Mobility

NOVUS sichert sich zweistelligen Millionenbetrag für Expansion in Europa und den USA

NOVUS kombiniert mit dem NOVUS One Eigenschaften von E-Bike, Roller und Motorrad. Das Fahrzeug wird bereits in Serie produziert und an europäische Kunden ausgeliefert.
News von Marc Nemitz Marc Nemitz · Braunschweig, 20. Oktober 2026

Das Braunschweiger Mobilitäts-Startup NOVUS hat in einer von 468 Capital angeführten Finanzierungsrunde einen zweistelligen Millionenbetrag in US-Dollar eingesammelt. Zu den mehr als 30 Investoren gehören ehemalige Führungskräfte von Tesla, Lucid Motors und On sowie Gründer und Manager aus der Automobil-, Technologie- und Konsumgüterbranche. Das Unternehmen hat mit dem NOVUS One bereits ein elektrisches Leichtkraftrad in Serienproduktion und liefert seit Frühjahr 2026 Fahrzeuge an europäische Kunden aus. Mit dem frischen Kapital sollen der Markteintritt in den USA, die Expansion innerhalb Europas und die Entwicklung eines günstigeren zweiten Modells finanziert werden.

468 Capital führt Finanzierungsrunde an

NOVUS hat eine neue Finanzierungsrunde abgeschlossen, deren Volumen nach Unternehmensangaben im zweistelligen Millionen-Dollar-Bereich liegt. Als Lead-Investor beteiligt sich die Venture-Capital-Gesellschaft 468 Capital mit Standorten in Berlin und San Francisco.
Die genaue Finanzierungssumme sowie die Unternehmensbewertung wurden nicht veröffentlicht.
Neben 468 Capital beteiligen sich weitere Kapitalgeber aus der Technologie-, Automobil- und Konsumgüterbranche. Insgesamt umfasst der Gesellschafterkreis des Braunschweiger Unternehmens mittlerweile mehr als 30 Investoren.
Darunter befinden sich ehemalige Führungskräfte internationaler Automobilhersteller, Unternehmer aus dem Konsumgüterbereich, Venture-Capital-Investoren und mehrere Family Offices.
Mit der Finanzierungsrunde will NOVUS den Übergang von der frühen Produktionsphase zu einer breiteren internationalen Vermarktung vorantreiben.

NOVUS One verbindet Eigenschaften von E-Bike, Roller und Motorrad

Das erste Produkt des Unternehmens ist das NOVUS One, ein elektrisch angetriebenes Lightbike für den Stadtverkehr.
Das Fahrzeug soll die einfache Bedienung eines E-Bikes mit der kompakten Bauweise eines Rollers und den Fahreigenschaften eines Motorrads verbinden.
Dabei setzt NOVUS auf eine leichte Fahrzeugarchitektur und eine möglichst unkomplizierte Bedienung.
Das NOVUS One kommt ohne manuelle Kupplung und Gangschaltung aus. Nach Angaben des Herstellers können sich auch Personen ohne Zweiraderfahrung innerhalb kurzer Zeit mit der Steuerung vertraut machen.
Das Unternehmen positioniert das Fahrzeug damit gezielt als Alternative zum Auto im urbanen Alltag.
Im Mittelpunkt stehen kurze und mittlere Strecken innerhalb von Städten, bei denen herkömmliche Pkw häufig einen vergleichsweise großen Platzbedarf verursachen.
NOVUS verfolgt den Ansatz, Menschen für elektrische Zweiräder zu gewinnen, die bislang überwiegend mit dem Auto unterwegs sind.
Konkrete Angaben zu Verkaufspreis, Reichweite, Höchstgeschwindigkeit und technischen Leistungsdaten enthält die aktuelle Finanzierungsmitteilung nicht.

Serienproduktion läuft seit Frühjahr 2026

Anders als zahlreiche Mobilitäts-Startups in einer frühen Entwicklungsphase hat NOVUS bereits mit der Auslieferung seines ersten Fahrzeugs begonnen.
Nach Unternehmensangaben befindet sich das NOVUS One in Serienproduktion. Die ersten Serienauslieferungen in Europa starteten im Frühjahr 2026.
Mittlerweile sind Fahrzeuge in mehreren europäischen Ländern bei Kunden im Einsatz.
Wie viele Exemplare bislang produziert oder ausgeliefert wurden, teilte das Unternehmen nicht mit.
Auch Umsatzzahlen und Angaben zur aktuellen Produktionskapazität wurden nicht veröffentlicht.
Mit dem neuen Kapital sollen die Produktions- und Vertriebsaktivitäten ausgeweitet werden.
Die Expansion konzentriert sich zunächst auf europäische Großstädte, in denen NOVUS eine Nachfrage nach kompakten, elektrisch angetriebenen Fahrzeugen erwartet.

Markteintritt in den USA für 2027 geplant

Ein wesentlicher Teil der Finanzierung ist für die internationale Expansion vorgesehen.
NOVUS plant, seine Fahrzeuge ab 2027 auch in den USA anzubieten.
Parallel soll die Präsenz in europäischen Metropolen ausgebaut werden.
Das Unternehmen sieht seine Zielgruppe dabei ausdrücklich über den bestehenden Motorrad- und Zweiradmarkt hinaus.
NOVUS verweist auf mehr als 400 Millionen Autofahrer in Europa und Nordamerika als potenziellen Gesamtmarkt für seine Mobilitätsplattform.
Diese Zahl beschreibt allerdings eine breite potenzielle Nutzergruppe und keine konkrete Nachfrage nach den Fahrzeugen des Unternehmens.
Ein zentraler Bestandteil der Marktstrategie ist der Zugang über bestehende Fahrerlaubnisse.
Nach Angaben von NOVUS kann das Einstiegsmodell in bestimmten Konfigurationen und Märkten mit einem Autoführerschein gefahren werden.
Welche Fahrerlaubnis tatsächlich erforderlich ist, hängt jedoch von der Fahrzeugklasse und den jeweiligen nationalen beziehungsweise regionalen Vorschriften ab.
Gerade beim geplanten Markteintritt in den USA dürfte die unterschiedliche Regulierung in den einzelnen Bundesstaaten eine Rolle spielen.

Günstigeres NOVUS Two soll Ende 2027 in Produktion gehen

Neben der geografischen Expansion arbeitet NOVUS an einem zweiten Fahrzeugmodell.
Das NOVUS Two soll die bestehende Lightbike-Kategorie für eine breitere Kundengruppe zugänglich machen.
Geplant ist ein niedrigerer Einstiegspreis als beim bisherigen NOVUS One.
Der Produktionsstart ist nach Unternehmensangaben für Ende 2027 vorgesehen.
Weitere technische Einzelheiten, konkrete Preise oder geplante Stückzahlen wurden bislang nicht genannt.
Langfristig will NOVUS eine gemeinsame Mobilitätsplattform entwickeln, auf deren Grundlage sowohl zwei- als auch vierrädrige Stadtfahrzeuge entstehen können.
Die Fahrzeuge sollen auf einer einheitlichen Leichtbau-Architektur und einer gemeinsamen technologischen Grundlage aufbauen.
Darüber hinaus beschäftigt sich das Unternehmen mit softwarebasierten Funktionen und möglichen KI-Anwendungen.
Dazu zählt die Vorstellung von Fahrzeugen, die sich an individuelle Fahrgewohnheiten anpassen und Fahrer situationsabhängig unterstützen können.
Konkrete Angaben zum Entwicklungsstand solcher KI-Funktionen enthält die Mitteilung allerdings nicht.

Ehemalige Manager von Tesla, Lucid und On investieren

Zu den neuen beziehungsweise bestehenden Investoren gehört Eric Bach, der zuvor als Chief Engineer bei Lucid Motors und als Director of Engineering bei Tesla tätig war.
Bach beteiligt sich nicht nur finanziell, sondern unterstützt NOVUS nach Unternehmensangaben auch als Board Advisor bei der Fahrzeugentwicklung.
Ebenfalls beteiligt ist Martin Hoffmann, der beim Schweizer Sportartikelhersteller On unter anderem als CFO und Co-CEO tätig war und den Börsengang des Unternehmens begleitete.
Weitere Gesellschafter stammen nach Angaben von NOVUS aus dem Umfeld von Adidas, Audi, BMW, Chrono24, FINN, Grover, Mercedes-AMG, New Balance, Vay und Xiaomi.
Auch die Rennfahrerin Sophia Flörsch gehört zum Investorenkreis.
Die genannten Unternehmen sind dabei nicht automatisch selbst Investoren. NOVUS verweist ausdrücklich auf Gründer und Führungskräfte aus deren Umfeld.
Für das Startup soll dieses Netzwerk neben Kapital insbesondere Erfahrungen beim Aufbau internationaler Marken, bei der Fahrzeugentwicklung und bei der Skalierung von Unternehmen bereitstellen.

Volkswagen-Designer gründete NOVUS

Gründer und CEO René Renger war zuvor als Lead Designer bei Volkswagen tätig und arbeitete dort unter anderem an Projekten rund um den Golf und den ID. Buzz.
Seine Erfahrungen aus dem Automobildesign fließen in die Entwicklung der NOVUS-Fahrzeuge ein.
Renger verfolgt das Ziel, elektrisch angetriebene Stadtfahrzeuge als eigenständige Mobilitätsprodukte zu etablieren.
Zum Führungsteam gehört außerdem Hannes A. H. Krieger, CSO und Gründungsmitglied von NOVUS.
Das Unternehmen verbindet dabei Fahrzeugentwicklung mit einer Markenstrategie, die sich an den Prinzipien erfolgreicher Konsumgüter- und Technologieunternehmen orientiert.
Die Finanzierungsrunde soll nun die Voraussetzungen schaffen, diese Positionierung auf größere internationale Märkte zu übertragen.
Mit der laufenden Serienproduktion des NOVUS One hat das Startup einen wichtigen Entwicklungsschritt erreicht. Die nächsten Herausforderungen liegen in der Skalierung der Fertigung, dem Aufbau internationaler Vertriebsstrukturen und der Markteinführung des günstigeren NOVUS Two.


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