Jedes fünfte Start-up hat im Schnitt einen Gründenden mit Migrationshintergrund

Gründerinnen und Gründer mit Migrationshintergrund sind hoch qualifiziert und erfolgreich. Doch oft gibt es Hindernisse bei der Vernetzung und Finanzierung. 

Etwa 20 Prozent aller Start-ups in Deutschland haben eine Gründerin oder einen Gründer mit Migrationshintergrund. Das zeigt der „Migrant Founders Report“, der erstmals von der Friedrich-Naumann-Stiftung und dem Bundesverband Deutscher Start-ups durchgeführt wurde. Damit sind Menschen mit Migrationsgeschichte immer noch unterrepräsentiert. Ihr Bevölkerungsanteil ist um etwa fünf Prozentpunkte höher. Die Verteilung ist deutschlandweit stark unterschiedlich: Während in NRW 26,6 Prozent der Start-up-Gründerinnen und Gründer eine Migrationsgeschichte haben, hat es in Thüringen oder Brandenburg niemand. Die Studie zählt Menschen mit Migrationshintergrund in der ersten oder zweiten Generation. Als besonderes erfolgreiche Start-ups zählt der Report unter anderem Biontech, Auto1, Delivery Hero und Research Gate. 

„Diversität ist keine Option, sondern eine gesellschaftliche Notwendigkeit, für die wir uns nicht erst bei den Gründerinnen und Gründern einsetzen sollten“, sagt Sophie Chung, CEO und Gründerin von Qunomedical und Vorstandsmitglied des Start-up-Verbandes. „Die Förderung von unternehmerischen Talenten sollte schon in der Kindheit beginnen: Wenn wir es schaffen, die gedanklichen und tatsächlichen Hürden in jungen Jahren abzubauen, dann heben wir die enormen, bislang brachliegenden Potenziale.“

Einen akademischen Abschluss haben neun von zehn der Gründerinnen und Gründer mit eigener Migrationserfahrung – gegenüber 84 Prozent im gesamten Ökosystem. Zudem bringen sie besonders häufig einen MINT-Hintergrund mit. Gründerinnen und Gründer mit Migrationshintergrund haben dem Bericht zufolge auch eine höhere Risikobereitschaft. 68 Prozent streben einen Exit an, im Vergleich zu 59 Prozent aller Gründerinnen und Gründer. Existenzgründungen von Migranten seien in der Vergangenheit  oft Notgründungen gewesen, weil sie schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt gehabt hätten, das gelte auch jetzt noch, sagt Gonca Türkeli-Dehnert, Geschäftsführerin der Deutschlandstiftung Integration. „Heute sind Existenzgründungen aber in der Regel Chancengründungen, überwiegend von Menschen mit einem akademischen Abschluss.“

In den Bereichen Finanzierung und Kooperationen haben Gründerinnen und Gründer mit Migrationshintergrund aktuell noch Schwierigkeiten. Haben sie einen Migrationshintergrund in der ersten Generation erhielten sie im Mittel 1,1 Millionen Euro externes Kapital – gegenüber 2,6 Millionen Euro im deutschen Schnitt. Es sei ermutigend zu sehen, dass Gründerinnen und Gründer mit Migrationshintergrund wichtige Impulse zum deutschen Start-up-Ökosystem beisteuerten, sagt Karl-Heinz Paqué, Vorstandsvorsitzender der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit. „Damit sie künftig noch erfolgreicher arbeiten können, sollten sie bei der Vernetzung – zum Beispiel mit Wissenschaftseinrichtungen – mehr Unterstützung erhalten. Hier ist eine klare Lücke erkennbar.“


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