Evorimo automatisiert den Immobilienverkauf ohneMakler

Das Münchner Startup Evorimo automatisiert die aufwendigsten Schritte beim privaten Verkauf oder der Vermietung einer Immobilie. Gründer Benjamin Lorenz verbindet dafür seine Erfahrung aus der IT-Branche mit der Praxis als Makler.
Portrait von Marc Nemitz Marc Nemitz · München, 08. Oktober 2026

Wer ein Haus für 400.000 Euro über einen Makler verkauft, zahlt als Verkäufer schnell rund 14.000 Euro Provision. Viele Eigentümer würden sich das Geld gern sparen. Dann aber stehen sie vor einem Berg an Aufgaben: das Inserat auf mehreren Portalen, Dutzende Anfragen im Postfach, Telefonate, Besichtigungstermine, Unterlagen und die Frage, welcher Preis eigentlich realistisch ist. Am Ende unterschreiben viele doch den Maklervertrag, nicht aus Überzeugung, sondern aus Überforderung.

Hier setzt Evorimo an. Die Plattform aus München ermöglicht es Eigentümern, ihre Immobilie ohne Makler zu verkaufen oder zu vermieten. Die Software übernimmt dabei die zeitintensiven Abläufe, vom Inserat über die Anfragen bis zur Terminvergabe. Statt einer Provision zahlen Nutzer einen festen Monatspreis. Gegründet hat die Evorimo GmbH im März 2026 Benjamin Lorenz, der sowohl die IT-Branche als auch das Maklergeschäft von innen kennt.

Einmal erfassen, überall veröffentlichen

Der Ablauf beginnt mit einer geführten Eingabestrecke. Eigentümer erfassen ihre Immobilie Schritt für Schritt, laden Fotos hoch und erhalten eine Preiseinschätzung auf Basis aktueller Marktdaten. Den Text für das Exposé formuliert eine KI vor. Über Schnittstellen veröffentlicht Evorimo das Inserat anschließend gleichzeitig auf den großen Immobilienportalen sowie in einem Partnernetzwerk.

Was passiert, wenn eine Anfrage eingeht

Die eigentliche Arbeit beginnt nach der Veröffentlichung. Meldet sich ein Interessent über eines der Portale, liest Evorimo die Anfrage automatisch ein, legt sie im zentralen Dashboard ab und benachrichtigt den Eigentümer. Ist die Automatik eingeschaltet, erhält der Interessent im nächsten Schritt ein paar kurze Fragen zu Finanzierung, Budget und Kaufzeitpunkt. Aus seinen Antworten entsteht eine Ampel, die zeigt, ob er als Käufer ernsthaft infrage kommt. Anschließend lädt das System ihn ein, selbst einen Besichtigungstermin zu buchen, vor Ort, per Video oder am Telefon, in den Zeitfenstern, die der Eigentümer freigegeben hat. Bestätigung und Erinnerung gehen automatisch raus. Unterlagen wie den Grundbuchauszug gibt der Eigentümer danach gezielt per Link frei.

So kann eine Anfrage vom Eingang bis zum gebuchten Termin laufen, ohne dass der Eigentümer zum Telefon greifen muss.

Automatik oder klassischer Weg

Wie viel davon sie nutzen, entscheiden die Eigentümer selbst. Die Automatik lässt sich für jede Immobilie einzeln ein- und ausschalten. Wer lieber klassisch vorgeht, beantwortet Anfragen persönlich, telefoniert mit Interessenten und vereinbart Termine auf eigenem Weg. Das Dashboard bleibt in beiden Fällen die Zentrale für alle Anfragen, Termine und Unterlagen. Ein Leitfaden begleitet bis zum Notartermin, für Fragen steht rund um die Uhr ein KI-Assistent bereit.

Die meisten Eigentümer zahlen die Provision nicht, weil sie unbedingt einen Makler wollen, sondern weil ihnen der Aufwand neben Beruf und Alltag schlicht zu viel wird: Anfragen sortieren, Termine abstimmen, Unterlagen verschicken. Genau diesen lästigen Verwaltungsaufwand nehmen wir ihnen ab. Besichtigung und Verhandlung bleiben beim Eigentümer, aber er steht dabei nie allein da.

Benjamin Lorenz, Gründer von Evorimo

Ganz ohne eigenen Einsatz geht es allerdings nicht. Besichtigungen führen die Eigentümer selbst durch, auch die Preisverhandlung liegt bei ihnen. Evorimo versteht sich bewusst nicht als Makler: Das Unternehmen vermittelt nicht und nimmt keine Provision. Wer den Verkauf komplett abgeben möchte, ist bei einem klassischen Makler weiterhin besser aufgehoben.

Aus der IT in die Immobilienbranche

Benjamin Lorenz kommt aus der IT. Acht Jahre lang war er in Führungspositionen in Vertrieb, Business Development und Service bei internationalen IT-Herstellern, Distributoren und Systemhäusern tätig, in Deutschland, den Niederlanden und den USA. Seine Schwerpunkte lagen bei Rechenzentren, IT-Infrastruktur und Virtualisierung.

2023 stieg er in die Immobilienvermarktung ein und machte sich in der Metropolregion München mit einem eigenen Maklerunternehmen selbstständig. Dort erlebte er aus nächster Nähe, woran private Verkäufer scheitern: selten am Willen, meistens am organisatorischen Aufwand. Viele Abläufe in der Vermarktung wiederholen sich bei jedem Objekt und lassen sich, so seine Überzeugung, zu großen Teilen automatisieren. Aus dieser Verbindung beider Welten entstand Evorimo. Die Plattform ist eine eigene Entwicklung und wird laufend um neue Automatisierungen erweitert.

Erste Verkäufe, jetzt auch Vermietung

Mehrere Eigentümer haben ihre Immobilie bereits über Evorimo verkauft und berichten davon auch auf der Bewertungsplattform Trustpilot. Im September 2026 hat Evorimo die Plattform zusätzlich für private Vermieter geöffnet. Das Grundproblem ist ähnlich: Eine gut gelegene Wohnung erzeugt in kurzer Zeit eine Flut an Anfragen. Vermieter nutzen dieselbe Infrastruktur wie Verkäufer, vom zentralen Posteingang bis zur automatischen Terminbuchung.

Das Startup Evorimo

Die Evorimo GmbH wurde im März 2026 von Benjamin Lorenz gegründet und hat ihren Sitz in München. Das Unternehmen ist im Handelsregister des Amtsgerichts München eingetragen, die Marke Evorimo ist als Unionsmarke geschützt. Die Plattform richtet sich an Eigentümer in ganz Deutschland, die ihre Immobilie selbst verkaufen oder vermieten möchten.

Das Ziel ist ambitioniert: Evorimo will für alle, die ohne Makler verkaufen oder vermieten, die erste Adresse in Deutschland werden, mit einem Produkt, das so viel wie möglich automatisiert, und einem fairen, transparenten Preis. Ob das gelingt, entscheidet sich an der Frage, die sich jeder Eigentümer stellt: Traue ich mir den Verkauf zu? Evorimo will die Antwort darauf deutlich leichter machen.


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