1,8 Millionen Euro für KI-gestützte Personalvermittlung gehen an PLACED
Das Potsdamer HR-Tech-Startup PLACED (Getplaced) hat seine erste institutionelle Finanzierungsrunde abgeschlossen und verfügt damit über eine Gesamtfinanzierung von rund 1,8 Millionen Euro. Zu den Investoren gehören Brandenburg Kapital, Ventic Ventures, Angel Invest und weitere Venture-Capital-Gesellschaften sowie Business Angels. Das Unternehmen entwickelt eine KI-Plattform, die Personalvermittlern dabei hilft, passende Arbeitgeber für ihre Kandidaten zu identifizieren und die Kundenansprache zu automatisieren. Langfristig soll die Technologie den Personalbedarf von Unternehmen sogar vorhersagen können, bevor entsprechende Stellen ausgeschrieben werden.
Erste institutionelle Finanzierungsrunde abgeschlossen
PLACED hat mit seiner ersten institutionellen Finanzierungsrunde mehrere Venture-Capital-Investoren und Business Angels gewonnen.
Zum Investorenkreis gehören Brandenburg Kapital, die Beteiligungsgesellschaft der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB), Ventic Ventures, Angel Invest, True Growth, Superangels, WorkTech Angels und der Business Angel Club by Board Academy.
Zusätzlich beteiligen sich weitere Business Angels mit Erfahrung in den Bereichen Künstliche Intelligenz und Personalvermittlung.
Mit Abschluss der Runde beläuft sich die bisherige Gesamtfinanzierung des Startups auf rund 1,8 Millionen Euro. Wie viel Kapital ausschließlich in der aktuellen Runde aufgenommen wurde, geht aus der Mitteilung nicht hervor.
Die Mittel sollen in die Weiterentwicklung der KI-Plattform, den Ausbau der zugrunde liegenden Datentechnologie und die Stärkung des Vertriebs fließen.
Personalvermittler müssen Arbeitgeber schneller identifizieren
PLACED adressiert einen Markt, in dem die erfolgreiche Vermittlung von Kandidaten stark von aktuellen Informationen und dem richtigen Zeitpunkt abhängt. Nach Unternehmensangaben gibt es in Europa mehr als 30.000 Personalvermittlungs- und Personaldienstleistungsunternehmen.
Entscheidend ist, dass Talente und Unternehmen zum richtigen Zeitpunkt zusammenfinden. Wenn KI die Suche und den Vermittlungsprozess automatisiert, entstehen mehr Vermittlungschancen und der Arbeitsmarkt wird effizienter.
Kai Künne, Mitgründer und Geschäftsführer von PLACED
.Diese müssen nicht nur geeignete Kandidaten finden, sondern auch Unternehmen identifizieren, bei denen deren Fähigkeiten und berufliche Vorstellungen gefragt sind. Ein wesentliches Problem besteht darin, dass öffentlich ausgeschriebene Stellen nur einen Teil des tatsächlichen Personalbedarfs abbilden. Unternehmen können beispielsweise bereits neue Projekte, Standorterweiterungen oder organisatorische Veränderungen planen, bevor entsprechende Stellenanzeigen erscheinen. PLACED will Personalvermittlern deshalb einen umfassenderen Überblick über die Nachfrage nach bestimmten Qualifikationen ermöglichen.
Milliarden Datenpunkte als Grundlage der KI-Plattform
Die technologische Grundlage bildet eine Datenplattform, die öffentlich verfügbare Informationen über den Arbeitsmarkt erfasst und strukturiert.
Nach eigenen Angaben verarbeitet PLACED Milliarden Datenpunkte zu Stellenprofilen, Qualifikationsanforderungen, Gehältern und Zusatzleistungen.
Aus diesen Informationen sollen sich Muster erkennen lassen, die Hinweise auf die Nachfrage nach bestimmten Berufsgruppen und Fähigkeiten liefern.
Personalvermittler können diese Daten nutzen, um für vorhandene Kandidaten passende Unternehmen zu identifizieren.
Die Plattform soll dabei nicht ausschließlich auf konkrete Stellenausschreibungen reagieren, sondern unterschiedliche Marktsignale zusammenführen.
Damit verfolgt PLACED einen datenbasierten Ansatz für den sogenannten Kandidatenvertrieb, also die gezielte Vermittlung vorhandener Talente an potenzielle Arbeitgeber.
KI-Agenten automatisieren Recherche und Ansprache
Neben der Datentechnologie bietet PLACED eine Softwarelösung für den operativen Arbeitsalltag von Personalvermittlern.
Spezialisierte KI-Agenten unterstützen dabei, Unternehmen zu recherchieren, passende Ansprechpartner zu identifizieren und die Ansprache potenzieller Arbeitgeber vorzubereiten beziehungsweise zu automatisieren.
Auch weitere Teile des Vermittlungsprozesses sollen softwaregestützt abgewickelt werden können.
Das Ziel ist es, wiederkehrende Vertriebsaufgaben zu reduzieren und die Geschwindigkeit der Vermittlung zu erhöhen.
Personalvermittler sollen dadurch mehr Zeit für persönliche Beratung, die Vorbereitung von Kandidaten und die individuelle Betreuung von Arbeitgebern gewinnen.
Mitgründer und Geschäftsführer Kai Künne sieht die Herausforderung insbesondere darin, Kandidaten und Unternehmen zum passenden Zeitpunkt zusammenzubringen.
Die Automatisierung soll dabei die persönliche Beratung ergänzen und den Vermittlern zusätzliche Handlungsmöglichkeiten eröffnen.
Künftig soll KI den Personalbedarf vorhersagen
Ein zentraler Bestandteil der weiteren Produktentwicklung ist ein geplanter Prognosebereich, den PLACED als „Prediction Layer“ bezeichnet.
Dieser soll aus den gesammelten Arbeitsmarktdaten Hinweise auf den zukünftigen Personalbedarf von Unternehmen ableiten.
Dazu gehört beispielsweise die Frage, welche Qualifikationen ein Arbeitgeber voraussichtlich in den kommenden Monaten benötigen könnte.
Personalvermittler könnten geeignete Kandidaten dadurch bereits anbieten, bevor eine konkrete Stellenausschreibung veröffentlicht wird.
Die Technologie soll damit einen Wechsel von der reaktiven Stellenbesetzung hin zu einer stärker vorausschauenden Vermittlung ermöglichen.
Die Prognosefunktionen befinden sich nach Angaben des Unternehmens noch in der Entwicklung. Konkrete Ergebnisse zur Vorhersagegenauigkeit oder zu bereits erfolgreich prognostizierten Stellenbedarfen werden bislang nicht genannt.
Erste Kunden aus der Personalvermittlungsbranche
PLACED berichtet bereits von mehreren gewonnenen Kunden in der deutschen Personalvermittlungsbranche.
Dazu gehört die Franke + Pahl Fachkräfte GmbH, deren Geschäftsführer Lars Poslednik die Zusammenführung von Marktsignalen, Kandidatenprofilen, Unternehmenskontakten und KI-Agenten hervorhebt.
Die Plattform soll Personalvermittlern damit eine gemeinsame Arbeitsumgebung für datenbasierte Recherche und automatisierte Vertriebsprozesse bieten.
Konkrete Angaben zur Anzahl der zahlenden Kunden, zum Umsatz oder zur Zahl der erfolgreich vermittelten Kandidaten macht das Startup nicht.
Neben klassischen Personalvermittlern richtet sich die Datentechnologie auch an weitere Unternehmen.
Zu den potenziellen Kundengruppen gehören KI-basierte Staffing-Anbieter, Jobbörsen, HR-Tech-Unternehmen und Medienhäuser, die Arbeitsmarktinformationen für eigene Produkte oder Dienstleistungen nutzen können.
Brandenburg Kapital unterstützt weiteres Wachstum
Mit Brandenburg Kapital beteiligt sich auch ein öffentlicher Venture-Capital-Investor an der Finanzierung.
Die Gesellschaft gehört zur Investitionsbank des Landes Brandenburg und investiert in technologieorientierte Unternehmen der Region.
Investmentmanager Markus Barnickel sieht in PLACED ein Beispiel für spezialisierte KI-Anwendungen, die einen wirtschaftlich relevanten Geschäftsprozess innerhalb einer Branche automatisieren.
Auch Guido Happe, CEO der Board Academy, beteiligt sich über den Business Angel Club by Board Academy. Er will das Unternehmen nach eigenen Angaben zusätzlich als Beirat begleiten.
Mit dem neuen Kapital kann PLACED sowohl seine KI-Agenten als auch die zugrunde liegende Arbeitsmarktdatenbank weiterentwickeln.
Entscheidend für die weitere Entwicklung wird sein, ob die Plattform die Vermittlungsprozesse ihrer Kunden messbar beschleunigt und die geplanten Prognosefunktionen zuverlässige Hinweise auf künftigen Personalbedarf liefern.
PLACED positioniert sich damit an der Schnittstelle von HR-Tech, Arbeitsmarktdaten und spezialisierter KI-Automatisierung.

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