Kleiner Luxus im Glas für Sportbegeisterte

Bio, proteinreich, ohne Zusätze: Das Start-up Löwenanteil verspricht mit seinen Fertiggerichten im Glas viel. Aber was können die Produkte? Wir haben den Test gemacht. 

Bei Fertiggerichten denkt man an ungesunde Produkte aus der Tiefkühltruhe, Nährstoffe gleich null, einziger Vorteil: Die Zubereitung geht schnell. Letzteres verspricht auch das Start-up Löwenanteil für seine Bio-Fertiggerichte, ansonsten wollen sie aber alles anders machen. Die aktuell sechs Produkte tragen Namen wie „Linsen a la Provence“ und „Chili Vegano“, sind proteinreich und vor allem für Menschen entwickelt, die regelmäßig und gezielt Sport treiben. Motto von Löwenanteil: Jetzt bin ich satt. Gut, dann testen wir mal.

Auswahl und Webseite: Löwenanteil im Test

Die Webseite ist schön, schlicht, im Logo der kleine Löwe mit Krone. Die wenigen Gerichte sind sehr übersichtlich einzusehen. Qualität vor Quantität? „Keine Chemie, kein zugesetzter Zucker, kein Bullshit”, schreibt Löwenanteil. 570 Gramm im Glas, 100 Prozent natürliche Zutaten und „reich an Protein“. Auch der Nutri-Score wird angegeben, immer A. Gesünder habe ich mich wohl nie ernährt. Kostenpunkt: 6,99 Euro. Für jedes Produkt, egal, ob mit Fleisch, Bohnen oder als Curry. Wie sich das wohl rechnet? 

Wir recherchieren nochmal ein bisschen auf der Webseite: Das große Versprechen ist, für sporttreibende Menschen eine schnelle und die nötigen Nährstoffe enthaltende Essensportion anzubieten. Der Proteingehalt steht ganz oben auf den Gläsern, damit kann der Sportbegeisterte planen. Auf der Webseite findet sich auch ein Kalorienrechner, wo ich zwischen drei Zielen auswählen kann. Das erste ist: Abnehmen, Muskelaufbau oder ausgewogen ernähren. Ich gebe dafür nicht nur mein Gewicht und Geschlecht an, sondern auch meine tägliche Aktivität oder wie oft ich Sport treibe. Löwenanteil bietet also auch die perfekte Berechnung der Anzahl Gläser, die ich dann für meinen Bedarf brauche. Praktisch. Und die Gläser gibt es auch im Vorteilspack, zum Beispiel sechs oder zwölf von einem Gericht. Oder aber ich schließe ein Abo ab. Nimmt mir natürlich Arbeit ab, die Gerichte sind ungekühlt und geschlossen sogar über ein Jahr haltbar. Wie ist das möglich, ohne Zusatzstoffe, frage ich mich.

Die Löwenanteil-Gründer Robin Redelfs (l.) und Thomas Kley. (Foto: Löwenanteil)

Die Bestellung bei Löwenanteil im Startbase-Test

Ich bestelle drei Gerichte: Chili Vegano und den italienischen Bohneneintopf, beides wird als neu angepriesen. Zum Vergleich landet die fleischige Variante des Chilis, Chipotle Chili, in meinem Warenkorb. Kostenlosen Versand bekomme ich erst ab 40 Euro, also zahle ich fünf Euro mehr. Für die Bestellung brauche ich ein Benutzerkonto.  Bezahlen kann ich mit den üblichen Optionen wie Paypal, Klarna oder mit der Kreditkarte. Die Bestätigung kommt per Mail, ich werde im „Löwenrudel“ willkommen geheißen und erhalte die Info, dass Löwenanteil mit jeder Bestellung an Kinder in Burundi eine warme Mahlzeit spendet. Das ist eine Zusammenarbeit mit der Welthungerhilfe. Wer in Deutschland mit teuren Bio-Produkten Geld verdient, kann auch abgeben. Das finde ich gut. Habe mit meiner Bestellung also auch noch was Gutes getan.

Mein Löwenanteil im Test: Der Geschmack kann überzeugen

Das Paket kommt zwei Tage später an, das ging schnell. In einem Karton mit optional sechs Fächern stehen meine drei Gläser sicher. Auf der Webseite und auch auf den Gläsern ist zu lesen: Zubereitung in drei Minuten, im Topf oder in der Mikrowelle. In den Kommentaren unter den Gerichten stand von anderen Löwenanteil-Kunden, dass dazu auch Reis oder Kartoffeln passen, um die Varianten des Eintopfs zu ergänzen. Klingt mir logisch. Auch Löwenanteil selbst ist sich dieser Kombination scheinbar bewusst. Das Start-up bietet Reis und Quinoa an, außerdem Proteinballs als Snacks. Heute geht es aber erstmal um die Produkte aus Gläsern. 

Ich teste mit zwei Freunden, beide sind sportlich, also die Zielgruppe von Löwenanteil. „Der erste Eindruck macht Lust auf mehr“, sagt einer der beiden. „Riecht richtig gut“, der andere. Aber: „Bei dem Namen hätte ich mir größere Portionen vorgestellt.“ 

Der Bohneneintopf und das vegane Chili werden im Topf, das fleischige Chili in der Mikrowelle zubereitet – funktioniert beides und beide Gerichte sind schnell warm. Und wir machen eigenen Reis dazu. Beim ersten Bissen gucken wir uns alle erwartungsvoll an, erstes Urteil: gut. „Man bekommt, was man erwartet.“ Was das heissen soll? Es schmeckt gesund. Genauer: Die Bestandteile sind lecker, aber zum einen sind keine Zusatzstoffe drin und zum anderen ist es Eintopf. Das macht es schwer, einzelne Bestandteile zu bewerten. Beim Fleisch geht das aber: „Zart und es sind wirklich Fleischstücke drin”, lautet das Urteil. Der Bohneneintopf ist im Vergleich am wenigsten intensiv: „Ich habe es mir würziger vorgestellt als ich es gerochen habe.” Das vegane Chili ist ein bisschen scharf, aber genau richtig. 

„Jetzt bin ich satt“ lautet das Motto von Löwenanteil. Ich frage die beiden, ob es stimmt. Ohne den Reis würde die Portion nicht reichen, sagen sie übereinstimmend. Aber dann reicht die Sättigung auch bis in den frühen Abend. 

Fazit

Es ist lecker, es ist gesund und geht schnell. Aber auch ein kleiner Luxus: Für sieben Euro kann ich auch selbst was Leckeres kochen, den Reis inklusive. Die Zielgruppe sind sicherlich nicht nur junge und sporttreibende, sondern auch urbane und finanziell gut gestellte Menschen. Vielleicht entsteht der Reiz vor allem bei denen, für die Sport im Lebensmittelpunkt steht. Die Instagram-Seite von Löwenanteil bestätigt den Eindruck: Wer für die Bio Fertiggerichte wirbt, ist Mikro-Influencer im Bereich Sport und gesunder Lifestyle. Noch bis heute bekomme ich viele Mails mit Rabatten und Angeboten. Ich nutze sie nicht, aber ich bin einfach die falsche Person für die Produkte. Wer allerdings Zeit sparen will und sein Essen mit Inhaltsstoffen genau planen will, für den ist Löwenanteil perfekt. 

Hintergrund zum Unternehmen

Löwenanteil gründeten Robin Redelfs und Thomas Kley, 2019 erhielten sie 225.000 Euro vom österreichischen Wagniskapitalgeber Square One Food. Ihr Ansatz: Wer viel Sport macht und auf seine Ernährung achtet, der steht immer wieder vor der Frage: Was koche ich heute, um genug Protein zu mir zu nehmen? Mit Löwenanteil haben sie die Lösung selbst erfunden und verkaufen seitdem Bio Fertiggerichte, hergestellt und abgefüllt in Deutschland. Der Name ihres Unternehmens leitet sich aus einer Fabel über einen Löwen ab. Es geht im übertragenen Sinne um den Streit des besten und größten Teil des Essens, Löwenanteil will jeder und jedem seinen eigenen Anteil ganz ohne Neid zum Futtern geben. 


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