iwoca sichert sich 185 Millionen Euro und baut KMU-Refinanzierung in Deutschland auf über 560 Millionen Euro aus
Das deutsch-britische Fintech iwoca erweitert seine Refinanzierungsmöglichkeiten für den deutschen Markt um 185 Millionen Euro. Die neue Kreditlinie wird von der niederländischen Bank ABN AMRO und Neuberger bereitgestellt. Damit stehen dem digitalen Mittelstandsfinanzierer in Deutschland insgesamt mehr als 560 Millionen Euro an Refinanzierungslinien zur Verfügung. Das Unternehmen betreut hierzulande mittlerweile knapp 13.000 aktive Kreditkunden und hat sein deutsches Kreditbuch innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt. Bis 2028 soll das Kreditportfolio auf eine Milliarde Euro wachsen.
ABN AMRO und Neuberger stellen neue Kreditlinie bereit
iwoca erweitert seine Refinanzierungsbasis für das Deutschlandgeschäft um weitere 185 Millionen Euro. Die neue Finanzierung wird von ABN AMRO als Senior Lender und Neuberger als Kapitalgeber für die Mezzanine-Tranche getragen.
Bei einer solchen Finanzierungsstruktur übernehmen die beteiligten Kapitalgeber unterschiedliche Risikopositionen. Senior-Finanzierungen werden im Rückzahlungsfall vorrangig bedient, während Mezzanine-Kapital nachrangig ist und entsprechend ein höheres Risiko trägt.
Die Mittel dienen der Refinanzierung des Kreditgeschäfts. Es handelt sich damit um Fremdkapital zur Finanzierung von Unternehmenskrediten und nicht um eine Eigenkapitalrunde für iwoca.
Mit der zusätzlichen Kreditlinie steigt das für Deutschland verfügbare Refinanzierungsvolumen auf über 560 Millionen Euro. iwoca will damit seine Kreditvergabe an kleine und mittlere Unternehmen weiter ausbauen.
Gleichzeitig erweitert das Fintech seinen Kreis institutioneller Refinanzierungspartner um eine weitere europäische Geschäftsbank.
Deutsches Kreditbuch auf fast 400 Millionen Euro gewachsen
Die neue Refinanzierung folgt auf eine Phase deutlichen Wachstums im deutschen Markt.
Nach Angaben von iwoca hat sich das Kreditbuch innerhalb der vergangenen zwölf Monate mehr als verdoppelt. Aktuell beläuft sich das ausstehende Kreditportfolio auf knapp 400 Millionen Euro.
Damit betreut das Unternehmen in Deutschland mittlerweile rund 13.000 aktive Kreditkunden.
Die zusätzliche Refinanzierung soll es ermöglichen, das Kreditengagement auf nahezu 600 Millionen Euro auszubauen.
Fabian Platzen, General Manager von iwoca Deutschland, verweist insbesondere auf den kurzfristigen Finanzierungsbedarf mittelständischer Unternehmen.
Viele Betriebe benötigen zusätzliche Liquidität, um Waren einzukaufen, Wachstumsinvestitionen zu finanzieren oder zeitliche Unterschiede zwischen Ausgaben und Zahlungseingängen zu überbrücken.
Digitale Kreditangebote sollen hier eine schnellere und flexiblere Finanzierung ermöglichen.
Digitale Finanzierung für kleine und mittlere Unternehmen
iwoca konzentriert sich auf die Kreditvergabe an kleine und mittlere Unternehmen, die Betriebskapital oder zusätzliche Liquidität benötigen.
Der Anbieter positioniert sich als Alternative beziehungsweise Ergänzung zu klassischen Bankkrediten.
Insbesondere kleinere Unternehmen haben häufig Finanzierungsbedarfe, die sich hinsichtlich Laufzeit, Kredithöhe oder Geschwindigkeit von traditionellen Kreditangeboten unterscheiden.
Digitale Antrags- und Prüfprozesse sollen dazu beitragen, Finanzierungsentscheidungen schneller zu treffen und den administrativen Aufwand zu reduzieren.
Mit der neuen Kreditlinie kann iwoca zusätzliche Kredite im deutschen Markt refinanzieren.
ABN AMRO übernimmt dabei die vorrangige Finanzierung eines diversifizierten Portfolios deutscher Mittelstandskredite.
Adriaan Wessels, Executive Director Structured Finance bei ABN AMRO, sieht in solchen Angeboten eine Ergänzung zur klassischen Unternehmensfinanzierung.
Gruppenumsatz steigt 2025 um 56 Prozent
Auch auf Gruppenebene berichtet iwoca von einem deutlichen Wachstum.
Im Geschäftsjahr 2025 stieg der Umsatz des in Großbritannien und Deutschland tätigen Unternehmens um 56 Prozent auf 366 Millionen britische Pfund. Umgerechnet entspricht dies rund 426 Millionen Euro.
Im Vorjahr hatte iwoca einen Umsatz von 234 Millionen Pfund beziehungsweise etwa 270 Millionen Euro erzielt.
Auf das Deutschlandgeschäft entfielen 2025 rund 41 Millionen Euro Umsatz.
Für 2026 erwartet das Unternehmen hier eine weitere deutliche Steigerung, nennt jedoch keine konkrete Umsatzprognose.
Neben dem Umsatz legte auch das Kreditneugeschäft zu.
Das Volumen der an kleine und mittlere Unternehmen vergebenen Kredite stieg 2025 auf rund 1,7 Milliarden Euro. Im Vorjahr waren es etwa 1,11 Milliarden Euro gewesen.
Seit der Gründung hat iwoca nach eigenen Angaben insgesamt rund 7 Milliarden Euro an Unternehmen in Großbritannien und Deutschland ausgezahlt.
Die genannten Kreditvolumina sind dabei von den Umsatzerlösen des Fintechs zu unterscheiden.
Deutschland wird zum zentralen Wachstumsmarkt
Während iwoca bereits seit mehreren Jahren in Großbritannien aktiv ist, gewinnt das Deutschlandgeschäft zunehmend an Bedeutung.
Das Unternehmen sieht hier weiteres Wachstumspotenzial bei der Finanzierung kleiner und mittlerer Betriebe.
Die neue Refinanzierungslinie soll helfen, die steigende Nachfrage zu bedienen und das Kreditportfolio weiter auszubauen.
Die Zusammenarbeit mit ABN AMRO und Neuberger ergänzt dabei die bestehende Kapitalbasis.
Für einen Kreditgeber wie iwoca ist der Zugang zu langfristig verfügbaren Refinanzierungsmitteln ein wesentlicher Faktor für das Wachstum.
Denn mit steigender Kreditvergabe wächst auch der Kapitalbedarf zur Finanzierung der ausstehenden Forderungen.
Die zusätzliche Kreditlinie schafft dafür weitere Kapazitäten. Ihre tatsächliche Nutzung hängt jedoch von der Kreditnachfrage, der Risikoprüfung und den vereinbarten Finanzierungsbedingungen ab.
Eine Milliarde Euro Kreditbuch bis 2028 geplant
Für die kommenden Jahre hat sich iwoca ehrgeizige Ziele im deutschen Markt gesetzt.
Bis 2028 soll das Kreditbuch von aktuell knapp 400 Millionen Euro auf eine Milliarde Euro wachsen.
Gleichzeitig plant das Unternehmen, die Zahl der aktiven deutschen Kreditkunden von rund 13.000 auf 30.000 bis 35.000 zu erhöhen.
Damit würde sich sowohl das ausstehende Kreditvolumen als auch die Kundenbasis deutlich vergrößern.
Die neue Refinanzierung über 185 Millionen Euro ist ein Baustein dieser Wachstumsstrategie.
Ob die Ziele erreicht werden, hängt unter anderem von der Kreditnachfrage, den Refinanzierungskosten und der Entwicklung der Ausfallrisiken im Mittelstand ab.
Mit den zusätzlichen Mitteln verfügt iwoca nun über eine größere Finanzierungsbasis, um seine Position im deutschen Markt für digitale Unternehmensfinanzierungen weiter auszubauen.

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