Cellbox Solutions schließt Series-A-Finanzierung über fünf Millionen Euro ab
Cellbox Solutions hat das finale Closing seiner Series-A-Finanzierung bekannt gegeben. Insgesamt fließen dem 2017 gegründeten Unternehmen fünf Millionen Euro zu.
Bereits im März 2026 hatte Cellbox Solutions eine erste Finanzierungstranche über rund 3,5 Millionen Euro abgeschlossen. Mit dem nun erfolgten Abschluss erhöht sich das Gesamtvolumen der Runde um weitere rund 1,5 Millionen Euro.
Zu den neu hinzugekommenen Kapitalgebern gehören Mitglieder der Baltic Business Angels Invest GmbH, ein kanadisches Family Office sowie ein nicht namentlich genannter Investor mit Erfahrung in der Pharmalogistik.
Auch die bestehenden Investoren NRW.BANK und Fraunhofer Venture beteiligten sich an der Finanzierung.
Das erste Closing war von der Investmentplattform Companisto angeführt worden.
Angaben zur Unternehmensbewertung und zur genauen Verteilung der Beteiligungen wurden nicht veröffentlicht.
Mit dem frischen Kapital will Cellbox Solutions die Kommerzialisierung seiner Technologie vorantreiben und das Angebot für Kunden aus Forschung, Biotechnologie und Zelltherapie erweitern.
Lebende Zellen benötigen besondere Transportbedingungen
Cellbox Solutions entwickelt Technologien für den Transport empfindlicher biologischer Materialien.
Dazu gehören lebende Zellen, Gewebe, Organoide und weitere Materialien, die unter kontrollierten physiologischen Bedingungen transportiert werden müssen.
Während viele biologische Proben für die Lagerung und den Versand gekühlt oder tiefgefroren werden können, ist dies bei bestimmten lebenden Zellmaterialien nicht möglich oder für den jeweiligen Anwendungsfall ungeeignet.
Solche Materialien benötigen während des Transports eine stabile Umgebung, die ihre biologischen Eigenschaften möglichst zuverlässig erhält.
Hier setzt das Konzept der sogenannten Warm-Chain-Logistik an.
Im Gegensatz zur klassischen Kühlkette werden die Materialien dabei unter kontrollierten Temperaturen und gegebenenfalls mit einer definierten CO₂-Konzentration transportiert.
Das ist insbesondere für Anwendungen in der Zelltherapie, der biomedizinischen Forschung und der Entwicklung neuartiger Arzneimittel relevant.
Cellbox Solutions will dafür eine technische Infrastruktur bereitstellen, die den Transport empfindlicher Materialien zwischen Laboren, Forschungseinrichtungen und weiteren Standorten ermöglicht.
Mobile Inkubatoren für Boden- und Lufttransporte
Die technologische Grundlage des Unternehmens bilden die Produkte Cellbox Go und Cellbox Shipper.
Dabei handelt es sich um mobile Inkubatorsysteme, die während des Transports eine kontrollierte Umgebung für lebende biologische Materialien schaffen.
Temperatur und CO₂-Gehalt können nach Angaben des Herstellers individuell eingestellt werden.
Dadurch sollen die Materialien während der Beförderung möglichst gleichbleibenden Bedingungen ausgesetzt bleiben.
Die Systeme sind sowohl für Boden- als auch für Lufttransporte ausgelegt.
Cellbox Solutions setzt die Technologie bereits international in Forschungsprojekten und Anwendungen der Zelltherapie ein.
Das Unternehmen verweist außerdem auf eine regulatorische Dokumentationsbasis, zu der Drug Master Files für die Cellbox-Produktfamilie gehören.
Solche Dokumentationen können bei der regulatorischen Bewertung von Herstellungs- und Transportprozessen eine Rolle spielen. Sie sind jedoch nicht mit einer pauschalen Zulassung für sämtliche medizinischen Anwendungen gleichzusetzen.
Mehr als 400 Cellbox-Systeme im Markt
Nach Angaben des Unternehmens befinden sich inzwischen mehr als 400 Cellbox-Systeme im Markt.
Die Technologie wird international für Forschungs-, klinische und zelltherapeutische Anwendungen eingesetzt.
Wie viele Kunden die Systeme nutzen und wie sich die installierte Basis auf einzelne Regionen verteilt, wurde nicht mitgeteilt.
Auch Angaben zu Umsatz, Profitabilität oder der Zahl der Beschäftigten enthält die aktuelle Finanzierungsmitteilung nicht.
Mit der bestehenden Gerätebasis verfügt Cellbox Solutions jedoch über eine Grundlage, um sein Angebot über den Verkauf beziehungsweise die Bereitstellung einzelner Transportgeräte hinauszuentwickeln.
Künftig sollen Kunden stärker durch zusätzliche Dienstleistungen entlang des gesamten Transportprozesses unterstützt werden.
Vom Transportgerät zur integrierten Logistiklösung
Ein Schwerpunkt der weiteren Unternehmensentwicklung liegt auf der Erweiterung des Geschäftsmodells.
Cellbox Solutions will seine mobilen Inkubatoren künftig stärker mit Miet- und Transportangeboten kombinieren.
Hinzu kommen wiederkehrende Dienstleistungen wie die Überwachung von Transportbedingungen, das Management von Geräteflotten und die Koordination einzelner Sendungen.
Dadurch soll aus der bestehenden Technologieplattform ein umfassenderes Angebot für physiologische Logistik entstehen.
Für Kunden könnte dies bedeuten, dass sie nicht nur die erforderlichen Transportgeräte beziehen, sondern zusätzliche organisatorische und technische Leistungen aus einer Hand erhalten.
Das Unternehmen verspricht sich davon langfristigere Kundenbeziehungen und ein besser skalierbares Dienstleistungsmodell.
Insbesondere wiederkehrende Serviceumsätze könnten die Erlösstruktur gegenüber einem überwiegend produktbasierten Geschäft verändern.
Welchen Anteil diese Dienstleistungen künftig am Umsatz erreichen sollen, wurde nicht beziffert.
Partnerschaften mit Logistikunternehmen geplant
Für die internationale Expansion setzt Cellbox Solutions zunehmend auf die Zusammenarbeit mit spezialisierten Logistikdienstleistern.
Die Technologie soll mit bestehenden Transportnetzwerken verbunden werden, um empfindliche biologische Materialien auch über größere Entfernungen unter kontrollierten Bedingungen befördern zu können.
Das Unternehmen baut seine Aktivitäten in Europa, Asien und Nordamerika weiter aus.
Strategische Partnerschaften sollen dabei helfen, die Reichweite der angebotenen Dienstleistungen zu erhöhen.
Gerade im internationalen Transport biologischer Materialien sind neben der technischen Ausstattung auch Transportplanung, Überwachung und die Einhaltung regulatorischer Anforderungen entscheidend.
Cellbox Solutions will diese verschiedenen Elemente künftig stärker miteinander verbinden.
Konkrete neue Partnerschaften oder geplante regionale Standorte wurden im Zusammenhang mit dem Series-A-Abschluss nicht bekannt gegeben.
Gründerin Kathrin Adlkofer will Wachstum beschleunigen
Cellbox Solutions wurde 2017 gegründet und wird von Gründerin und CEO Prof. Dr. Kathrin Adlkofer geführt.
Sie sieht in der abgeschlossenen Finanzierungsrunde die Grundlage, die bisherige Technologieplattform zu einem umfassenderen Logistikangebot weiterzuentwickeln.
In den vergangenen Jahren habe das Unternehmen die technischen, produktbezogenen und regulatorischen Voraussetzungen für den kontrollierten Transport lebender biologischer Materialien geschaffen.
Nun soll die kommerzielle Nutzung stärker ausgebaut werden.
Auch Dr. Bernd Muehlenweg, Chief Business Officer und Chief Financial Officer von Cellbox Solutions, sieht in zusätzlichen Miet- und Serviceangeboten einen wichtigen Bestandteil der Wachstumsstrategie.
Durch die Kombination aus Transporttechnologie, Überwachung und ergänzenden Logistikdienstleistungen will das Unternehmen langfristige Kundenbeziehungen aufbauen.
Die Series-A-Finanzierung soll dabei helfen, die bestehende Technologie international breiter zu vermarkten und wiederkehrende Geschäftsmodelle zu etablieren.
Wachsender Bedarf in Forschung und Zelltherapie
Mit seinem Angebot adressiert Cellbox Solutions einen spezialisierten Bereich der Life-Sciences-Logistik.
Die Entwicklung neuer Zelltherapien, komplexer biologischer Arzneimittel und dreidimensionaler Zellmodelle stellt hohe Anforderungen an den Transport empfindlicher Materialien.
Insbesondere bei lebenden Zellproben können Veränderungen der Transportbedingungen die Qualität und Verwendbarkeit beeinflussen.
Technologien zur kontrollierten Beförderung sollen deshalb dazu beitragen, reproduzierbare Bedingungen zwischen unterschiedlichen Forschungs- und Produktionsstandorten zu schaffen.
Für Cellbox Solutions liegt das weitere Wachstumspotenzial darin, die vorhandene Geräteplattform mit zusätzlichen Dienstleistungen zu verbinden.
Mit fünf Millionen Euro aus der abgeschlossenen Series A und mehr als 400 Systemen im Markt verfügt das Unternehmen nach eigenen Angaben über eine Grundlage für die nächste Expansionsphase.
Ob sich daraus ein dauerhaft skalierbares Logistikgeschäft entwickelt, wird insbesondere von der Nachfrage nach integrierten Dienstleistungen und dem Ausbau internationaler Partnerschaften abhängen.

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