Fonds

PSG Equity schließt dritten Europafonds bei 4,4 Milliarden Euro

PSG Equity schließt seinen dritten Europafonds am Hard Cap. Der Vorgängerfonds kam noch auf 2,6 Milliarden Euro.
News von Marc Nemitz Marc Nemitz · Boston, 17. September 2026

Der Growth-Investor PSG Equity hat seinen dritten Europafonds mit Kapitalzusagen von mehr als 4,4 Milliarden Euro geschlossen. PSG Europe III erreicht damit das festgelegte Hard Cap und fällt deutlich größer aus als sein Vorgänger. PSG Europe II war im Oktober 2023 bei 2,6 Milliarden Euro geschlossen worden. Mit dem neuen Fonds will PSG insbesondere europäische Software- und Technologieunternehmen beim internationalen Wachstum unterstützen. Einen Schwerpunkt bilden KI-native Unternehmen sowie etablierte Softwareanbieter, die künstliche Intelligenz in ihre Produkte integrieren.

Fonds wächst von 2,6 auf mehr als 4,4 Milliarden Euro

Für PSG bedeutet der Fondsabschluss eine deutliche Ausweitung des für Europa verfügbaren Kapitals. Gegenüber dem Vorgängerfonds steigt das Volumen um mindestens 1,8 Milliarden Euro beziehungsweise knapp 70 Prozent.

Nach Angaben der Investmentgesellschaft stieß der Fonds sowohl bei bestehenden als auch bei neuen Investoren auf hohe Nachfrage und erreichte sein Hard Cap.

Zu den Kapitalgebern gehören staatliche Pensionsfonds, Staatsfonds, Versicherungen, Family Offices und vermögende Privatinvestoren. Einzelne Limited Partners nennt PSG in der Mitteilung nicht.

PSG Equity wurde 2014 gegründet und ist auf Growth-Equity-Investments in Softwareunternehmen und technologiegestützte Dienstleister spezialisiert.

KI rückt stärker in den Fokus

PSG Europe III setzt die bisherige europäische Investmentstrategie fort. Gesucht werden Software- und Technologieunternehmen, die sich zu europaweiten Marktführern entwickeln und anschließend auch international expandieren können.

Eine zunehmend wichtige Rolle spielt dabei künstliche Intelligenz. PSG will sowohl in Unternehmen investieren, deren Geschäftsmodell von Beginn an auf KI basiert, als auch etablierte Softwareanbieter dabei unterstützen, KI in bestehende Produkte und Prozesse zu integrieren.

Zu den jüngeren europäischen Investments der Gesellschaft gehören unter anderem Mistral AI, BrightAnalytics, Aikido Security, Quality Hosting, Emotion Mobility, Namirial und Glasswall.

PSG sieht insbesondere die zunehmende KI-Nutzung, den Wunsch nach europäischen Technologieanbietern und die Debatte um digitale Souveränität als Treiber für den europäischen Softwaremarkt.

43 Plattform-Investments in Europa

Eine eigene europäische Organisation baut PSG seit 2019 auf. Mittlerweile beschäftigt das Unternehmen in Europa 83 Mitarbeiter aus den Bereichen Investment sowie operativer Software- und Technologieexpertise. Das Team arbeitet von London und Paris aus.

Bislang hat PSG nach eigenen Angaben 43 Plattform-Investments in Europa getätigt. Hinzu kommen 98 Add-on-Akquisitionen mit Aktivitäten in 24 europäischen Städten.

Zwölf sogenannte Realization Events wurden bislang verzeichnet. Zu den jüngeren Exits gehören Sellsy, Signaturit, N2F, Artur’in, Hornetsecurity und Mapal.

Das Vorgehen zeigt zugleich, dass PSG nicht ausschließlich Kapital für organisches Wachstum bereitstellt. Über Zukäufe sollen Portfoliounternehmen auch Märkte konsolidieren und ihre geografische Reichweite ausbauen.

Europäische Software-Champions als Ziel

PSG will mit dem neuen Fonds insbesondere Unternehmen begleiten, die aus ihren Heimatmärkten heraus eine führende Position in Europa aufbauen können.

Dany Rammal, Managing Director und Head of Europe bei PSG, sieht dabei auch die wachsende Bedeutung digitaler Souveränität als Chance. Europäische Kunden würden verstärkt nach vertrauenswürdigen Technologieanbietern suchen. Daraus könnten neue Softwareunternehmen mit internationaler Wettbewerbsfähigkeit entstehen.

Neben Kapital stellt PSG seinen Portfoliounternehmen dafür operative Ressourcen und Technologieexpertise zur Verfügung.

Milliardenfonds trifft auf Europas KI-Wachstumsphase

Mit mehr als 4,4 Milliarden Euro verfügt PSG nun über erheblich mehr Kapital für seine europäische Strategie als beim Vorgängerfonds. Das unterstreicht zugleich, wie stark sich große Growth-Investoren auf die nächste Entwicklungsstufe europäischer Software- und KI-Unternehmen vorbereiten.

Entscheidend wird sein, ob Europa neben erfolgreichen Frühphasenunternehmen tatsächlich mehr eigenständige Technologieanbieter hervorbringen kann, die auch in späteren Wachstumsphasen international skalieren.

PSG Europe III setzt genau an dieser Stelle an: Der Fonds soll Unternehmen nicht primär in ihrer Gründungsphase finanzieren, sondern ihnen Kapital und operative Unterstützung für Expansion, Zukäufe und den Aufbau größerer europäischer Marktpositionen zur Verfügung stellen.


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