AP Ventures schließt 300-Millionen-Dollar-Fonds für industrielle Technologien
Der Londoner Venture-Capital-Investor AP Ventures hat seinen dritten Fonds mit einem Volumen von 300 Millionen US-Dollar geschlossen. Das Kapital soll in junge Technologieunternehmen fließen, die industrielle Prozesse effizienter machen, neue Energiequellen erschließen und die Abhängigkeit von kritischen Rohstoffen verringern. Seit dem ersten Closing im Jahr 2024 hat der Fonds bereits in 13 Unternehmen investiert. Zu den Beteiligungen gehören Startups aus den Bereichen Wasserstoff, synthetische Kraftstoffe, CO₂-Nutzung und industrielle Kreislaufwirtschaft.
Mit dem finalen Closing von Fund III sichert sich AP Ventures weiteres Kapital für Investitionen in Technologien, die häufig lange Entwicklungszeiten und hohe Anforderungen an die industrielle Umsetzung mitbringen. Der Investor konzentriert sich dabei auf Unternehmen in der Seed- und Series-A-Phase und begleitet diese bis zur kommerziellen Anwendung ihrer Technologien. Hinter der Strategie steht die wachsende Nachfrage nach Lösungen für energieintensive Industrien. Steigender Strombedarf, angespannte Rohstofflieferketten und der zunehmende Einsatz von KI und Automatisierung verändern die Anforderungen an industrielle Produktionssysteme.
Institutionelle Investoren stellen 300 Millionen Dollar bereit
Das Kapital stammt von bestehenden und neuen institutionellen Investoren aus verschiedenen Regionen der Welt. Dazu gehören Staatsfonds, Unternehmen, Pensionsfonds und Family Offices. Einzelne Kapitalgeber oder ihre jeweiligen Beteiligungsbeträge nennt AP Ventures nicht.
Der Fonds wurde erstmals 2024 für Investitionen geöffnet. Mit dem nun abgeschlossenen Fundraising erreicht er ein Volumen von 300 Millionen Dollar an Kapitalzusagen.
Dieses finale Closing spiegelt das Vertrauen unserer bestehenden und neuen Investoren in unsere Fähigkeit wider, außergewöhnliche Technologieunternehmen zu identifizieren und zu unterstützen.
Andrew Hinkly, Gründer und Managing Partner von AP Ventures
Der Investor will insbesondere Technologien fördern, die industrielle Unternehmen produktiver machen und ihre Versorgungssicherheit verbessern.
Fokus auf Wasserstoff, CO₂-Nutzung und Kreislaufwirtschaft
Ein Schwerpunkt liegt auf kohlenstoffarmen Energieträgern wie Wasserstoff. Dazu gehören Lösungen für dessen Herstellung, Speicherung, Transport und Nutzung. Weitere Investitionsfelder sind die Abscheidung und Verwendung von CO₂ sowie neue Recyclingverfahren, die Rohstoffe zurückgewinnen oder bislang ungenutzte Abfallströme verwerten.
AP Ventures verfolgt dabei einen technologieorientierten Ansatz. Entscheidend ist nach Angaben des Investors, ob eine Entwicklung ein konkretes industrielles Problem lösen und langfristig wirtschaftlich eingesetzt werden kann.
Teragen Energy und Aether Fuels
Zu den bisherigen Beteiligungen gehört Teragen Energy. Das Unternehmen entwickelt metallgestützte Festoxid-Brennstoffzellen, die Strom direkt am Verbrauchsort erzeugen können. Ein möglicher Einsatzbereich sind Rechenzentren, deren Strombedarf durch den Ausbau von KI-Anwendungen weiter steigt. Dezentrale Energieversorgung könnte dort helfen, zusätzliche Kapazitäten bereitzustellen und die Abhängigkeit von bestehenden Stromnetzen zu reduzieren.
Mit Aether Fuels investiert der Fonds außerdem in ein Unternehmen, das industrielle Abgase, Biogas und Restbiomasse in flüssige Kraftstoffe umwandeln will. Diese sollen sich in vorhandenen Antriebssystemen einsetzen lassen und insbesondere für die Luftfahrt und Schifffahrt eine Alternative zu fossilen Kraftstoffen bieten.
Von der Forschung zur industriellen Anwendung
AP Ventures wurde 2013 gegründet und hat seinen Hauptsitz in London. Weitere Standorte befinden sich in Johannesburg und San Francisco. Das Team investiert weltweit in junge Unternehmen und bringt nach eigenen Angaben Fachwissen aus Chemie, Materialwissenschaften, Ingenieurwesen und Finanzierung ein.
Wir konzentrieren uns auf technisch differenzierte Unternehmen, die reale betriebliche Probleme in den Industrien und Wertschöpfungsketten lösen, in die wir investieren.
Kevin Eggers, Gründer und Partner von AP Ventures
Ein Schwerpunkt liegt auf der Phase zwischen technologischer Entwicklung und industrieller Kommerzialisierung. In diesem Bereich stehen Startups häufig vor größeren Herausforderungen als klassische Softwareunternehmen. Neue Materialien, chemische Verfahren oder Energieanlagen müssen unter realen Bedingungen getestet, zertifiziert und in bestehende Produktionsprozesse integriert werden.
Industrielle Technologien gewinnen für Venture Capital an Bedeutung
Der neue Fonds verdeutlicht das Interesse institutioneller Investoren an Technologien für die industrielle Transformation. Während sich viele Venture-Capital-Investitionen der vergangenen Jahre auf Software und digitale Geschäftsmodelle konzentrierten, rücken zunehmend auch physische Technologien und industrielle Infrastruktur in den Mittelpunkt.
Dafür gibt es mehrere Gründe. Energieintensive Unternehmen müssen ihre Produktionskosten kontrollieren, Emissionen reduzieren und ihre Rohstoffversorgung absichern. Gleichzeitig steigt durch die Digitalisierung und den Ausbau von KI-Infrastruktur der Bedarf an zuverlässiger Energieversorgung.
AP Ventures setzt mit seinem 300-Millionen-Dollar-Fonds darauf, dass sich aus diesen Herausforderungen neue industrielle Technologiemärkte entwickeln.

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