Vom Drohnenhobby zur digitalen Inspektionsplattform: Wie RK Droneview Energieanlagen und Immobilien im Blick behält

Vom Drohnenhobby zum skalierbaren Startup. In unserer exklusiven Serie über die Startups des Reaktor Wildau stellen wir RK Droneview ausführlich vor. Im Interview spricht Gründer Robin Krüger mit Rafael Kugel über sein Geschäftsmodell, erste Erfolge und ambitionierte Wachstumspläne.
Interview von Marc Nemitz Marc Nemitz · Wildau, 24. Oktober 2026

Startbase begleitet Startups aus dem Reaktor Wildau – heute: RK Droneview

Startbase setzt seine exklusive Serie über die Startups des zweiten Batches des Accelerators Reaktor Wildau fort. Jeden Samstag stellen wir eines der 14 teilnehmenden Unternehmen vor und begleiten seine Entwicklung während des Programms. Dabei geht es nicht nur um innovative Technologien und Geschäftsmodelle, sondern auch um die Menschen dahinter, ihre Herausforderungen und die nächsten Schritte auf dem Weg zum erfolgreichen Unternehmen.

Nach Boomerent und MOVOLTA steht heute RK Droneview im Mittelpunkt. Gründer Robin Krüger will mit Drohnentechnologie und einer digitalen Plattform die Inspektion von Immobilien und Energieanlagen grundlegend verändern. Sein Ansatz: Nicht erst reagieren, wenn Schäden entstehen, sondern den Zustand von Anlagen systematisch erfassen, Veränderungen dokumentieren und frühzeitig erkennen, wo Handlungsbedarf besteht.

Was ursprünglich als Einzelunternehmen aus einer persönlichen Leidenschaft für Drohnen entstand, entwickelt sich inzwischen zu einem technologieorientierten Startup mit ambitionierten Wachstumsplänen. RK Droneview hat bereits erste Kunden gewonnen, erzielt Umsätze mit Inspektionsdienstleistungen und baut parallel eine digitale Plattform zur Zustandsbewertung großer Anlagenportfolios auf.

Der Reaktor Wildau spielte bei dieser Entwicklung eine wichtige Rolle. Durch das Accelerator-Programm veränderte sich Krügers Perspektive auf sein Geschäftsmodell. Inzwischen hat er seinen ersten Mitarbeiter eingestellt, bereitet die Aufnahme eines Co-Founders vor und plant, sein Team in den kommenden Monaten deutlich zu vergrößern.

Im Gespräch mit Rafael Kugel erzählt Robin Krüger, wie aus einem Drohnenhobby eine skalierbare Geschäftsidee wurde, warum bei der Suche nach einem Mitgründer auch die Familien eine Rolle spielten und weshalb die Gewinnung von Kunden selbst mit langjähriger Vertriebserfahrung eine Herausforderung bleibt.

Seine Ziele für die kommenden drei Monate sind konkret: fünf bis sechs Mitarbeitende, die ersten langfristigen Rahmenverträge und eine abgeschlossene Bankenfinanzierung. Ob diese Meilensteine erreicht werden, werden wir in unserem nächsten Gespräch mit RK Droneview überprüfen.

RK Droneview

Was als selbstständige Drohnendienstleistung begann, entwickelt sich zu einem skalierbaren Geschäftsmodell: RK Droneview will den Zustand von Immobilien und Energieanlagen digital erfassen, Veränderungen dokumentieren und Betreibern bessere Entscheidungen über Wartung und Instandhaltung ermöglichen. Gründer Robin Krüger hat bereits erste Kunden, stellt sein Team zusammen und arbeitet an einer Plattform, die perspektivisch europaweit eingesetzt werden soll.

Welche zehn von hundert Windrädern brauchen morgen Aufmerksamkeit?

Wer hundert Windenergieanlagen betreibt, sollte eigentlich wissen, welche davon besonders dringend überprüft oder instand gesetzt werden müssen. In der Praxis ist diese Frage jedoch nicht immer leicht zu beantworten.

Genau diese Frage stellt Robin Krüger potenziellen Kunden gerne: Welche zehn deiner hundert Windkraftanlagen brauchen morgen deine Aufmerksamkeit?

Die Antwort sei häufig ein Schulterzucken, erzählt der Gründer von RK Droneview. Während viele technische Betriebsdaten verfügbar sind, fehlt Betreibern oftmals eine systematische Übersicht über den äußeren Zustand ihrer Anlagen.

Das will Krüger ändern.

Sein Unternehmen digitalisiert den Zustand von Immobilien und Energieanlagen. Dafür kommen Drohnen, hochauflösende Kameras, Thermografie und weitere Inspektionsverfahren zum Einsatz. Doch die eigentliche Geschäftsidee geht weit über das Erfassen von Bildern hinaus.

RK Droneview will aus Inspektionsdaten verwertbare Informationen machen. Betreiber sollen auf einen Blick erkennen können, welche Anlagen in Ordnung sind, wo Auffälligkeiten beobachtet werden müssen und an welchen Stellen unmittelbarer Handlungsbedarf besteht.

Die Drohne ist nur das Werkzeug

Ein Beispiel verdeutlicht den Ansatz: An der Fassade eines Gebäudes wird ein 15 Zentimeter langer Riss festgestellt. Für sich genommen muss dieser noch keinen unmittelbaren Handlungsbedarf auslösen. Wird bei der nächsten Inspektion jedoch festgestellt, dass der Riss um weitere 20 Zentimeter gewachsen ist, verändert sich die Bewertung.

Entscheidend ist deshalb nicht allein die Momentaufnahme, sondern die Dokumentation der Zustandsentwicklung.

RK Droneview möchte diese Informationen über längere Zeiträume erfassen und vergleichbar machen. So können Betreiber Veränderungen nachvollziehen, Reparaturen gezielter beauftragen und anschließend überprüfen, ob festgestellte Schäden tatsächlich behoben wurden.

Für Unternehmen mit großen Immobilien- oder Energieanlagenportfolios kann daraus ein erheblicher Mehrwert entstehen.

Denn bei einer Inspektion fallen oft Hunderte oder Tausende Bilder an. Diese einzeln auszuwerten, ist zeitaufwendig. Ein ungeordnetes Fotoarchiv hilft einem Betreiber wenig, wenn er schnell entscheiden muss, welche Anlagen seine Aufmerksamkeit benötigen.

Deshalb entwickelt RK Droneview eine digitale Plattform, die Anlagen auf einer Karte darstellt, Inspektionsergebnisse bündelt und kritische Auffälligkeiten hervorhebt.

Ein Ampelsystem soll dabei helfen, die Dringlichkeit einzelner Maßnahmen einzuordnen.

Aktuell übernimmt das Unternehmen den gesamten Prozess selbst: von der Inspektion über die Datenauswertung bis zur Bereitstellung der Ergebnisse. Langfristig sollen Kunden auch selbst erhobene Daten in die Plattform einspielen können.

Damit könnte sich RK Droneview von einem spezialisierten Inspektionsdienstleister zu einem technologieorientierten Plattformanbieter weiterentwickeln.

Wenn es bereits durch das Dach regnet

RK Droneview Robin Krueger, Rafael-Kugel | Bild: Jennifer Wickert/Reaktor Wildau

Wie wichtig frühzeitige Inspektionen sein können, zeigt sich nach Krügers Erfahrung besonders deutlich in der Immobilienwirtschaft.

Einige Kunden wenden sich erst dann an das Unternehmen, wenn bereits Schäden entstanden sind. Beispielsweise, wenn Wasser in eine Produktionshalle eindringt, die Ursache aber nicht eindeutig lokalisiert werden kann.

Bis Feuchtigkeit im Gebäudeinneren sichtbar wird, können bereits über längere Zeit Schäden entstanden sein.

Mit systematischen Inspektionen möchte RK Droneview dazu beitragen, solche Auffälligkeiten früher zu erkennen.

Das Unternehmen konzentriert sich dabei auf zwei Geschäftsfelder: die Immobilienwirtschaft und die Energiewirtschaft.

Beide Märkte haben aus Krügers Sicht eine wesentliche Gemeinsamkeit: Betreiber benötigen zuverlässige Informationen über den Zustand ihrer Anlagen, um Instandhaltungsmaßnahmen wirtschaftlich sinnvoll planen zu können.

Zwanzig Jahre Berufserfahrung und eine Leidenschaft für Drohnen

Dass Robin Krüger einmal ein technologieorientiertes Startup aufbauen würde, war nicht von Anfang an geplant.

Seine berufliche Laufbahn begann er als Anlagenmechaniker in der Gebäudetechnik. Über verschiedene Stationen entwickelte er sich bis zum Projektleiter weiter.

Parallel zu seiner Berufstätigkeit absolvierte er ein fünfjähriges Studium des Wirtschaftsingenieurwesens an der Technischen Hochschule Wildau.

Später wechselte er in die Industrie und arbeitete im technischen Vertrieb eines Konzerns. Insgesamt bringt er neun Jahre Erfahrung im B2B-Vertrieb mit.

Seine letzte berufliche Station vor der eigenen Gründung führte ihn bereits in die Startup-Welt. Als Head of Sales and Contracts und Prokurist war er daran beteiligt, verschiedene Unternehmensbereiche aufzubauen und das Wachstum eines jungen Unternehmens mitzugestalten.

Die Begeisterung für Drohnen entwickelte sich zunächst unabhängig davon als Hobby.

Vor rund einem Jahr entschied sich Krüger, diese Leidenschaft beruflich zu nutzen, und gründete RK Droneview zunächst als Einzelunternehmen.

Die ursprüngliche Idee war vergleichsweise einfach: professionelle Drohnendienstleistungen anbieten und dabei die eigene technische Erfahrung nutzen.

Dass daraus einmal eine digitale Plattform für die Zustandsbewertung großer Infrastrukturportfolios werden könnte, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht absehbar.

Der Reaktor Wildau verändert die Perspektive

Der entscheidende Impuls für die Weiterentwicklung kam durch eine Gründungsberatung, die Krüger auf den Reaktor Wildau aufmerksam machte.

Obwohl er in der Nähe wohnt und an der Technischen Hochschule Wildau studiert hatte, war ihm das Accelerator-Programm zunächst kaum bekannt.

Im April bewarb er sich für den zweiten Batch, nahm kurz darauf am Selection Day teil und wurde aufgenommen.

Der Austausch mit anderen Startups, die Fragen der Mentoren und die intensive Beschäftigung mit seinem Geschäftsmodell veränderten seine Perspektive.

Aus der Überlegung, mit Drohneninspektionen ein eigenes Einkommen zu erzielen, entwickelte sich zunehmend die Vision eines skalierbaren Unternehmens.

Krüger erkannte, dass seine Erfahrungen aus Gebäudetechnik, Industrie, Vertrieb und Startup-Management eine Grundlage bildeten, um nicht nur eine Dienstleistung anzubieten, sondern ein umfassenderes Produkt zu entwickeln.

Damit veränderten sich auch die Anforderungen an das Unternehmen.

Ein skalierbares Plattformgeschäft benötigt andere Strukturen, zusätzliche Kompetenzen und langfristig ein größeres Team.

Mitarbeiter Nummer eins – und bald ein Co-Founder

Zum Zeitpunkt des Interviews hatte RK Droneview gerade seinen ersten Mitarbeiter eingestellt. Für Krüger war das ein besonderer Meilenstein: Der erste offizielle Mitarbeiter mit der Personalnummer eins. Dabei soll es nicht bleiben. In den kommenden Monaten plant das Unternehmen, monatlich eine weitere Person einzustellen.

Auch auf Gründerebene steht eine Veränderung bevor. Krüger bereitet die Aufnahme eines Co-Founders vor, mit dem er das Unternehmen gemeinsam weiterentwickeln möchte.

Die Suche nach einem passenden Mitgründer verlief dabei anders als zunächst erwartet. Zunächst beobachtete Krüger, wie andere Gründerteams im Reaktor Wildau zusammenarbeiten und auf welchen Wegen sie zueinandergefunden haben. Erst dadurch wurde ihm klar, dass er die nächsten Entwicklungsschritte nicht alleine gehen wollte.

Ein möglicher Kontakt ergab sich schließlich über sein privates Umfeld. Nach einem ersten Gespräch, aus dem keine Zusammenarbeit entstand, führte eine weitere Empfehlung zu der Person, mit der Krüger nun gemeinsam gründen möchte. Es folgten mehrere Gespräche, ein intensiver persönlicher Austausch und schließlich sogar ein Kennenlernen der Familien.

Für Krüger war das kein nebensächlicher Schritt.

Als Vater von drei Kindern weiß er, wie stark eine Unternehmensgründung in das Privatleben hineinwirken kann. Die Zusammenarbeit mit einem Co-Founder bedeutet nicht nur gemeinsame geschäftliche Verantwortung, sondern auch viele Stunden, die beide künftig miteinander verbringen werden.

Deshalb müssen für ihn neben den fachlichen Kompetenzen auch die persönliche Chemie, die Risikobereitschaft und die familiären Rahmenbedingungen passen.

Die Identität des künftigen Mitgründers soll zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben werden.

Erste Umsätze statt ausschließlich Produktentwicklung

Anders als viele technologieorientierte Startups beginnt RK Droneview nicht bei null.

Das Unternehmen bietet bereits Inspektionsdienstleistungen an, hat erste Kunden gewonnen und erzielt Umsätze. Diese bestehenden Dienstleistungen bilden die wirtschaftliche Grundlage für den weiteren Aufbau. Während das operative Inspektionsgeschäft bereits funktioniert, befindet sich die digitale Plattform noch in der Entwicklung.

Krüger verfolgt damit ein zweistufiges Geschäftsmodell: Zunächst werden mit Inspektionen Einnahmen erzielt. Parallel entsteht ein digitales Produkt, das langfristig unabhängig von der eigenen Datenerhebung eingesetzt werden soll. Ein weiterer Vorteil dieses Ansatzes liegt im direkten Kundenkontakt.

Bei jeder Inspektion erfährt RK Droneview mehr über die Anforderungen der Betreiber und kann diese Erkenntnisse in die Entwicklung der Plattform einfließen lassen. Das soll verhindern, dass ein Produkt entsteht, das zwar technologisch interessant ist, aber an den tatsächlichen Bedürfnissen der Kunden vorbeigeht.

Vom Pilotprojekt zum langfristigen Rahmenvertrag

Derzeit arbeitet RK Droneview noch überwiegend projektbezogen. Viele neue Kundenbeziehungen beginnen mit Pilotprojekten. Mittelfristig möchte Krüger daraus wiederkehrende Inspektionsverträge entwickeln, möglichst mit mehrjährigen Laufzeiten von bis zu vier Jahren.

Das hätte mehrere Vorteile. 

Wiederkehrende Aufträge würden für planbarere Einnahmen sorgen und zugleich die internen Abläufe effizienter machen. Denn die erstmalige Erfassung einer Anlage ist besonders aufwendig. Bei späteren Inspektionen können bereits vorhandene Daten als Vergleichsgrundlage dienen.

Auch für die Kunden entsteht daraus ein Nutzen: Statt nur einzelne Schäden zu dokumentieren, könnten sie die Zustandsentwicklung ihrer Anlagen über mehrere Jahre nachvollziehen.

Der Weg zu solchen Verträgen ist allerdings anspruchsvoll. Gerade große Unternehmen und Konzerne haben lange Entscheidungs- und Beschaffungsprozesse. Bereits die Aufnahme als neuer Lieferant kann viel Zeit in Anspruch nehmen. Krüger kennt diese Herausforderungen aus seiner langjährigen Vertriebserfahrung. Trotzdem hat ihn überrascht, wie viel Geduld die Kundengewinnung auch für erfahrene Vertriebler erfordert.

Seine wichtigste Erkenntnis: Startups sollten so früh wie möglich mit dem Vertrieb beginnen. Denn zwischen dem ersten Gespräch und einem unterschriebenen Auftrag können viele Monate liegen.

Wachstum zunächst aus eigener Kraft

Auch bei der Finanzierung setzt RK Droneview zunächst auf einen vergleichsweise klassischen Weg.

Die Gründung und die bisherige Entwicklung wurden aus eigenen Mitteln finanziert. Für die nächsten Schritte arbeitet das Unternehmen an einer Bankenfinanzierung, mit der Investitionen und erste Personalkosten abgedeckt werden sollen.

Gleichzeitig sollen die Einnahmen aus dem Inspektionsgeschäft dazu beitragen, die Entwicklung der digitalen Plattform zu finanzieren.

Krüger hat einen Wachstumsplan für die kommenden zwei Jahre aufgestellt.

Langfristig hält er allerdings auch eine Beteiligung durch einen Investor für wahrscheinlich, insbesondere wenn die Plattform europaweit ausgerollt werden soll.

Dabei geht es ihm nicht ausschließlich um Kapital. Ein strategischer Investor, beispielsweise mit Erfahrung und Kontakten in der Energiewirtschaft, könnte für das Unternehmen auch beim Marktzugang und bei der weiteren Entwicklung wertvoll sein. Die Suche nach einem solchen Partner möchte Krüger rechtzeitig beginnen. Ähnlich wie bei der Auswahl eines Co-Founders müsse auch hier die langfristige Zusammenarbeit stimmen.

Gründen zwischen Euphorie und Geduld

Auf die Frage nach den größten Herausforderungen seiner bisherigen Gründungszeit muss Robin Krüger nicht lange überlegen. Ans Aufhören habe er bislang nicht gedacht. Wer ein Ziel vor Augen habe, müsse konsequent darauf hinarbeiten. Was ihn allerdings fordert, ist das permanente emotionale Auf und Ab. Ein erfolgreiches Kundengespräch kann für große Euphorie sorgen. Am nächsten Tag wartet möglicherweise wieder ein langer Prozess, dessen Ergebnis noch völlig offen ist.

Besonders deutlich wird das bei der Zeitplanung. Viele Entwicklungen dauern länger als zunächst erwartet. Kundenentscheidungen verschieben sich, Verträge benötigen zusätzliche Abstimmungen und auch interne Prozesse lassen sich nicht immer wie geplant umsetzen.

Für Krüger gehört deshalb eine konservative Planung zu den wichtigsten Erkenntnissen seiner bisherigen Gründungszeit.

Gleichzeitig müsse man mutig bleiben und dürfe sich von Verzögerungen nicht entmutigen lassen.

Seinen Mitgründern im Reaktor gibt er deshalb einen klaren Rat: Nicht zu lange an der eigenen Idee arbeiten, ohne mit potenziellen Kunden zu sprechen. Lieber früh in den Vertrieb gehen und herausfinden, ob der Markt das Produkt tatsächlich braucht.

Fünf bis sechs Mitarbeitende und erste Rahmenverträge

Für die kommenden drei Monate hat Robin Krüger konkrete Ziele formuliert. Das Team soll auf fünf bis sechs Personen wachsen. Außerdem möchte RK Droneview die ersten ein bis zwei längerfristigen Rahmenverträge abschließen. Ein weiterer wichtiger Meilenstein ist der Abschluss der laufenden Bankenfinanzierung.

Wenn diese Schritte gelingen, hätte das Unternehmen nach Krügers Einschätzung eine deutlich stabilere Grundlage, um sich stärker auf die Weiterentwicklung der Plattform und das Wachstum zu konzentrieren.

Der Blick reicht allerdings schon weiter. Während RK Droneview aktuell vor allem in der DACH-Region tätig ist, sieht Krüger langfristig insbesondere im europäischen Energiesektor großes Potenzial. Die Vision ist eine Plattform, die Betreibern großer Anlagenportfolios einen strukturierten Überblick über den technischen Zustand ihrer Infrastruktur ermöglicht – unabhängig davon, wer die zugrunde liegenden Inspektionsdaten erhoben hat. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Die Plattform befindet sich im Aufbau, die Organisation wächst und das Geschäftsmodell wird gemeinsam mit den Kunden weiterentwickelt. Doch aus dem ursprünglichen Drohnenhobby ist innerhalb kurzer Zeit ein Unternehmen mit ersten Umsätzen, neuen Mitarbeitenden und ambitionierten Wachstumsplänen geworden.

Ob RK Droneview den nächsten Schritt vom Inspektionsdienstleister zum skalierbaren Plattformunternehmen schafft, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

Startbase wird die Entwicklung im Rahmen seiner Serie über die Startups des zweiten Reaktor-Batches weiter begleiten. Beim nächsten Gespräch soll es unter anderem darum gehen, wie weit der Teamaufbau vorangekommen ist, ob die ersten Rahmenverträge unterzeichnet wurden und welche Fortschritte die digitale Plattform gemacht hat.

„Die Drohne ist nur das Werkzeug“ – wie RK Droneview die Inspektion von Gebäuden und Energieanlagen digitalisiert - Das Interview

Robin Krüger hat RK Droneview ursprünglich als Einzelunternehmen gegründet. Heute entwickelt er daraus ein skalierbares Geschäftsmodell für die digitale Zustandsbewertung von Immobilien und Energieinfrastruktur. Im Gespräch mit Rafael Kugel vom Reaktor Wildau erzählt er, wie sich seine Geschäftsidee verändert hat, warum er einen Co-Founder ins Unternehmen holt und welche Ziele er sich für die kommenden Monate gesetzt hat.

Rafael Kugel: Robin, was genau macht RK Droneview eigentlich?

Robin Krüger: Wir digitalisieren den Zustand von Energieanlagen und Immobilien. Das machen wir vor allem aus der Luft, mit Drohnen. Gerade bei Anlagen, die schlecht zugänglich oder schwer einsehbar sind, ist das ein großer Vorteil.

Wir erfassen die Daten, werten sie aus und stellen sie unseren Kunden so zur Verfügung, dass sie daraus Entscheidungen ableiten können. Unser Ziel ist, dass Betreiber nicht erst reagieren, wenn ein Schaden entstanden ist. Sie sollen vorher erkennen können, wo es Auffälligkeiten gibt und wo sie möglicherweise eingreifen müssen.

Rafael Kugel: Das heißt, über die Zeit entstehen Daten, mit denen man auch erkennen kann, ob sich ein Schaden verschlimmert?

Robin Krüger: Ganz genau. Nehmen wir ein einfaches Beispiel: Ein großes Gebäude hat einen Riss in der Fassade, vielleicht 15 Zentimeter lang. Der Betreiber weiß davon und entscheidet, dass er sich das im nächsten Jahr wieder anschaut. Wenn der Riss dann aber um 20 Zentimeter gewachsen ist, sieht die Situation schon ganz anders aus.

Wir können diese Veränderungen dokumentieren und über die Zeit verfolgen. Genauso können wir überprüfen, ob eine beauftragte Reparatur tatsächlich durchgeführt wurde und ob der ursprüngliche Schaden behoben ist.

Rafael Kugel: Euer eigentliches Produkt ist also nicht der Drohnenflug, sondern die digitale Darstellung und Bewertung der Infrastruktur?

Robin Krüger: Ganz genau. Unsere Zielkunden sind Unternehmen mit großen Anlagenportfolios. Ich stelle potenziellen Kunden gerne eine Frage: Wenn du 100 Windkraftanlagen betreibst, welche zehn davon brauchen morgen deine Aufmerksamkeit?

Da kommt häufig erst einmal Schulterzucken. Die Betreiber haben oft keinen vollständigen Überblick über den äußeren Zustand ihrer Anlagen.

Die Drohne ist dabei nur das Werkzeug. Wir arbeiten auch mit Thermografie, Handkameras und anderen Verfahren. Entscheidend ist, was anschließend mit den Daten passiert. Wir wollen sie so aufbereiten, dass der Kunde auf einen Blick erkennt, wo Handlungsbedarf besteht.

Das kann man sich wie ein Ampelsystem vorstellen: Wo ist alles in Ordnung? Wo sollten wir genauer hinschauen? Und wo wird es kritisch und muss eine Firma beauftragt werden?

Rafael Kugel: Wie sieht das Produkt konkret aus? Ist das ein Dashboard, in dem die Anlagen dargestellt werden?

Robin Krüger: Genau. Bei einer Inspektion entstehen sehr viele Bilder, normale Fotos und Thermografiebilder. Wenn ich dem Kunden einfach nur ein großes Fotoalbum übergebe, hilft ihm das wenig.

Deshalb erstellen wir je nach Anwendungsfall Berichte, beispielsweise auch für Versicherungsfälle. Darüber hinaus gibt es ein Dashboard mit einer Karte, auf der die Kunden ihre Anlagen im Überblick sehen können. Sie können einzelne Anlagen auswählen und erkennen, welche Auffälligkeiten festgestellt wurden.

Die kritischen Punkte werden hervorgehoben. Der Betreiber soll nicht lange suchen müssen, sondern schnell erkennen, wo er etwas tun muss.

Rafael Kugel: Ihr bietet also sowohl die Datenerhebung als auch die Auswertung an. Alles aus einer Hand?

Robin Krüger: Aktuell ja. Wir führen die Inspektionen durch, werten die Daten aus und stellen die Ergebnisse zur Verfügung.

Langfristig möchten wir diese beiden Bereiche auch voneinander lösen. Dann sollen Kunden die Möglichkeit haben, eigene Daten in unsere Plattform einzuspielen und dort auszuwerten.

Aber wir sind ein junges Unternehmen. Im Moment ist es wichtig, gemeinsam mit unseren Kunden zu lernen und die Anforderungen genau zu verstehen. Wenn wir den gesamten Prozess selbst abbilden, können wir auch die Qualität besser kontrollieren.

Rafael Kugel: Gerade bei Windkraftanlagen oder großen Gebäuden können falsch eingeschätzte Schäden erhebliche Folgen haben.

Robin Krüger: Absolut. Bei Gebäuden erleben wir beispielsweise, dass Kunden häufig erst anfragen, wenn bereits ein Schaden entstanden ist. Da regnet es dann schon in eine Produktionshalle hinein, und niemand weiß genau, wo das Wasser herkommt.

Genau das wollen wir vermeiden. Bis das Wasser oben eindringt und unten sichtbar wird, können Jahre vergehen. In dieser Zeit ist möglicherweise schon ein erheblicher Schaden entstanden.

Vom Drohnenhobby zum Startup

Rafael Kugel: Was ist eigentlich dein beruflicher Hintergrund? Wie bist du dazu gekommen, RK Droneview zu gründen?

Robin Krüger: Gegründet habe ich vor ungefähr einem Jahr, ursprünglich mit einer ganz anderen Idee. Die Drohne war eine Hobby-Leidenschaft von mir, und ich wollte das vertiefen.

Ich bringe rund 20 Jahre technische Berufserfahrung mit. Ursprünglich komme ich aus der Gebäudetechnik. Ich habe als Anlagenmechaniker auf der Baustelle angefangen und mich über verschiedene Stationen bis zum Projektleiter weiterentwickelt.

Irgendwann wollte ich noch einmal einen weiteren Schritt gehen und habe berufsbegleitend an der Technischen Hochschule Wildau Wirtschaftsingenieurwesen studiert. Das Studium habe ich nach fünf Jahren abgeschlossen.

Parallel bin ich in die Industrie gewechselt und war im technischen Vertrieb eines Konzerns tätig. Meine letzte berufliche Station war dann selbst ein Startup. Dort war ich Head of Sales and Contracts und Prokurist.

Ich habe verschiedene Bereiche mit aufgebaut und erlebt, wie ein Unternehmen wächst. Das fand ich unheimlich spannend. Und irgendwann habe ich mir gesagt: Jetzt möchte ich das auch einmal für mich selbst machen.

Rafael Kugel: Du hattest also schon Startup-Erfahrung gesammelt, ohne selbst der Gründer zu sein. Angefangen hast du dann als Einzelunternehmer mit Drohnendienstleistungen. Heute entsteht daraus ein skalierbares Softwaregeschäft. Wie kam es zu dieser Entwicklung?

Robin Krüger: Das ging tatsächlich ziemlich schnell. Ich war bei einer Gründungsberatung, und dort hat man mir empfohlen, mich beim Reaktor Wildau umzuschauen.

Ehrlich gesagt wusste ich zunächst gar nicht genau, was der Reaktor eigentlich ist, obwohl ich hier in der Nähe wohne.

Im April habe ich mich dann beworben. Kurz danach war schon der Selection Day, und ich hatte das Glück, aufgenommen zu werden.

Und dann ging die Reise eigentlich erst richtig los.

Der Reaktor hat meine Perspektive komplett verändert. Durch den Input, die Fragen, die gestellt wurden, und den Austausch mit den anderen Startups habe ich gemerkt, dass aus meiner ursprünglichen Idee viel mehr entstehen kann.

Ich habe dann auch auf meine eigene berufliche Laufbahn zurückgeschaut und festgestellt, wie viele Erfahrungen ich eigentlich schon gesammelt habe. Die kann ich jetzt sehr fokussiert einsetzen.

Seit dem Start im Reaktor ist unglaublich viel passiert. Das zeigt mir, welches Potenzial darin steckt.

Der erste Mitarbeiter und ein neuer Co-Founder

Rafael Kugel: Du hast zunächst alles alleine aufgebaut. Wie sieht es mit deinem Team aus? Willst du weiterhin alleine arbeiten oder weitere Leute dazuholen?

Robin Krüger: Das ist gerade eine sehr spannende Entwicklung. Vor fünf Tagen hat mein erster Mitarbeiter angefangen. Mein erster offizieller Mitarbeiter, mit Personalnummer eins. Das war schon ein besonderes Erlebnis.

Und so soll es in den nächsten Monaten weitergehen. Wir planen, jeden Monat eine weitere Mitarbeiterin oder einen weiteren Mitarbeiter einzustellen.

Auch in der Geschäftsführung wird sich etwas verändern. Wir sind gerade in den letzten Zügen, einen Co-Founder ins Unternehmen zu holen. Wir wollen RK Droneview dann gemeinsam weiterentwickeln und vor allem die Skalierung vorantreiben.

Rafael Kugel: Wie findet man einen passenden Co-Founder? Gerade wenn man das Unternehmen bisher alleine aufgebaut hat, ist das ja keine ganz einfache Entscheidung.

Robin Krüger: Das war für mich tatsächlich ein Lernprozess. Ich habe hier im Reaktor gesehen, wie unterschiedlich andere Startups das machen. Manche Gründer kannten sich schon vorher, andere haben ganz gezielt nach einem Mitgründer gesucht.

Bei mir musste sich erst einmal die Perspektive verändern. Ich musste selbst zu dem Punkt kommen, an dem ich gesagt habe: Ich möchte das nicht mehr alleine machen. Mir wurde klar, dass ich die nächsten Schritte nicht alleine schaffen werde.

Dann habe ich zunächst in meinem näheren Umfeld überlegt.

Wir waren als Familie mit einem befreundeten Paar verabredet. Abends lag ich im Bett und dachte plötzlich: Die ist doch Entwicklerin. Mit ihr muss ich einfach mal sprechen.

Das haben wir dann auch gemacht. Daraus ist zwar keine Zusammenarbeit entstanden, aber durch dieses Gespräch hat sich eine andere Tür geöffnet.

Über einen weiteren Kontakt habe ich schließlich die Person kennengelernt, mit der ich jetzt zusammenarbeiten möchte.

Wir hatten zunächst ein Onlinegespräch, haben uns sofort gut verstanden und uns dann in weiteren Gesprächen intensiver ausgetauscht. Schließlich haben sich sogar unsere Familien kennengelernt und mehrere Tage miteinander verbracht.

Danach war für uns klar, dass wir diesen Weg gemeinsam gehen möchten.

Ich habe nicht krampfhaft gesucht. Es hat sich Schritt für Schritt entwickelt, und bisher fühlt es sich sehr stimmig an.

Rafael Kugel: Warum war es euch so wichtig, dass sich auch die Familien kennenlernen?

Robin Krüger: Du hast mir am Anfang immer im Spaß gesagt, dass das Privatleben jetzt vorbei ist.

Aber natürlich steckt da auch etwas Wahres drin. Gründen macht man nicht einfach nebenbei. Es nimmt unglaublich viel Zeit in Anspruch.

Ich bin Familienvater mit drei Kindern. Meine Frau gehört dazu, und alle müssen irgendwo mitspielen.

Mit meinem zukünftigen Mitgeschäftsführer werde ich sehr viel Zeit verbringen. Das wirkt sich natürlich auch auf das Familienleben aus. Deshalb war uns wichtig, dass wir uns nicht nur beruflich, sondern auch persönlich kennenlernen.

Man braucht ein gewisses Backup. Und es muss auf allen Seiten passen.

Rafael Kugel: Du hast also nicht nur nach fachlicher Kompetenz gesucht, sondern auch danach, ob die persönliche Einstellung und die Risikobereitschaft zusammenpassen?

Robin Krüger: Definitiv. Ich hatte auch mit anderen Personen gesprochen, bei denen ich mir eine Zusammenarbeit fachlich gut vorstellen konnte.

Aber irgendwann merkt man, dass es nicht nur um Kompetenz geht. Man braucht auch eine gewisse Risikobereitschaft. Wenn die nicht vorhanden ist, kann man sie nicht einfach hervorholen.

Wir sprechen schließlich über ein Unternehmen, das wir gemeinsam aufbauen wollen. Da geht es auch um finanzielle Verantwortung und um Druck, mit dem man umgehen können muss.

Erste Umsätze und der Weg zur Plattform

Rafael Kugel: Wie weit seid ihr mit eurem Produkt? Gibt es schon Kunden und Umsätze, oder befindet ihr euch noch in der Entwicklung?

Robin Krüger: Die Inspektionsdienstleistung steht. Die bieten wir bereits an, wir haben Kunden und generieren Umsätze.

Wir bedienen zwei Segmente: die Immobilienwirtschaft und die Energiewirtschaft. In beiden Bereichen war ich schon früher beruflich tätig. Durch meine neun Jahre im B2B-Vertrieb habe ich dort einen guten Zugang.

Was wir gerade aufbauen, ist das Produkt hinter der Inspektion, also die Plattform für die strukturierte Auswertung und Darstellung der Daten.

Aktuell konzentrieren wir uns noch auf die DACH-Region. Langfristig wollen wir mit dieser Plattform europaweit skalieren. Gerade im Energiesektor sehen wir ein großes Potenzial.

Die Inspektionsdienstleistungen sind dabei zunächst unser solides Geschäft. Damit verdienen wir Geld und können einen Teil der weiteren Produktentwicklung selbst finanzieren.

Rafael Kugel: Das ist natürlich ein interessantes Modell: Ihr verdient bereits Geld mit der Dienstleistung und entwickelt darauf aufbauend euer eigentliches skalierbares Produkt. Wie finanziert ihr das Wachstum?

Robin Krüger: Bisher haben wir alles selbst finanziert.

Jetzt holen wir uns Unterstützung über eine Bank. Damit wollen wir die ersten größeren Investitionen und auch die ersten Personalkosten finanzieren.

Wir haben einen ambitionierten Wachstumsplan für die nächsten zwei Jahre. Unser Ziel ist, Gewinne zu erwirtschaften, die wir dann wieder in die Entwicklung stecken können.

Langfristig werden wir für die europaweite Skalierung der Plattform aber vermutlich nicht ohne einen Investor auskommen.

Ich denke, dass wir uns im nächsten Jahr intensiver mit dem Thema beschäftigen werden. Aus meiner Erfahrung weiß ich, dass man einen passenden Investor nicht innerhalb weniger Wochen findet.

Rafael Kugel: Ein Investor ist ja ähnlich wie ein Mitgründer. Man ist über längere Zeit miteinander verbunden. Es muss also auf beiden Seiten passen.

Robin Krüger: Ganz genau. Mir ist wichtig, dass ein Investor nicht nur Geld mitbringt.

Er sollte möglichst auch strategisch zu uns passen. Wenn jemand beispielsweise aus der Energiewirtschaft kommt und dort Erfahrung und Kontakte mitbringt, kann das für uns einen erheblichen Mehrwert haben.

Man muss sich kennenlernen und herausfinden, ob die Zusammenarbeit langfristig funktioniert.

Rafael Kugel: Wie soll sich euer Kundengeschäft in den nächsten zwölf Monaten entwickeln?

Robin Krüger: Aktuell steigen wir bei vielen Kunden über Pilotprojekte ein. Wir sind noch stark im Projektgeschäft.

Mittelfristig möchten wir daraus wiederkehrende Inspektionsverträge und Rahmenverträge entwickeln, idealerweise mit Laufzeiten von bis zu vier Jahren.

Das gibt uns planbare Einnahmen und ermöglicht es, unsere Prozesse weiter zu optimieren.

Die erste Inspektion einer Anlage ist für uns meist am aufwendigsten. Wenn die Daten einmal vorhanden sind, können wir bei Folgeinspektionen effizienter arbeiten.

Gleichzeitig können wir die Kunden in die Weiterentwicklung der Plattform einbeziehen. Wir wollen ja nichts entwickeln, was am Ende niemand braucht.

Die Herausforderungen des Gründeralltags

Rafael Kugel: Wenn du auf deine bisherige Gründungszeit zurückblickst: Was waren die größten Herausforderungen? Gab es auch Momente, in denen du ans Aufhören gedacht hast?

Robin Krüger: Nein, den Punkt hatte ich tatsächlich nie. Wenn ich ein Ziel vor Augen habe, dann laufe ich los und höre nicht mehr auf.

Was aber wirklich fordernd ist, ist dieses permanente emotionale Auf und Ab.

Man hat ein tolles Kundengespräch, geht mit einem richtig guten Gefühl raus und denkt: Jetzt geht es voran.

Und am nächsten Tag sitzt man wieder da und überlegt, was als Nächstes zu tun ist. Viele Dinge dauern einfach viel länger, als man ursprünglich denkt.

Eine meiner wichtigsten Erfahrungen ist deshalb, Zeitpläne konservativer aufzustellen. Fast alles verschiebt sich nach hinten. Das muss man auch im Finanzplan berücksichtigen.

Gleichzeitig darf man aber nicht den Mut verlieren.

Auch mit viel Vertriebserfahrung ist es nicht einfach, Kunden zu gewinnen. Gerade bei großen Konzernen kann es schon ein riesiger Prozess sein, überhaupt als Lieferant aufgenommen zu werden.

Man muss Vertrauen aufbauen, Pilotprojekte vereinbaren und immer wieder nachfassen.

Ich sage auch anderen Startups hier im Reaktor: Fangt an, Vertrieb zu machen! Ihr habt doch schon etwas, also geht damit raus.

Denn bis ein Kunde tatsächlich eine Entscheidung trifft und einen Vertrag unterschreibt, kann sehr viel Zeit vergehen.

Was in drei Monaten erreicht sein soll

Rafael Kugel: Wir wollen dich und RK Droneview während des Accelerator-Programms weiter begleiten und uns in zwei oder drei Monaten erneut zusammensetzen. Woran würdest du dann erkennen, dass diese Zeit erfolgreich war?

Robin Krüger: Mein Ziel ist, dass wir in drei Monaten fünf oder vielleicht sogar sechs Leute im Unternehmen sind.

Außerdem möchte ich, dass wir die ersten ein oder zwei Rahmenverträge unterschrieben haben. Das wäre ein wichtiger Schritt, um vom einzelnen Projektgeschäft zu einer planbareren Zusammenarbeit mit unseren Kunden zu kommen.

Und natürlich soll unsere aktuelle Bankenfinanzierung abgeschlossen sein.

Wenn diese Dinge stehen, können wir uns stärker auf unsere eigentliche Arbeit und die Weiterentwicklung des Unternehmens konzentrieren.

Der Plan für das kommende Jahr ist bereits weitgehend vorbereitet. Wir wollen den Markt noch besser verstehen und dann die nächsten Schritte in Richtung Skalierung gehen.

Rafael Kugel: Robin, vielen Dank für das Gespräch. Ich bin gespannt, wie sich RK Droneview weiterentwickelt und freue mich auf unser nächstes Interview.

Robin Krüger: Vielen Dank dir auch. Ich bin selbst gespannt, was ich dann berichten kann.


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