Das HR-Startup möchte die Personalauswahl diskriminierungsfreier machen und hat dazu ein gamebasiertes Testverfahren für Bewerber entwickelt. Mit uns sprechen Sie über ihre neuartige Technologie, Gründen während Corona und warum Steve Jobs ein guter Begleiter für ein Abendessen wäre.

Ihr bietet eine Recruiting Software an, davon gibt es auf dem Markt ja schon einige. Was macht Euch besonders?

Achtung, Aivy ist nicht einfach eine weitere Recruiting Software. Wir machen die bestehende Personalauswahl von Unternehmen effizienter, gewisser und gerechter mit Game-based Assessments. Das sind gamifizierte Testverfahren, die auf psychologischer Eignungsdiagnostik basieren. Im Gegensatz zu bereits bestehenden Lösungen ist Aivy einfach integrierbar, benötigt deutlich wenig Zeit in der Durchführung und ist deutlich ansprechender für Kandidat:innen. Das beweist auch unsere starke Nutzerakzeptanz von 95%. 

Wie seid ihr auf die Idee gekommen euer Startup zu gründen?

Wir haben selbst oft langwierige, wenig ansprechende Bewerbungsprozesse durchlaufen und andere Hindernisse auf unserem beruflichen Werdegang erlebt. In unserer wissenschaftlichen Arbeit (u.a. an der Harvard University) forschten wir zudem zur Rolle von psychologischer Eignungsdiagnostik und dessen positive Effekte für den Arbeitsmarkt und entwickelten so den Ansatz von Aivy: Psychologische Eignungsdiagnostik für die Personalauswahl – aber ansprechend und datengetrieben!

Unsere Mission ist es seither die individuellen Potenziale von Kandidat:innen sichtbar zu machen, um dabei zu helfen deren Potenzial bestmöglich zu entwickeln. Dafür geben wir HR-Verantwortlichen aussagekräftige Argumente für die Personalauswahl an die Hand, damit diese erfolgreiche Teams rekrutieren und entwickeln können. So sorgen wir nicht nur für mehr Gerechtigkeit und Diversität in der Personalauswahl, sondern bereiten auch den Weg für mehr Zufriedenheit und Produktivität in der Arbeitswelt. 

Beispielhaftes Bewerberprofil. Foto: Aivy

Diskriminierung in der Personalauswahl ist ja vielfach im öffentlichen Diskurs und in der Kritik. Liefert Aivy die Lösung für diskriminierungsfreies Recruiting? Und wenn ja, wie schafft ihr das?

Das ist ein wichtiger Punkt, der uns besonders am Herzen liegt! Personalauswahl diskriminierungsfreier zu machen ist eine unserer Visionen und deshalb spiegelt sich das auch in unserem Algorithmus wider.

Um bewusste oder unbewusste Diskriminierung im Auswahlprozess zu vermeiden, beziehen wir nur wirklich relevante diagnostische Kriterien für jede Stelle ein. Irrelevante Merkmale wie Alter, Geschlecht oder Herkunft lassen wir dabei bewusst außen vor. So stellen wir die jeweilige Person mit ihren Potenzialen in den Mittelpunkt und unterstützen HR-Verantwortliche dabei diese zu erkennen und helfen dadurch dabei denjenigen auszuwählen, der objektiv am besten zur jeweiligen Stelle passt. 

Der HR Award 2020 als „Newcomer of the Year“, Silber beim „Breakthrough Award“ und zwei DAX Konzerne habt ihr als Kunden an Land gezogen- das Jahr 2020 lief für Euch ja überragend. Habt ihr damit gerechnet? Und wie fühlt sich das an?

Wir freuen uns natürlich sehr darüber, dass Aivy noch in seinem Gründungsjahr so viel positive Rückmeldung von verschiedenen Seiten erfahren hat. Dass wir namhafte Preise aus unserer Branche verliehen bekommen und auch erfolgreiche Arbeitgeber für unsere Mission gewinnen konnten, motiviert uns ungemein. Wir sehen uns als Partner für Unternehmen auf dem Weg zu modernem HR und freuen uns sehr, wenn diese mit uns Personalauswahl neu denken.

Gewinner des HR Awards 2020, Foto: Aivy

Dieses Jahr stand ja vor allem unter einem Stern- namens Covid-19. Wirtschaftliche Einbußen, Einstellungsstopps, Kurzarbeit- wie war das für Euch als Anbieter einer Recruiting Software?

Selbstverständlich haben auch wir die Marktlage zu spüren bekommen. Viele Unternehmen hatten einen zeitweisen Einstellungsstopp und andere Sorgen. Budgets wurden eingefroren und HR-Verantwortliche haben Entscheidungen vertagt. Sich solchen Herausforderungen aber aktiv zu stellen und Lösungen zu finden, zeichnet ein starkes Start-up aus. 

Wir fokussieren uns daher auf das Positive: das Bedürfnis nach digitalen Lösungen wächst. Viele Unternehmen haben neue Prozesse implementiert und sich gegenüber neuen Möglichkeiten geöffnet. In diesen positiven Wandel setzen wir unsere Hoffnung. 

Und nun mal etwas persönlicher: Wie hat sich euer Arbeitsalltag in diesem Jahr verändert-genießt ihr noch das Homeoffice oder fehlt euch Teamwork im Büro?

„New Work“ leben wir als HR-Tech-Startup natürlich in besonderer Weise und auch agiles und remote arbeiten war uns nicht fremd. Die komplette Umstellung auf Home-Office war für uns insofern kein großes Problem. Prozesse, die es uns trotz der Distanz erlauben im persönlichen Austausch zu bleiben, haben wir weiter ausgebaut. Es ist uns wichtig verantwortungsvoll zu handeln und deswegen werden wir diese Arbeitsweise auch solange beibehalten, wie es notwendig sein wird. Selbstverständlich fehlt uns aber die Zeit gemeinsam im Büro und der persönliche Austausch mit unseren Kund:innen auf Veranstaltungen. 

Wie hat euer Gründerteam zusammengefunden, wo und wie habt ihr euch kennengelernt?

Wir kannten uns bereits von Veranstaltungen und aus früheren Projekten. Was uns seit jeher verbindet, ist der Antrieb positiven gesellschaftlichen Wandel zu bewirken und digitale Lösungen zu entwickeln, die dazu beitragen können. Als interdisziplinär aufgestelltes Team ergänzen wir uns persönlich und fachlich ideal. Für mich liegt hierin eines unserer maßgeblichen Erfolgsrezepte. 

Gestartet hat eure App ja mit Unterstützung der Freien Universität Berlin- wie kamt ihr dazu und wie genau sah die Hilfe durch das Stipendium aus?

Foto: Aivy

Unser Mentor Prof. Dr. Hannes Rothe ist Mitbegründer des Digital Entrepreneurship Hubs und arbeitet am Lehrstuhl für IT-Entrepreneurship an der Freien Universität Berlin. Wir haben von seiner Expertise und der Unterstützung seitens Profund Innovation, dem Gründungsservice der FU, stark profitiert. Sie haben uns tatkräftig unterstützt und an unsere Idee geglaubt. Durch das Stipendium konnten wir zudem einen ersten MVP entwickeln, erfolgreich am Markt testen und wichtige Impulse für die Gründung mitnehmen.

Nun mal Hand aufs Herz- habt ihr seit der Gründung noch ein richtiges soziales Leben?

Ich möchte nichts beschönigen, natürlich arbeiten wir gefühlt rund um die Uhr. Aber das machen wir aus innerem Antrieb. Wir arbeiten auf ein gemeinsames Ziel hin und in einem kleinen Team fallen eben viele Aufgaben auf wenige Köpfe. Wir bemühen uns aber auch um den sozialen Ausgleich, um langfristig gesund und leistungsfähig bleiben. Das klappt mal mehr und mal weniger gut. 

Wenn ihr euch eine berühmte Person aussuchen dürftet mit der ihr zu Abend essen könntet- wer wäre das?

Da gibt es sicher einige. Wer mir da als erstes in den Sinn kommt, ist Steve Jobs. Sein Zitat: „The only way to do great work is to love what you do“ begleitet mich täglich und motiviert das nicht nur für mich selbst umzusetzen, sondern auch für andere Menschen, die durch den Einsatz von Aivy in ihrem Berufsleben zufrieden und erfolgreich werden. 


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