Nauta startet sechsten Fonds mit 60 Millionen Euro beim First Closing
Der europäische Venture-Capital-Investor Nauta hat das erste Closing seines sechsten Fonds bei 60 Millionen Euro bekannt gegeben. Bis zur zweiten Jahreshälfte 2027 soll das Fondsvolumen auf 150 bis 200 Millionen Euro steigen. Als größter Kapitalgeber beteiligt sich erneut die British Business Bank mit 30 Millionen Euro. Der neue Fonds konzentriert sich auf europäische Startups aus den Bereichen B2B-Software, Künstliche Intelligenz und DeepTech.
Nauta investiert von der Pre-Seed-Phase bis zur Series A und ist mit Büros in London und Barcelona vertreten. Mit dem sechsten Fonds setzt die Beteiligungsgesellschaft ihre seit mehr als 20 Jahren bestehende Investmentstrategie fort.
British Business Bank investiert erneut 30 Millionen Euro
Die British Business Bank übernimmt beim ersten Closing die Rolle des Ankerinvestors und stellt die Hälfte der bislang zugesagten 60 Millionen Euro bereit. Für die britische Förderbank ist es bereits die vierte Beteiligung an einem Fonds von Nauta.
Weitere Kapitalgeber sind SETT, Merifin Capital und das Institut Català de Finances. Hinzu kommen institutionelle Investoren und Family Offices aus Großbritannien, Kontinentaleuropa, Lateinamerika und dem Nahen Osten.
Nach Angaben von Nauta stammen rund drei Viertel der Investoren des ersten Closings aus dem Kreis bestehender Kapitalgeber früherer Fonds. Das verbleibende Viertel entfällt auf neue Investoren.
Mit dem angestrebten finalen Fondsvolumen von 150 bis 200 Millionen Euro würde Nauta sein insgesamt verwaltetes Vermögen nach eigenen Angaben auf annähernd 750 Millionen Euro erhöhen.
Fokus auf B2B-Software und spezialisierte Branchenlösungen
Nauta konzentriert sich traditionell auf Softwareunternehmen, die Geschäftsprozesse in größeren Branchen verändern. Dazu gehören unter anderem Tourismus, Finanzdienstleistungen, Einzelhandel und Personalwesen.
Ein wichtiges Auswahlkriterium ist dabei die Kapitaleffizienz. Der Investor sucht Unternehmen, die mit vergleichsweise begrenztem Kapitaleinsatz skalierbare Softwareprodukte und langfristige Wettbewerbsvorteile entwickeln können.
Zu den bisherigen Beteiligungen gehört beispielsweise Lodgify, ein Anbieter von Software für die Verwaltung kurzfristiger Ferienvermietungen.
Mit Unravel und Acai Travel ist Nauta außerdem in Unternehmen investiert, die Künstliche Intelligenz für Reisebuchungen beziehungsweise den Kundenservice in der Tourismusbranche einsetzen.
Nauta Labs investiert auch in DeepTech
Neben klassischen B2B-Softwareunternehmen unterstützt Nauta über seine Initiative Nauta Labs auch technologieintensive Startups in besonders frühen Entwicklungsphasen.
Die Initiative ist Bestandteil derselben Fondsstruktur und konzentriert sich unter anderem auf Hochleistungsrechnen, KI-Infrastruktur, Cybersicherheit, industrielle Automatisierung, digitale Gesundheitsinfrastruktur und neue Energietechnologien.
Damit erweitert Nauta seine bisherige Softwarestrategie um Unternehmen, deren Technologien häufig einen größeren Forschungs- und Entwicklungsaufwand erfordern.
Ein Beispiel ist Universal Quantum. Das britische DeepTech-Unternehmen arbeitet an der Entwicklung eines Quantencomputers mit einer Million Qubits.
Auch das Berliner Cybersicherheitsunternehmen NetBird gehört zum Portfolio. Nauta beteiligte sich bereits in der Pre-Seed-Phase. Zuletzt schloss NetBird eine Series-A-Finanzierungsrunde über zehn Millionen US-Dollar ab.
Mehr als 100 Portfoliounternehmen in zwei Jahrzehnten
Seit seiner Gründung vor mehr als 20 Jahren hat Nauta nach eigenen Angaben mehr als 200 Gründerinnen und Gründer in rund 100 Unternehmen finanziert.
Aus über 25 Exits, darunter Beteiligungen an Brandwatch, Holded und Connectbase, entstand laut Nauta bislang ein gesamter Exit-Wert von annähernd drei Milliarden Euro. Dabei handelt es sich um den Wert der Unternehmensverkäufe und nicht um die direkten Rückflüsse an den Investor.
Zu den bekannteren früheren Beteiligungen zählt Brandwatch, ein Anbieter von Social-Media-Analyse- und Consumer-Intelligence-Software.
Die Investmentgesellschaft beschäftigt derzeit rund 20 Mitarbeiter und verwaltet nach eigenen Angaben mehr als 600 Millionen Euro.
Finales Closing für 2027 geplant
Mit dem sechsten Fonds will Nauta seine Präsenz im europäischen Frühphasenmarkt weiter ausbauen. Die Kapitalzusagen von 60 Millionen Euro bilden dafür zunächst die Grundlage.
Das angestrebte Fondsvolumen von bis zu 200 Millionen Euro ist allerdings noch nicht erreicht. Bis zum geplanten finalen Closing in der zweiten Jahreshälfte 2027 muss Nauta weitere 90 bis 140 Millionen Euro einwerben.
Die Strategie verbindet etablierte Investitionsfelder wie B2B-Software mit neuen technologischen Schwerpunkten in KI-Infrastruktur und DeepTech. Gerade diese Kombination könnte für den Investor relevant werden, da sich Softwareunternehmen zunehmend mit technologischen Veränderungen durch KI auseinandersetzen müssen.
Mit dem erneuten Engagement der British Business Bank und einem hohen Anteil wiederkehrender Kapitalgeber verfügt Nauta bereits über eine Basis für die weitere Fondsplatzierung. Wie groß der sechste Fonds letztlich wird, entscheidet sich jedoch erst mit den kommenden Kapitalzusagen.

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