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Dicke Deals und neue Start-up-Stars

Jan Schulte
Jan Schulte
Dez '20

2020 war für viele Start-ups ein besonderes Jahr – und das längst nicht nur wegen Corona. Ein kleiner Jahresrückblick.

Nein, auch dieser Jahresrückblick kommt selbstverständlich nicht um das Thema Covid-19 herum. Die Krankheit hat auch die Start-up-Welt mächtig durchgeschüttelt. In den Jahren vor Corona ging es für die Szene in Deutschland konstant bergauf: immer mehr Gründungen, immer mehr Geld. Doch spätestens seit März ist die Verunsicherung groß. Laut dem Gründungsmonitor 2020 des deutschen Start-up-Verbandes geben knapp 75 Prozent der jungen Unternehmen an, dass sie durch die Corona-Krise in ihrer Wirtschaftstätigkeit beeinträchtigt sind. 

Doch bei all den schlechten Nachrichten, den düsteren Konjunkturaussichten und der heruntergefahrenen Wirtschaft gab es auch einige andere Ereignisse, die die Start-up-Szene in Deutschland bewegt haben – ein Blick auf die Tops und Flops des Jahres. 

Dr. Oetker kauft Flaschenpost

Streng genommen ist die Idee von Flaschenpost weder neu, noch revolutionär. Schon seit es Getränkehändler gibt, liefern die ihre Waren teilweise auch direkt zu ihren Kunden nach Hause. Als Dieter Büchl 2012 Flaschenpost gründete, hatte er gar nichts anderes im Sinn. Trotzdem hat sein Unternehmen nun mehr als 8.000 Mitarbeiter und wächst mit über 200 Prozent pro Jahr. Das Versprechen des Lieferdienstes an seine Kunden mit dem er sich von der Konkurrenz abhebt: Die Getränke kommen innerhalb von 120 Minuten.

Von Büchls Start-up offenbar dermaßen begeistert startet Dr.-Oetker-Chef Albert Christmann 2017 mit Durstexpress direkt ein eigenes Getränkeliefer-Start-up. Doch der große Erfolg bleibt aus. Während Flaschenpost im November in gut 150 Städten vertreten ist, liefert Durstexpress gerade einmal in zehn Kommunen aus. Der Rest ist Geschichte – und wohl der Deal des Jahres. Anfang November verkündet Dr. Oetker, Flaschenpost aufzukaufen. Bis zu einer Milliarde Euro will das Unternehmen dafür laut Medienberichten auf den Tisch legen. Ein erfolgreiches Start-up muss also das Rad nicht immer neu erfinden. 

Dicke Finanzierungsrunden

Mit unter anderem Auto1, Lilium und Auxmoney haben eine ganze Reihe von Start-ups eine Finanzierungsrunde in Höhe von mindestens 100 Millionen Euro abgeschlossen. Eine Punktlandung legte offenbar dabei Wefox hin – und das weitestgehend unbemerkt. Laut den Magazinen Finance Forward und Finanz-Szene soll das Einhorn im September 100 Millionen Euro eingesammelt haben. 25 Millionen kamen dabei über einen Kredit und 75 Millionen als Wandelanleihen. Selbst kommuniziert hat das Berliner Start-up die Finanzierungsrunde im Dezember nicht. Finance Forward schätzt, dass Wefox in den kommenden sechs Monaten auf einen noch größeren Deal hinarbeitet. Das nächste Jahr dürfte also spannend werden. 

Keine Lust auf einen Betriebsrat

Ein Betriebsrat passe einfach nicht zur Unternehmenskultur. So drückte es offenbar das N26-Management in einer E-Mail an seine Mitarbeiter aus. Einige Monate und eine juristische Auseinandersetzung später gibt es auch bei dem Fintech mit seinen mehr als 1.500 Mitarbeitern in 80 Ländern eine Mitarbeitervertretung. 

N26 ist allerdings nicht das einzige Start-up, das sich mit einem Betriebsrat schwer tut. Flaschenpost wehrte sich am Düsseldorfer Standort ebenfalls gegen eine Mitarbeitervertretung und verlor vor Gericht. Auch bei Lieferando gab es in diesem Jahr Probleme: Durch die Übernahme von Foodora hat Lieferando die Betriebsräte mit übernommen. Im Zuge der Verschmelzung wollten die Arbeitnehmer in Köln einen neuen Betriebsrat gründen, der alle dort angesiedelten Mitarbeiter erfasst. Das Management lehnte dies im Sommer ab. Es argumentierte, dass es sich bei Foodora und Lieferando in Köln noch immer um zwei getrennte Betriebe handle. Das Landesarbeitsgericht Köln sah das jedoch anders.

Corona-Impfung made in Germany 

Özlem Türeci und Ugur Sahin wollten ursprünglich ein Krebsmedikament entwickeln und gründeten 2008 Biontech. Statt mittels einer Chemotherapie oder einer Bestrahlung solle der Körper selbst in die Lage versetzt werden, Krebs zu bekämpfen. Die von ihnen entwickelte mRNA-Methode, die gewissermaßen eine Bauanleitung für die Produktion von Zellen beinhaltet, sollte das möglich machen. Am 09. November verkündete Biontech aber gemeinsam mit dem US-Konzern Pfizer ihren Durchbruch bei der Suche nach einem Impfstoff gegen Covid-19. Der bietet offenbar einen über 90-prozentigen Schutz vor dem Virus.

An den Börsen drehte an diesem Tag die Stimmung. Viele Kurse schossen nach oben, auch von solch angeschlagenen Unternehmen wie der Lufthansa oder dem Kinobetreiber AMC Entertainment. Inzwischen haben zahlreiche Länder den Impfstoff von Türeci und Sahin bestellt. Die Impfungen haben begonnen. 

Die Hoffnungen der Welt ruhen allerdings auch noch auf einem anderen deutschen Unternehmen. Das vor 20 Jahren gegründete Unternehmen Curevac hat im Dezember den Start der zulassungsrelevanten klinischen Phase-III-Studie bekannt gegeben. Mit Ergebnisse rechnen die Forscher noch im ersten Quartal 2021. Die EU scheint bereits fest mit einem Erfolg der Studie zu rechnen. Die EU-Kommission hat bereits einen Deal über 405 Millionen Impfdosen abgeschlossen.


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