu den genannten Kapitalgebern gehören der TGFS Technologiegründerfonds Sachsen und SIVentures.

Für etablierte Unternehmen eröffnet der Standort wiederum die Möglichkeit, neue Technologien und Geschäftsmodelle frühzeitig kennenzulernen und in konkreten Pilotprojekten zu erproben. Ein Instrument dafür ist das sogenannte Venture Clienting, bei dem Unternehmen als frühe Kunden innovativer Startups auftreten.

Dass solche Kooperationen keineswegs selbstverständlich sind, zeigen Zahlen des Deutschen Startup Monitors 2026. Demnach ist der Anteil der Startups, die mit etablierten Unternehmen zusammenarbeiten, von 61,9 Prozent im Jahr 2024 auf 54,1 Prozent gesunken.

„Innovation darf gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten nicht zum verzichtbaren Kostenfaktor werden“, erklärt SpinLab-Gründer und Geschäftsführer Dr. Eric Weber.

Wachstum als zentrale Herausforderung

Neben der Unterstützung neuer Gründungen richtet sich die Halle 7 ausdrücklich an Unternehmen, die bereits erste Markterfolge erzielt haben und vor der nächsten Wachstumsphase stehen.

Dabei geht es insbesondere um den Zugang zu Kunden, Kapital und erfahrenen Partnern. Diese Faktoren sind für technologieorientierte Startups häufig entscheidend, wenn sie ihre Produkte über erste Pilotprojekte hinaus kommerzialisieren und international skalieren wollen.

SpinLab-Geschäftsführer Martin Richter sieht die Halle 7 deshalb als Standort, an dem aus persönlichen Kontakten konkrete wirtschaftliche Kooperationen entstehen sollen.

Auch die Bundesregierung und der Freistaat Sachsen unterstützen den Ansatz. Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser, verwies bei der Eröffnung auf die Bedeutung solcher Innovationsstandorte für die wirtschaftliche Entwicklung Ostdeutschlands. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer betonte insbesondere die Rolle junger Unternehmen und des Mittelstands.

Halle 7 Innenansicht | (c) Eric Kemnitz

Sunfire und CargoBeamer erhalten ersten ScaleUp Award

Im Rahmen der Eröffnung vergab SpinLab erstmals den SpinLab ScaleUp Award. Ausgezeichnet wurden das Dresdner Wasserstoffunternehmen Sunfire und der Leipziger Schienengüterverkehrsspezialist CargoBeamer.

Beide Unternehmen stehen für die Entwicklung technologieorientierter Startups zu international tätigen Wachstumsunternehmen.

Sunfire entwickelt und produziert Elektrolyseure zur Herstellung von grünem Wasserstoff. Das Unternehmen beschäftigt nach Angaben von SpinLab mehr als 700 Mitarbeiter und hat bislang über 500 Millionen Euro Wachstumskapital eingeworben.

CargoBeamer entwickelt Technologien für die Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene. Das Leipziger Unternehmen beschäftigt rund 160 Mitarbeiter und konnte etwa 140 Millionen Euro Investitionskapital sichern.

Mit dem neuen Preis will SpinLab erfolgreiche Wachstumsunternehmen aus Mitteldeutschland sichtbarer machen.

„Der Engpass liegt in der Wachstumsphase: Wer skalieren will, braucht Kunden, Kapital und erfahrene Partner gleichzeitig“, erklärt Dr. Marcus Haberstroh, Geschäftsführer der SpinLab Gruppe.

SpinLab baut Innovationsnetzwerk weiter aus

SpinLab betreibt neben dem Standort Leipzig auch RootCamp in Hannover und ExciteLab in Dresden. Als Träger des Smart Infrastructure Hub Leipzig ist die Organisation zudem Teil der Digital Hub Initiative des Bundes.

Nach eigenen Angaben haben die von SpinLab unterstützten Startups bislang mehr als 900 Millionen Euro Finanzierungskapital eingeworben und über 3.000 Arbeitsplätze geschaffen.

Mit der Halle 7 erweitert SpinLab nun seine räumlichen Kapazitäten in Leipzig. Der Standort soll insbesondere die Verbindung zwischen Forschung, Gründung und industrieller Anwendung stärken.

Die Investition von 17,8 Millionen Euro schafft dafür zunächst die infrastrukturellen Voraussetzungen. Ob das Innovationszentrum langfristig zusätzliche Wachstumsunternehmen hervorbringt, dürfte vor allem davon abhängen, wie erfolgreich es gelingt, Startups mit zahlenden Kunden, geeigneten Investoren und industriellen Entwicklungspartnern zusammenzubringen.


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